Für den Ernstfall vorbereitet

Do, 02. Apr. 2020
Chefärztin Priska Grünig zeigt an GZF-Mediensprecherin Miriam Crespo, wie ein Corona-Abstrich erfolgen müsste. Foto: Susanne Hörth

Zurzeit liegen zwei Corona-Patienten im Spital Rheinfelden

Das Gesundheitszentrum Fricktal hat eine Covid-19-Abklärungsstation am Standort Rheinfelden eingerichtet. Schon über 150 Personen wurden hier getestet, 19 davon positiv.

Susanne Hörth

Es ist ruhig vor dem Haupteingang des Regionalspitals in Rheinfelden. Ankommende Personen werden von Zivilschutzangehörigen befragt und mit Verweis auf die Hygienevorschriften, inklusive dem obligatorischen Tragen von Masken (sie werden zur Verfügung gestellt), an die gewünschte Stelle verwiesen. Leute, die auf das Coronavirus getestet werden sollen, dürfen das Spital gar nicht erst betreten. Für sie steht seit zehn Tagen vor dem Eingangsbereich eine Covid-19-Abklärungsstation bereit. «Bisher wurden hier rund 150 Personen auf das Coronavirus getestet, 19 davon positiv», sagt Miriam Crespo, Leiterin Kommunikation beim Gesundheitszentrum Fricktal (GZF). Die meisten der Infizierten wurden von den Ärzten zur Selbstisolation nach Hause geschickt. «Zwei Covid-19-Patienten liegen bei uns auf der Überwachungsstation», erklärt Priska Grünig, Chefärztin medizinische Klinik und ärztliche Leiterin Covid-19. Die Überwachungsstation verfügt über 6 Betten, bei Bedarf kann auf 14 erweitert werden. Patienten, die beatmet werden müssen, werden auf die Intensivstationen grösserer Spitäler verlegt.

Normalbetrieb heruntergefahren
Um für Corona-Patienten und deren Pflege gerüstet zu sein, aber auch, um Kontakte zwischen infizierten Personen und anderen Patienten zu vermeiden, hat das GZF mit seinen beiden Standorten Rheinfelden und Laufenburg eine strikte Trennung der bestehenden Abteilungen vorgenommen. Dazu gehört die Konzentration des Pf legheimbetriebes in Laufenburg. In Rheinfelden befinddet sich das Akutspital mit Notfall. «Normalerweise ist das Spital zu 80 Prozent belegt, aufgrund der speziellen Situation um die Corona-Pandemie beträgt die Auslastung aktuell nur 45 Prozent», erklärt Miriam Crespo. Nicht umgehend notwendige Operationen und Behandlungen wurden verschoben. Das GZF folgt damit den Weisungen von Bund und Kanton. Und von diesen werde es noch mehr geben, ist Priska Grünig überzeugt. «Erst vor fünf Wochen hatten wir die ersten bestätigten Fälle in der Schweiz. Heute sind es über 16 000.»

Täglich rufen viele Leute im GZF an. Sie haben Fragen oder wollen vor allem Symptome melden, die auf eine Corona-Erkrankung hinweisen könnten. Die Anrufe sind willkommen. Trotzdem empfiehlt Priska Grünig den Leuten, zuerst ihren Hausarzt telefonisch zu kontaktieren. «Er kennt seine Patienten besser als wir, weiss, ob sie Risikopatienten sind und entscheidet, ob eine Abklärung des Coronavirus oder von anderen Erkrankungen angezeigt ist», macht sie deutlich, wie wichtig es ist, dass auch andere gesundheitliche Probleme erkannt und behandelt werden.

Zur Covid-19-Abklärung ins GZF in Rheinfelden werden vor allem jene Personen aufgeboten, die schwere Symptome aufweisen, zur Risikogruppe gehören oder Mitarbeitende eines Gesundheitsbetriebes sind.

Wie ein solcher Test abläuft, demonstrieren Priska Grünig und Miriam Crespo gleich selbst. Sie betreten zuerst einen kleinen Warteraum mit Handwaschbecken und Desinfektionsmittel. Danach erfolgt die bewusst kurz gehaltene Administration. Puls, Blutdruck, Temperatur und die Sauerstoffsättigung werden gemessen. Dann folgt die ärztliche Behandlung mit Abhören von Lunge und Herz sowie der Covid-19-Abstrich, falls der Patient die Kriterien dafür erfüllt. Ob eine stationäre Aufnahme notwendig ist oder eine ambulante Behandlung mit Selbstisolation der erkrankten Personen reicht, entscheidet der Arzt.

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