Energiesituation stellt Alterszentren vor Herausforderungen

  02.11.2022 Frick, Gemeinden, Oberes Fricktal, Laufenburg, Fricktal

Versammlung vom Verein für Altersbetreuung im oberen Fricktal

Neun Mitgliedergemeinden und 21 Einzelmitglieder nahmen an der Vereinsversammlung vom Verein für Altersbetreuung im oberen Fricktal (VAOF) in Frick teil. Neben den Sachgeschäften wurde vom Vorstand über die aktuelle Energiesituation und deren Auswirkung auf die Pflegeheime informiert.

Ludwig Dünner

Da im Alterszentrum Klostermatte in Laufenburg bereits wieder Coronafälle bekannt waren, wurde die 82 Vereinsversammlung entgegen der Einladung im Alterszentrum Bruggbach in Frick durchgeführt. Der Präsident Werner Müller konnte rund 40 Mitglieder und Gäste begrüssen. Bereits aus der Traktandenliste kam hervor, dass die aktuelle Energiesituation an der Versammlung ein grosses Thema sein wird.

Vorbereiten auf Stromausfälle
Da die Pflegeheime im Bereich der Energie Grosskunden sind, haben sie vom Kanton die Auf lage den Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken. Andre Rotzetter, VAOF-Geschäftsführer, präsentierte die Massnahmen, um den Stromverbrauch zu minimieren. So werden die Korridore nur noch auf 20 Grad geheizt und in den Zimmern wird die maximale Temperatur auf 22 Grad eingestellt. Der Geschäftsführer erklärt, dass die Pflegeheime ein Privileg haben und sicher die Räume etwas höher heizen dürfen als andere Verwaltungsgebäude. Trotzdem seien diese Temperaturen für ältere Leute eher tief und sie müssen schauen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner wärmer gekleidet sind. Ebenfalls wollen die Pflegeheime im Bereich der Aufzuganlagen Einsparungen tätigen. So werden die Angestellten angehalten keine Lifte mehr zu benutzen, wenn sie ohne Bewohnerinnen und Bewohner unterwegs sind. Die Vorbereitung auf einen allfälligen Stromausfall laufen auf Hochtouren. Bei einem solchen wäre die digitale Kommunikation nicht mehr möglich und die Zubereitung von warmen Mahlzeiten würde zu einer Herausforderung. Deshalb wurden Benzinvergasbrenner von der Armee beschafft, um so bei einem Stromausfall warme Mahlzeiten zuzubereiten.

Die Geschäftsstelle wird im November zusammen mit dem regionalen Führungsstab einen Notfallplan erstellen. Bis Ende November sollen die Angehörigen der Bewohnerinnen und Bewohner die nötigen Informationen erhalten. Die Mehrkosten der Energie schlägt sich aufs Budget 2023 nieder und so müssen auch die Pflegeheime vom VAOF die Tarife anpassen. Michale Buik stellte das Budget vor, welches für das nächste Jahr ein Minus aufweist. Der Vorstand zeigte ebenfalls den Mitgliedern auf, dass die beiden Pflegeheime zum Vergleich im Aargau noch immer zu den günstigeren gehören.

Betreutes Wohnen in der Gemeinde
Seit über zwei Jahren läuft das Pilotprojekt betreutes Wohnen in den Gemeinden (BWG). Jeannette Zumsteg zog ein Fazit über das Pilotprojekt. Zurzeit werden 16 Kunden im Alter von 75 bis 96 Jahren betreut. Der Unterstützungsaufwand in der Spitex und in der Hauswirtschaft ist unterschiedlich. Er variiert zwischen sieben und 21 Stunden. Im Extremfall von 35-42 Stunden in der Woche. Im Zentrum steht jedoch die Hilfestellung durch Fachpersonal rund um die Uhr mit dem Hilferufsystem. Ebenfalls können die Angehörigen der Kunden mit dem betreuten Wohnen, vor allem in der Nacht, entlastet werden. Das Projektende war auf Ende Juni 2023 geplant. Der Verlängerung des Projektes um zwei Jahren haben die Partnergemeinden zugestimmt.


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