Bessere Verbindung zwischen Roche und Augarten

  10.11.2022 Brennpunkt, Kaiseraugst, Rheinfelden

Um Verspätungen zu verhindern, ist eine eigene Strasse für das Postauto zwischen der Roche in Kaiseraugst und der S-Bahn-Haltestelle im Rheinfelder Augarten geplant. Die Rheinfelder Stimmbürger entscheiden an der kommenden Gemeindeversammlung über das Projekt.

Valentin Zumsteg

Die Roche in Kaiseraugst ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Das bringt einen grossen Mehrverkehr mit sich. Eine Vereinbarung zwischen Roche, dem Bundesamt für Strassen (Astra), dem Kanton sowie den Gemeinden Kaiseraugst und Rheinfelden sieht deswegen vor, dass mehr Leute den öffentlichen Verkehr nutzen sollen. Dazu muss dieser aber attraktiv sein, wie der Rheinfelder Vizeammann Walter Jucker gestern anlässlich einer Medienorientierung betonte: «Ein Postauto, das im Stau steht, verliert sehr schnell seine Kunden.»

«Kein Schleichweg»
Um den ÖV attraktiver zu machen, soll deswegen das Postauto zwischen Kaiseraugst und Rheinfelden künftig auch zu den Stosszeiten ohne Verzögerungen fahren können. Dazu ist eine eigene Strasse für den öffentlichen Verkehr zwischen der S-Bahn-Haltestelle im Augarten und der Roche in Kaiseraugst geplant. Ein solches Projekt besteht schon seit vielen Jahren, bislang konnte es jedoch nicht umgesetzt werden. Jetzt soll es aber vorwärts gehen, wie der Rheinfelder Stadtrat gestern auf-

zeigte. An der kommenden Einwohnergemeinde-Versammlung vom 7. Dezember geht es um einen Verpf lichtungskredit für dieses Projekt. Folgende Streckenführung ist dabei geplant: Vom Augarten aus soll die neue Strasse mittig durch die Parzelle der Ortsbürgergemeinde (Weiherfeld West) bis zum Weiherhaldenweg und anschliessend dem Weiherhaldenweg entlang bis zum Bahndamm geführt werden. Nach Unterquerung der SBB-Brücke über die Querspange A3/A98 wird die Eigentrassierung mit einer 270-Grad-Kehre auf die SBB-Brücke geführt. Anschliessend geht es weiter auf dem Hardweg via Hardhofweg bis zum Challerenweg in Kaiseraugst. Auf der Strecke zwischen Ende Areal Weiherfeld West und dem Beginn Hardweg ist ein Kreuzen von zwei Postautos nicht möglich. In diesem Abschnitt wird der gesamte Verkehr (ÖV, Velo, Landwirtschaft) durch eine Lichtsignalanlage gesteuert, welche durch Anmeldung eines heranfahrenden Busses eingeschaltet wird.

Diese direkte Verbindung wird vom Bus nur genutzt, wenn sich auf der Kantonsstrasse eine Verkehrsüberlastung abzeichnet. Privatautos sind dort nicht erlaubt. «Diese Verbindung ist nicht als Schleichweg gedacht», so Jucker.

«Ein Standortvorteil»
Die Investitionen für die Eigentrassierung belaufen sich voraussichtlich auf 4,3 Millionen Franken und werden vollumfänglich von der Roche und dem Agglomerationsprogramm des Bundes übernommen. «Wir müssen nichts bezahlen, bekommen aber eine bessere Infrastruktur. Eine direkte Verbindung von Rheinfelden in die grossen Arbeitsgebiete der Region ist ein Standortvorteil», so Jucker. Auch wenn das Projekt die Stadtkasse nicht belastet, müssen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über einen entsprechenden Verpflichtungskredit entscheiden. Das Gleiche gilt für die 800 000 Franken, die für eine ergänzende Fuss- und Radwegverbindung zwischen der S-Bahn-Haltestelle Augarten und dem Gebiet Weiherfeld West benötigt werden. Auch hier übernimmt die Roche die Kosten, wie der Stadtrat festhält.

Einen weiteren Kredit beantragt der Stadtrat der Versammlung für die Sanierung verschiedener Gemeindestrassen und Werkleitungen zwischen Augarten und Kloosfeld. Diese Arbeiten sollen im Zuge der Realisierung der Wärmezentrale Chloosfeld vorgenommen werden. Der entsprechende Kredit beläuft sich auf 4,048 Millionen Franken.


Stadt budgetiert Fehlbetrag

Das Budget 2023 der Einwohnergemeinde Rheinfelden basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 90 Prozent. Als Gesamtergebnis aus der Erfolgsrechnung ist ein Überschuss von 800 000 Franken vorgesehen. Der Stadtrat plant für das Jahr 2023 Nettoinvestitionen in der Höhe von neun Millionen Franken, was bei einer Selbstfinanzierung von 6,5 Millionen Franken einen Finanzierungsfehlbetrag von 2,5 Millionen Franken zur Folge hat. Die Einwohnergemeinde verfügt aktuell über ein Nettovermögen von 67,8 Millionen Franken. Bis ins Jahr 2027 soll dieses Vermögen wegen grosser Investitionen auf rund vier Millionen Franken schrumpfen, wie Stadtammann Franco Mazzi gestern ausführte. (vzu) 


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