Jede Impfdosis wird verwendet

Do, 18. Feb. 2021
Seit dem 15. Februar wird im Bahnhofsaal in Rheinfelden geimpft. Foto: Valentin Zumsteg

Der Impfbetrieb im Rheinfelder Bahnhofsaal ist gut angelaufen

Das Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) hat nach Rheinfelden in der Stadthalle in Laufenburg bereits ein zweites Impfzentrum vorbereitet. Dort kann man sich ab kommendem Montag gegen Covid 19 impfen lassen.

Susanne Hörth

Seit eineinhalb Wochen wird im Bahnhofsaal in Rheinfelden gegen Corona geimpft. Betrieben wird das Impfzentrum vom Gesundheitszentrum Fricktal (GZF). Es habe keine wesentlichen Anpassungen gebraucht. Die vorbereitete Infrastruktur und die vorbesprochenen Betriebsabläufe hätten sich gut bewährt, erklärt GZF-Mediensprecherin Miriam Crespo auf entsprechende Nachfrage. «Einzig die Heizung im Bahnhofsaal musste hochgefahren werden, damit die Mitarbeitenden, die den ganzen Tag dort arbeiten, nicht frieren.» Eine Anpassung noch vor Inbetriebnahme war trotzdem nötig: «Obwohl das Impfzentrum Rheinfelden mit zehn eingerichteten Impfkabinen ausgestattet ist, starteten wir in der ersten Woche aufgrund des nur reduziert verfügbaren Impfstoffes lediglich mit zwei Impfkabinen», erklärt hierzu Miriam Crespo. Zurzeit stehen wöchentlich gerade einmal 500 Impfdosen in Rheinfelden zur Verfügung. Ausgelegt ist das Impfzentrum bei aktueller Grösse auf maximal 4800 Impfungen pro Woche.

Nach über einer Woche Betrieb hätten sich die internen Abläufe bereits gut eingespielt, so die GZF-Mediensprecherin. Fragen und Abklärungen würden laufend zusammengetragen und an den Check-in-Schaltern deponiert. Damit werde ein guter Wissenstransfer für die nachfolgend dort eingesetzten Mitarbeitenden gewährleistet.» Eine oft gestellte Frage ist laut Crespo etwa: «Kann ich mich gegen Covid 19 impfen lassen, wenn ich mich gestern gegen FSME habe impfen lassen?» Man kann.

Jede Impfdosis wird verwendet
«Da der Impfstoff sehr knapp ist, ist es uns ein wichtiges Anliegen, keine Impfdosis zu verschwenden und alle am Tag verfügbaren Impfdosen auch zu verabreichen. Daher schauen wir natürlich auch, dass wir nicht zu viele Spritzen im Voraus aufziehen», geht Miriam Crespo auf die Fragen ein, was mit dem Impfstoff passiere, wenn Leute zum Impfen aufgeboten werden, den Termin aber nicht wahrnehmen oder wenn abends geöffnete Fläschchen noch Impfdosen bereithielten aber keine zu Impfenden mehr da sind. «Ist der Impfstoff in die Spritzen aufgezogen, so muss er innert sechs Stunden verabreicht werden.»

Selbst bei noch so guter Planung könne es vorkommen, dass am Abend für eine zu impfende Person ein Fläschchen geöffnet werden muss. Ein Flascheninhalt reicht für zehn Impfungen. Zur Verwendung dieser übrigbleibenden Impfdosen führt Miriam Crespo aus: «In diesen Fällen werden die Impfreste gemäss Vorgabe des Kantons noch am selben Abend im Impfzentrum den Mitarbeitenden des Gesundheitswesens verabreicht.»

Nicht bestätigen kann man beim GZF das Gerücht, dass Leute mit falschen Angaben in den Anmeldungen zum Impftermin erscheinen würden. «Die Menschen, die zur Impfung in unser Impfzentrum nach Rheinfelden kommen, haben in der Regel eine korrekte und vollständige Anmeldung. Dies wird beim ‹Check-in› auch gründlich durch unsere Mitarbeitenden geprüft.» Miriam Crespo fügt hier jedoch noch an: «Einzig bei den Risikopersonen unter 75 Jahren kam es vereinzelt vor, dass sie ihr ärztliches Attest nicht dabeihatten oder es ihnen nicht bewusst gewesen war, dass sie dieses vorgängig bei ihrem Hausarzt einholen müssen.» Crespo weiss aber auch, dass nach wir vor eine gewisse Unsicherheit bestehe, wer ein ärztliches Zeugnis vorweisen muss und wer nicht. Sie erklärt deshalb: «Menschen über 75 Jahre qualifizieren sich allein aufgrund ihres Alters für die Impfung und brauchen kein ärztliches Attest. Sie brauchen lediglich einen bestätigten Impftermin nach Anmeldung via Kanton oder Apotheke.» Menschen unter 75 Jahren seien aktuell nur zur Impfung zugelassen, wenn sie sich bei der Anmeldung/Registrierung als Risikoperson deklariert haben und ein ärztliches Attest bei der Impfung vorweisen können. «Dieses können sie bei ihrem Hausarzt anfordern. Auch Risikopersonen mit ärztlichem Attest müssen einen bestätigten Impftermin vorweisen nach Anmeldung via Kanton oder Apotheke.»

Das Gesundheitszentrum Fricktal hat in der Laufenburger Stadthalle ein zweites Impfzentrum vorbereitet. Es wird laut Miriam Crespo wie geplant am kommenden Montag, 22. Februar, in Betrieb genommen. Für Dienstag hat sich Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati zum Besuch im Laufenburger Impfzentrum angemeldet.

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