«Wir können nicht gleich wie vorher unterrichten»

Do, 07. Mai. 2020
Derzeit noch allein im Schulzimmer: «Nicht alles, was wir pädagogisch und methodisch als richtig und wichtig anschauen, wird möglich sein», erklärt Schulleiter Beat Petermann. Foto: Valentin Zumsteg

Am kommenden Montag nehmen die Volksschulen im Aargau wieder den Präsenzunterricht auf. Das stellt Schulleitungen, Lehrer und Schüler vor Herausforderungen.

Valentin Zumsteg

Am Montag geht es wieder los: Nach vielen Wochen des Fernunterrichtes kehren die Schülerinnen und Schüler zurück in die Schulhäuser. «Der Neustart wird für uns alle – Lehrpersonen und Schüler – eine Erleichterung, aber auch eine Herausforderung sein», erklärt Beat Petermann, Schulleiter und Bez-Lehrer an der Kreisschule Unteres Fricktal, beim Besuch der NFZ im fast leeren Schulhaus Engerfeld in Rheinfelden. Diese Woche laufen die Vorbereitungen, damit der Neubeginn reibungslos verläuft. «Der Unterricht findet zwar wieder gemäss Stundenplan statt – genau gleich unterrichten wie vorher werden wir aber nicht können», betont Petermann.

Kinder sollen Zeit bekommen
Während der vergangenen acht Wochen fiel der Präsenzunterricht aus. «Das ist eine lange Zeit. Es ist wichtig, dass die Kinder jetzt zuerst einmal ankommen dürfen und auch Zeit bekommen, sich zu äussern», erklärt Petermann. Während der ersten Woche gehe es vor allem darum, sich wieder an den Schulbetrieb zu gewöhnen. Danach soll der Normalbetrieb – so weit wie möglich – herrschen, damit die Zeit bis zu den Sommerferien gut genutzt werden kann. «Nicht alles, was wir pädagogisch und methodisch als richtig und wichtig anschauen, wird möglich sein. Auf die physische Nähe zu den Kindern müssen wir verzichten. Emotionale Nähe, Empathie und Verständnis werden dadurch umso wichtiger sein», erklärt der Schulleiter. Es soll in den kommenden Wochen keine Welle von Prüfungen geben. «Als Richtwert empfiehlt die Schulleitung maximal eine Probearbeit pro Fach bis zu den Sommerferien.»

Abstand zwischen Schüler und Lehrer
Die Lehrpersonen sollen beim Kontakt mit Schülerinnen und Schülern einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten. Ebenfalls müssen die Lehrpersonen untereinander die für Erwachsene geltende Abstandsregel berücksichtigen. Die Kinder und Jugendlichen können sich hingegen untereinander normal bewegen; sie müssen im Klassenzimmer keinen Abstand von zwei Metern einhalten. Dies hat das Bildungsdepartement des Kantons aufgrund der Empfehlungen des BAG in seinen Weisungen so festgehalten.

An den vier Eingängen zum Schulhaus werden Desinfektionsspender stehen, die alle benutzen sollen. In den Zimmern und auf den Toiletten gibt es Flüssigseifen und Papiertücher. Zudem ist das Hauswartspersonal angewiesen, Oberflächen, die berührt werden, regelmässig zu reinigen.

Lehrpersonen, die älter als 65 Jahre sind, können selber entscheiden, ob sie von Zuhause aus arbeiten oder in die Schule kommen wollen. Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören und über ein entsprechendes ärztliches Attest verfügen, können weiterhin Zuhause beschult werden, wenn dies gewünscht wird. «Wir bemühen uns immer, eine Lösung zu finden», so Petermann. Er geht davon aus, dass es sich dabei um Einzelfälle handeln wird.

Auch wenn der Fernunterricht in den vergangenen Wochen im Grossen und Ganzen gut funktioniert habe, ist für Petermann klar: «Bei aller Technik – ohne Lehrpersonen und ohne physischen Unterricht vor Ort gelingt Schule nicht.»

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