Zeugnis ablegen

| Sa, 30. Dez. 2017

Vor 800 Jahren findet der Name Mumpf erstmals Erwähnung. Die Museumkommission ist der Sache auf den Grund gegangen – und hat dabei noch tiefer gegraben. Entstanden ist eine Ausstellung zum Jubiläum.

Von Ronny Wittenwiler

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Mumpf datiert aus dem Jahr 1218. Jetzt, 800 Jahre später, tauchen sie wieder auf: All die Zeitzeugen in Bild und Schrift, die Mumpf zu dem werden liessen, was es heute ist.

Ausgegraben, um Geschichte zu erzählen
Rund ein Jahr lang begab sich die Mumpfer Museumskommission auf Spurensuche. Sie tat es mit dem Ziel, die eigene Heimat erlebbar zu machen. In einer Vitrine. Auf Leinwand. Mittels Fotografie. Aber auch ganz konkret zum Greifen nah. In aufwendiger Recherchearbeit und hartnäckig geführter Korrespondenz mit verschiedenen Museen und Archivaren ist nun eine Sonderausstellung entstanden. «Die alten Mumpfer kommen», lautet der Titel der Ausstellung mit Eröffnung am 1.1.2018 – pünktlich zum Jubeljahr. Gerhard Trottmann von der Museumskommission sagt: «Die Gegenstände und Objekte legen Zeugnis ab über den Werdegang unseres Dorfes.»

Dabei richten die Macher den Spot nicht bloss auf die letzten 800 Jahre seit der urkundlichen Ersterwähnung, sie öffnen dem Besucher selbst Tür und Tor in die Zeit der Römer und noch weiter zurück in die Steinzeit. Und bei genauer Betrachtung zeigt die Ausstellung noch viel mehr, nämlich all die  Träume und Visionen, die dann schliesslich doch nicht in die Mumpfer Geschichte eingegangen waren: Zu sehen sind Pläne und Dokumente für einen am Ende nie verwirklichten Rheinhafen, für ein nie realisiertes Kraftwerk oder für eine Brücke von Säckingen nach Mumpf, die nie geschlagen wurde.

Fundstücke
Trottmann, nicht zum ersten Mal begab er sich auf die Suche nach der Mumpfer Vergangenheit, sagt: «Viele Dinge, die zu verschiedenen Zeiten ‹ausgewandert› sind, gehören zur Geschichte von Mumpf. Man findet sie in Archiven von Bern über Freiburg im Breisgau bis Karlsruhe, in Museen zwischen Basel bis Zürich, in Mumpfer Kellern und Estrichen.» Vieles stamme dabei aus den Zeiten zwischen 1500 und 1900 und sei altersschwach und zerbrechlich geworden. «Doch die Archive und Museen haben alles unternommen, damit diese alten Mumpfer original oder auf spezielle Art wieder ins Dorf zurückfinden dürfen.» Und so lässt sich tatsächlich manches Fundstück erblicken beim Rundgang durch die Ausstellung. Sei es das auf Papier festgehaltene Recht des Pfarrers auf ein Speck- und Bohnenmahl oder ein Urteilsbrief von anno 1760, in dem Kaiserin Maria Theresia als letzte Instanz über einen Streit zweier Mumpfer Wirtsleute entscheidet.

Eintauchen
«Ich bin überzeugt, in den Archiven und Estrichen gibt es noch viel zu entdecken», sagt Trottmann, nachdem er mit seinen Kollegen von der Museumskommission die jüngste Spurensuche vollzogen hat und jetzt gemeinsam mit ihnen den Vorhang öffnet – für all die interessierten Besucher, die bereit sind, einzutauchen. In die Geschichte von Mumpf.


«Die alten Mumpfer kommen!» Die Jubiläumsausstellung in der Mehrzweckanlage öffnet erstmals am Montag, 1. Januar, 16-19 Uhr. Weitere Öffnungszeiten der Ausstellung mit Bistro: 2./3./6./7. Januar jeweils von 14-18 Uhr. Dienstag, 9. Januar, von 18-20 Uhr. Letzter Ausstellungstag ist Mittwoch, 10. Januar, 15-19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für Führungen ausserhalb dieser Zeiten: Telefon 062 873 22 02.

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