«An einigen Orten ist das Weihnachtsbier schon ausverkauft»

| Fr, 22. Dez. 2017

Seit 2009 produziert Feldschlösschen ein Winter- respektive Weihnachtsbier. Jahr für Jahr wird mehr davon gebraut. Gaby Gerber, Leiterin Kommunikation bei Feldschlösschen, erzählt, wie es zu diesem Spezialbier kam.

Von Valentin Zumsteg

NFZ: Frau Gerber, wie läuft das diesjährige Weihnachtsbier von Feldschlösschen?

Gaby Gerber: Das Weihnachtsbier kommt gut an bei den Bierkonsumenten. Wir sind bisher sehr zufrieden mit dem Verkauf. Müssen aber auch sagen, dass wir es zu diesem Zeitpunkt noch nicht final beurteilen können. Entscheidend ist, was in den Läden dann tatsächlich verkauft und in der Gastronomie konsumiert wird. Wir gehen aber sehr davon aus, dass wir den Absatz gegenüber Vorjahr wieder steigern können. Die ersten Zahlen zeigen das.

 

In den Vorjahren war es jeweils rasch ausverkauft. Kann das dieses Jahr auch wieder passieren oder wird mehr produziert?

Wir versuchen, der Nachfrage gerecht zu werden und haben dieses Jahr etwas mehr produziert. Wir möchten natürlich, dass das Weihnachtsbier bis Weihnachten verfügbar ist. Da es sich um eine limitierte Edition handelt, kann es aber zu vorzeitigem Ausverkauf kommen. Wir wissen, dass das in einigen Verkaufsstellen bereits geschehen ist.

 

Wird das Weihnachtsbier mehr in den Restaurants oder Zuhause getrunken?

Interessanterweise sind beide Kanäle gleich auf. Die Hälfte des Weihnachtsbieres geht in die Gastronomie, die andere Hälfte wird zu Hause konsumiert.

 

Wie kam Feldschlösschen eigentlich darauf, ein Weihnachtsbier zu brauen?

Es gibt zahlreiche Rezepte für Spezialbiere, die die Brauer jeweils zum Weihnachtsfest für ihre Familien und Freunde gebraut haben. Unsere Braumeister haben das immer wieder erwähnt. 2009 haben wir uns dann entschieden, ein Winterbier in einer kleinen Menge zu produzieren. Die Nachfrage war gross und ist Jahr für Jahr gestiegen. Und weil unser Feldschlösschen-Weihnachtsbier oft bei den Momenten dabei ist, bei denen man sich auf Weihnachten einstimmt, haben wir es umgetauft in Weihnachtsbier, so wie es auch ursprünglich in den Rezepten der Brauer gestanden hat.

 

Wie wichtig sind heute die Spezialbiere für Feldschlösschen?

Die Schweiz erlebt gerade einen Biertrend. Es hat sich in den letzten fünf Jahren enorm viel verändert. Bier ist hip geworden. Konsumenten sind interessiert am Brauhandwerk, wollen Informationen zu den Rohstoffen, kennen sich mit Bierstilen aus und sind offen für Varietät. Das heisst nicht, dass die Schweizerinnen und Schweizer deutlich mehr Bier konsumieren, aber sie trinken bewusster Bier. Ein Bier zu einem feinen Essen ist heute nicht mehr aussergewöhnlich. Und gerade das ist ein Konsummoment, bei dem die Spezialitätenbiere eine gute Wahl sind. Anteilsmässig sind die Spezialitäten noch deutlich hinter dem Lagerbier. Ich glaube fest an ein zukünftiges Wachstum in diesem Segment. Bierstile werden neu interpretiert und das bringt die gewünschte Abwechslung in die Bierkategorie.

 

In Rheinfelden wird das Weihnachtsbier von Feldschlösschen jeweils beim «Weihnachtsfunkeln» im Städtchen mit einem Auftritt des Sechsspänners präsentiert. Was bedeutet für Feldschlösschen dieser Anlass?

Ich glaube, es gibt einen passenden Spruch von Gotthelf: Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland. Rheinfelden ist das Zuhause von Feldschlösschen, hier sind unsere Wurzeln. Auch wenn wir national tätig sind, liegt uns Rheinfelden und die Rheinfelder Bevölkerung besonders am Herzen. Rheinfelden ist die Bierhauptstadt der Schweiz. An keinem anderen Ort wird mehr Bier gebraut und mit über 50 Brauern, Braumeistern und weiteren Bierfachleuten ist hier auch die geballte Fachkompetenz unseres Landes. Es ist wichtig, dass die Leute das wissen und stolz sein können auf das, was hier entsteht und in die ganze Schweiz verteilt wird. Man kennt in Rheinfelden auch die Brauereipferde recht gut. Aber als Sechsspänner sind die Pferde auch für Rheinfelderinnen und Rheinfelder nicht ein tägliches Bild. Und wir freuen uns, wenn wir herausgeputzt mit unserem Gespann ein Teil dieser besonderen Stimmung sein dürfen und die Nähe zur lokalen Bevölkerung haben.

 

Sie gehören ja zu den Gründerinnen des Anlasses. Wie kam es dazu?

Ich erinnere mich noch bestens an den Gründungsmoment. Mit der damaligen Leiterin des Stadtbüros haben wir uns über die Aktivitäten der Weihnachtszeit ausgetauscht und wollten spontan beim Anzünden der Weihnachtsbeleuchtung mit dem Sechsspänner dazu kommen. Im Vorstand des Gewerbevereins habe ich für den Anlass mobilisiert und die Fackeln organisiert. Und wenn ich heute am Weihnachtsfunkeln stehe und Bier ausschenke –  dieses Jahr habe ich sieben Fass ausgeschenkt –, kann ich es nicht fassen, wie gross der Ansturm für diese Weihnachtsaktivität geworden ist, die einst so klein und spontan angefangen hat.

Kommentare

Frau Gaby Gerber, wann kommt der Sechsspänner mal nach Thailand, so z. B. nach Pattaya? Das würde wohl ein Riesenansturm geben. Liebe Grüsse und alles Gute

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