Rheinfelden will seine Vorzüge besser vermarkten

| Do, 05. Okt. 2017

Die Altstadt von Rheinfelden soll belebt werden. An der Herbstversammlung der Vereinigung «Pro Altstadt» sind erste Vorschläge einer Arbeitsgruppe präsentiert worden. Bereits dieses Jahr wird ein Weihnachts-Magazin lanciert.

Von Valentin Zumsteg

Die Konsumgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger sind im Wandel. Einkaufstourismus und Online-Handel machen den Detaillisten zu schaffen. Das hat zur Folge, dass es für Fachgeschäfte immer schwieriger wird, über die Runden zu kommen. Schliesst ein Geschäft, dauert es häufig länger, bis das Ladenlokal wieder vermietet werden kann. Nichts tun ist keine Option – aus diesem Grund hat die Rheinfelder Detaillistenvereinigung «Pro Altstadt» im Frühjahr beschlossen, ein Altstadt-Entwicklungsprojekt mit dem Detailhandels-Fachmann Thomas Bretscher zu starten. Neben Detaillisten gehören auch Gastronomen, Immobilienfachleute, Tourismus-Vertreter sowie Stadtammann Franco Mazzi einer entsprechenden Arbeitsgruppe an. «Ich bin sehr erfreut, wie die Stimmung in der Gruppe ist. Es wird konstruktiv gearbeitet», erklärte Marco Veronesi, Präsident von «Pro Altstadt», an der Herbstversammlung vom Dienstagabend.

 

Das Städtchen als «Shop-Felden»

«Rheinfelden bietet unheimlich viel. Wir müssen diese Bühne, welche die Altstadt darstellt, gut nutzen», erklärte Thomas Bretscher. Wichtig sei, dass Rheinfelden Gastfreundschaft ausstrahle. «Das Ziel muss sein, dass sich die Besucher wohl fühlen und länger in Rheinfelden bleiben wollen. Wenn wir Frequenz verlieren, geht es allen nicht gut», sagte Bretscher. Er regte dazu an, die Rheinfelder Altstadt als ein einziges Shopping-Center zu betrachten, das gemeinsam entwickelt werden kann. «Wir müssen dieses Shop-Felden weiter dynamisieren», so Bretscher.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit mehreren Themen, die etwas Zeit in Anspruch nehmen. Als Beispiele nannte Bretscher ein Parkleitsystem, damit die Besucher schnell und unkompliziert Parkplätze finden. Bretscher sieht noch viel Potenzial. «Rheinfelden hat heute rund 80 000 Tagestouristen pro Jahr. In Stein am Rhein sind es 800 000.» Der Rhein sei ein Trumpf, den Rheinfelden noch stärker spielen könne. Hier regt er eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Basler Schifffahrtsgesellschaft an. «Wir müssen unser Einzugsgebiet vergrössern und unsere Vorzüge lauter vermarkten.»

 

Ein Hochglanz-Magazin

Die Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle. Und genau in diesem Bereich will «Pro Altstadt» sehr schnell ein Projekt umsetzen. Um das schöne Weihnachts-Städtchen Rheinfelden mit seinen vielen Aktivitäten und Angeboten besser bekannt zu machen, soll im November ein Hochglanz-Magazin lanciert werden. «Geplant ist eine Auflage von 40 000 Exemplaren, die in der Nordwestschweiz und im Badischen verteilt werden. Gleichzeitig wird es Werbespots auf Radio Basilisik geben», führte Walter Herzog, Verleger der Neuen Fricktaler Zeitung, aus. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 55 000 Franken. Um eine Grundfinanzierung zu erreichen, sind «fünf Freunde der Weihnachtsstadt am Rhein» gesucht worden, die das Projekt mit je 6000 Franken unterstützen. «Wir haben diese fünf Freunde beisammen. Mit weiteren sind wir im Gespräch», sagte Marco Veronesi. Der Rest soll über Inserate finanziert werden.

Die Idee eines Rheinfelder Hochglanzmagazins für die Weihnachtszeit kam bei der Versammlung sehr gut an. «Ich finde es gut, mutig und höchste Zeit. Vielleicht hätten wir so etwas schon vor 20 Jahren machen sollen», sagte Confiseur Ruedi Berner. «Ich kann nur gratulieren zu dieser Idee. Die Stadt macht dabei sehr gerne mit und ist auch einer der Freunde», erklärte Daniel Vulliamy, Leiter Standortmarketing Rheinfelden. Diese positiven Reaktionen bestärken den Vorstand von «Pro Altstadt» darin, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Kommentare

Was man seit 20 Jahren tun sollte wäre eine Anpassung der überteuerten Mietpreise für die Lokale. Die Flächen stehen lange leer aber keinem der Besitzer kommt darauf evtl. die Miete zu senken um den Standort attraktiver zu gestallten. Ausserdem hat sich Rheinfelden dank mieser Politik zu einer reinen Wohnstadt entwickelt in der nur noch wenige Bewohner Arbeit finden, darum wird eher "auf dem Weg" eingekauft anstatt "zuhause". Die Politiker, vor allem der hier genannte Mazzi, sollten sich Gedanken darüber machen warum ein Unternehmen wie z.Bspl. Interdiscount, der vor rund 20 Jahren Rheinfelden verliess, ein Dörfchen wie Frick als besseren Standort empfindet! Da hilft auch kein Hochglanzmagazin, genau solch dumme Ideen die eher aus einer Marketingabteilung als einer Stadtplanung stammen sind schuld an der Misere. Rheinfelden ist kein Produkt.

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