«Gebaut wird auch in Zukunft»

| Do, 17. Aug. 2017

Die Erne-Gruppe feiert «111 Jahre gemeinsam bauen». Erich und Rudolf Erne blicken im Gespräch auf die Firmengeschichte zurück und gehen auf die anstehenden Herausforderungen der Baubranche ein.

 

von Susanne Hörth

1906 hat Joseph Erne mit vier Garetten, fünf Pickeln, fünf Schaufeln und einem Locheisen das «Joseph Erne-Speiser Baugeschäft» in Laufenburg gegründet. Erich und Rudolf Erne schmunzeln, als sie von der Journalisten gebeten werden, spontan etwas aus dem heutigen Materialbestand der Firma zu nennen. «Werkhöfe, Krane, Bagger, Saugbagger und Roboter», so Erich Erne. Sein Bruder Rudolf fügt an: «Und natürlich die Produktionsstrassen.» Die kurze Aufzählung macht deutlich: Aus dem kleinen Einmann-Betrieb von damals ist heute – 111 Jahre später – eine grosse Bauunternehmung mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus geworden. Die Erne-Gruppe umfasst mehrere Unternehmungen in der Baubranche, verteilt auf verschiedene Standorte und beschäftigt 1000 Mitarbeitende.

 

Standortbekenntnis zu Laufenburg

Gleich geblieben wie zu den Gründungszeiten ist der Bezug zu Laufenburg, hier befindet sich nach wie vor der Hauptsitz des Unternehmens. Und gleich geblieben ist auch, dass die Firma in Besitz der Familie Erne ist. Mittlerweile ist bereits die vierte Generation am Zuge. 1971, als damals dritte Generation, sind Rudolf und Erich Erne in den Betrieb eingetreten. «Als erstes galt es, das Metier „Unternehmer“ vom Vater zu lernen. Wir sammelten Bauerfahrung und übernahmen mit der Zeit immer mehr Führungsverantwortung», so Erich Erne. Die beiden Brüder betonen zudem, übergeordnetes Ziel war und sei es noch immer, die Firma mit den Kadern und Mitarbeitenden weiter zu entwickeln. Damit auch erfolgreich in die Zukunft zu führen. Für den 111. Geburtstag wird aber kurz innegehalten, um am 26. August gemeinsam mit den Mitarbeitenden und der Bevölkerung ein grosses Fest zu feiern.

Den Hauptsitz woanders hin zu verlagern, ist kein Thema für die Firmeneigentümer. Sie halten hierzu fest: «Einerseits verfügen wir hier über viele Infrastrukturen und Baulandreserven. Andererseits rekrutieren wir viele unserer wichtigen Mitarbeiter und nicht zu vergessen unseren wichtigen Lehrlingsnachwuchs im Einzugsgebiet eines 20-Kilometer-Radius.»

Auf die Bauentwicklung der nächsten fünf bis zehn Jahre im Fricktal aber auch auf die gesamte Nordwestschweiz angesprochen, sind die Brüder Erne überzeugt, dass das Bauen weitergeht. «Für einen Unternehmer gehören jedoch Veränderungen, das Auf und Ab zum Alltag. Das Fricktal hat im Kanton Aargau noch die grössten, unüberbauten Landreserven. Zudem gehören die in der Nordwestschweiz ansässigen und erfolgreichen Pharma- und Chemie-Firmen zur dynamischsten und erfolgreichsten Industriebranche», betont Erich Erne.

Es ist den Firmenverantwortlichen wichtig, die gute familiäre Firmenkultur und das Vertrauen der Auftraggeber beizubehalten. «Und das in einem immer komplexeren Umfeld», so Rudolf Erne. Sein Bruder ergänzt: «Es gilt mittel- und langfristig zu denken und entsprechend zu handeln. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber für leidenschaftliche Bauleute bleiben.»

 

Die Erne Gruppe feiert ihr 111-Jahre-Jubiläum mit einem Fest am 26. August vor allem für die Mitarbeiter. Ein solcher, wenn auch ehemaliger Mitarbeiter ist Karl Müller aus Kaisten. Er erinnert sich gerne an seine «Erne«-Zeit. Der 100-jährige, rüstige Senior hat bis zu seiner Pensionierung 35 Jahren bei der Firma gearbeitet. Im Interview gehen die Brüder Erich und Rudolf auf Mitarbeiter-Treue aber auch auf Meilensteine in der Firmengeschichte ein.

Gibt es viele Frauen und Männer, die eine lange Treue zum Unternehmen beweisen?

Erich Erne: «Unsere engagierten Mitarbeiter können sich in unserem Betrieb gemäss ihren Talenten und persönlichen Zielen weiter entwickeln. Deshalb haben wir überdurchschnittlich viele langjährige Arbeitsverhältnisse, die dem Betrieb die notwendige Stabilität geben und die Kultur prägen.

 

Stabilität für jeden Mitarbeiter ist auch die Sicherheit, dass «seine» Firma keine Fusionsabsichten hat. Wie sieht das bei der Erne-Gruppe aus?

Erich Erne: Unsere Bauunternehmung kann mit ihrer Grösse und dem umfassenden Know-how weiterhin gut selbstständig agieren.

Rudolf Erne: Die Zusammenarbeit bei einzelnen Aufträgen mit anderen Unternehmen ist denkbar. Vor allem auch mit Spezialisten. Es gibt aber keinen Grund zu fusionieren.

 

Selbstständig sein und selbstständig bleiben zeugt auch von weisen Entscheidungen in der Vergangenheit. Was sind in den 111 Jahre Firmengeschichte die wichtigsten Meilensteine?

Erich Erne: Die Entstehung von einer Einzelfirma in eine Firmengruppe mit über 10 Firmen. Sicher aber auch die geografische Ausweitung. Nicht zu vergessen sind aber auch die vielen kleineren Meilensteine im Alltagsbusiness. Dazu gehören auch immer einzelne Bauten.

Rudolf Erne: Meilensteine sind ja immer Schritte im Unternehmen, die etwas Neues, Nachhaltiges bewirkt haben. Bei Familienunternehmungen kommen ja auch die Generationenwechsel dazu.

 

Apropos Generationenwechsel, wie sieht es da aus?

Erich Erne: Früher waren wir beide hauptsächlich operativ tätig. Diese Aufgaben haben wir zwischenzeitlich mit tüchtigen Leuten besetzt. Die machen das sehr gut. Wir sind heute vorwiegend noch im Verwaltungsrat tätig. Und ziehen uns nach und nach etwas zurück.

Rudolf Erne: Wir haben mit der nächsten Generation abgesprochen, dass wir eine Familienunternehmung bleiben werden. Die vierte Generation engagiert sich bereits auch im Verwaltungsrat und hat im Unternehmen Führungsfunktion übernommen.

 

Wie sieht die Erne-Gruppe beim 125-Jahre-Jubiläum aus?

Rudolf Erne: Ein modernes, schlagkräftiges Unternehmen, das einen treuen Kundenstamm hat und ein wichtiger Player im Baumarkt ist. Ähnlich wie heute.

Erich Erne: Wir verfügen eine Mannschaft, das die heutige Firmenkultur weiterlebt und Kaderleute, welche die Mitarbeitende als grösstes Gut weiterfördern.

 

Worauf freuen Sie sich beim 111-Jahre-Jubiläumsfest?

Erich Erne: Viele gute Begegnungen, ein gemütliches Fest mit viel Spass bei schönem Wetter. Eine Feier mit der Öffentlichkeit. Wir wollen mit dem Fest auch zeigen: wir sind vom Fricktal, fühlen uns hier wohl und wollen auch etwas zurückgeben.

Rudolf Erne: Alleine kann man nicht gut festen. Deshalb freuen wir uns auf viele Besucher.

 

ERNE Festival Programm am 26. August

13.30: Festivalgelände offen: Attraktionen & Streetfoodmeile

14.30/15.20: Kinderkonzert Hilfssheriff Tom

16.45: Konzert Ira May and The Seasons

18.30: Konzert Baschi

20.30: Festival-Ende

 

 

 

 

 

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