Kyburz und die Kontaktlinse

  06.07.2017 Aargau, Unteres Fricktal, Sport, Möhlin

Von Ronny Wittenwiler

Der vergangene Dienstag wird nicht als besonders glänzender in die Historie des Schweizer OL-Sports eingehen. Im Gegenteil: Erstmals seit sechs Jahren gab es keine WM-Medaille im Rennen über die Langdistanz. Damit geht auch der Fricktaler Spitzenathlet Matthias Kyburz leer aus. Er hatte zu den Mitfavoriten gegolten, WM-Gold in dieser Disziplin fehlt ihm noch, doch es kam anders. Wer am Dienstagnachmittag den Live-Ticker auf der Webseite von «swiss orienteering» verfolgte, der musste plötzlich konsterniert zur Kenntnis nehmen: «Matthias Kyburz hat die Langdistanz aufgegeben.»

Ohne Linse

«Die Enttäuschung ist gross und das Erlebnis nagt an mir», sollte Kyburz wenig später vor Ort zu Protokoll geben (NZZ) und geschehen war das: Kyburz, auf Medaillenkurs nach einem Drittel des Rennens, verlor wegen eines Astes die Kontaktlinse des rechten Auges, setzte umgehend eine eigens mitgetragene Ersatzlinse ein, die praktisch mit dem ersten Blinzeln des Auges zu Boden fiel. Das war’s. Zu diesem Zeitpunkt lag Kyburz auf Rang drei. Doch er musste das Rennen aufgeben. «Da Kyburz in mittlerem Mass kurzsichtig ist, konnte er die Karte noch immer gut lesen, an schnelles Laufen im rauen Gelände war hingegen nicht mehr zu denken», so nochmals die NZZ.

Verpasste Kyburz am Samstag im Sprint die Bronzemedaille um lediglich eine halbe Sekunde, so war ihm also auch bei seinem zweiten Rennen an diesen Weltmeisterschaften kein Glück beschieden. Doch schon am Donnerstag (6.7.) geht es weiter. Mit der Mitteldistanz. Der amtierende Weltmeister dort ist ein Fricktaler. Er heisst: Matthias Kyburz.


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