Wenn Kinder und Jugendliche durch die Luft wirbeln
05.05.2026 Sport, Möhlin320 Turnerinnen messen sich in Möhlin – zwischen spielerischem Einstieg und Spitzensport
Bei den Aargauer Meisterschaften der Mädchen und jungen Frauen traten am Wochenende in Möhlin Kunstturnerinnen in zehn verschiedenen Kategorien an.
Yasmin Malard
...320 Turnerinnen messen sich in Möhlin – zwischen spielerischem Einstieg und Spitzensport
Bei den Aargauer Meisterschaften der Mädchen und jungen Frauen traten am Wochenende in Möhlin Kunstturnerinnen in zehn verschiedenen Kategorien an.
Yasmin Malard
Alle drei Jahre organisiert der Verein Kunstturnerinnen Fricktal die Aargauer Meisterschaften der Mädchen und jungen Frauen. Da es im Kanton drei Organisations-Vereine gibt, ergibt sich dieser dreijährliche Turnus. Teilnehmen konnten Vereine aus der ganzen Schweiz. «Lugano ist eigentlich immer dabei», sagte Vereinspräsidentin Sandra Manz schmunzelnd.
Der organisatorische Aufwand für den Anlass ist beträchtlich. Rund 70 Helferinnen und Helfer – grösstenteils Eltern – standen im Einsatz, da der Verein selbst nur wenige Mitglieder zählt. Insgesamt gingen etwa 320 Turnerinnen an den Start, etwas weniger als im Vorjahr, wo es noch fast 400 waren. Ein Grund dafür liegt laut Manz darin, dass der Wettkampf neu nicht mehr als Qualifikation für den nationalen Wettbewerb im Juni zählt. Für die Aargauerinnen bleibt er qualifikationsrelevant, während er für auswärtige Teilnehmerinnen vor allem Wettkampfpraxis bietet.
Früher Einstieg
Sandra Manz erklärt, wie der Einstieg ins Kunstturnen schon oft im Vorschulalter geschieht. Idealerweise würden Kinder im Alter von vier Jahren beginnen, zunächst aber noch sehr spielerisch. Bereits mit fünf dürfen sie erste Wettkampferfahrungen sammeln. Mit zunehmendem Alter steigt die Trainingsintensität: Drei- bis fünfmal Training pro Woche sind üblich, im Leistungszentrum bis zu achtmal. Ungefähr im Alter von vierzehn Jahren entscheidet sich, wer es zur Spitzensportlerin schafft. Viele von den Vereinsturnerinnen hören dann schon auf. Wer den Sprung in den Spitzensport schafft, turnt in der Regel etwas länger – häufig endet die Karriere aber auch hier schon Mitte zwanzig.
Mit humanem Training zum Sieg
Gerade wegen dieser frühen Spezialisierung ist Trainerin Bettina Zaugg ein humaner Umgang mit den jungen Athletinnen wichtig. In ihren über 30 Jahren Erfahrung habe sich vieles verändert: «Früher war es eher ein Hobby, heute stehe ich fast täglich in der Halle», sagt sie. Neben ihrer Tätigkeit im regionalen Leistungszentrum legt sie grossen Wert darauf, die Motivation der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. «Damit erreicht man langfristig mehr Leistung als mit der Peitsche.»
Während in den ersten drei Kategorien alles Zürcherinnen die Podestplätze belegten, konnten Simona Frei in der Kategorie P6 Junioren und Lorina Seiler im P5 Amateur den Sieg für den Aargau holen. Geturnt wird bei allen Wettkämpfen an den klassischen Geräten mit festgelegten Pf lichtelementen, die durch individuelle Choreografien ergänzt werden. Während einige Turnerinnen ihre Nervosität kaum verbergen konnten, blieben andere gelassen. «Es geht», sagte etwa die P2-Turnerin Noelia auf die Frage nach ihrer Aufregung. Für die zehnjährige Luna hingegen gehört gerade die Spannung zum Reiz. Sie gehört zu denen, die schon mit vier Jahren auf der Matte standen und schätzt besonders Sprung, Tempo und die ständige Bewegung am Kunstturnen.
Glitzer, Saltos und Ausdauer
Auch abseits der Wettkampffläche zeigte sich die Begeisterung für den Sport: In den Gängen schlugen Mädchen Räder, übten Saltos oder machten sich für die Auftritte hübsch. Glitzernde Wettkampfanzüge, sorgfältig gestylte Frisuren und geschminkte Gesichter scheinen genauso zum Kunstturnen dazuzugehören wie Disziplin und Ausdauer. Ein Heimauftritt, der sowohl den Nachwuchs als auch das Publikum begeisterte.
Für alle Interessierten:
Schnuppertraining, 3. Juni, 13.30 Uhr, in Stein


