Fricktal: viele Fahrzeugaufbrüche, viele Einbrüche

  02.04.2026 Brennpunkt, Fricktal

Die Regionalpolizei unteres Fricktal hat eine turbulente Zeit hinter sich. Ohne die Hilfe der Kolleginnen und Kollegen aus dem oberen Fricktal gäbe es die Repol unteres Fricktal als eigenständige Organisation nicht mehr.

Valentin Zumsteg

Im unteren Fricktal war im vergangenen Jahr aus polizeilicher Sicht viel los. «Was die lokale Sicherheit betrifft, verursachten einige Jugendliche in Möhlin einen überproportionalen Aufwand. Nach entsprechender Unterbringung hat sich die Lage weitgehend beruhigt», erklärte Hansueli Loosli, Leiter der Regionalpolizei unteres Fricktal, gestern Mittwoch anlässlich einer Medienorientierung.

Das Fricktal ist erheblich betroffen
Fahrzeugaufbrüche und Diebstähle aus Fahrzeugen haben sich im Aargau seit dem Jahr 2019 verachtfacht. Eine Zunahme ist auch im Bereich der Einbruchdiebstähle feststellbar. Das Fricktal war im Jahr 2025 davon erheblich betroffen, so Loosli. «Besonders die Gruppierung von Asylbewerbern aus Nordafrika ist diesbezüglich sehr aktiv. Diese Personen verschieben sich mehrheitlich mit der Eisenbahn. Daher sind die Gemeinden mit Bahnanschluss überproportional betroffen», heisst es dazu im Geschäftsbericht. In Kaiseraugst gingen häufig Meldungen wegen Unfugs durch Jugendliche ein (Schneebälle auf fahrende Autos, Zünden von Böllern, Nachtruhestörungen). «Der Durchgangsplatz für Fahrende erforderte polizeiliche Interventionen, weil sich die Klienten mit Regeln schlecht anfreunden können. Entsprechende Massnahmen sind in die Wege geleitet worden», heisst es weiter. Die Gemeinde Stein werde relativ häufig von Einbrechern heimgesucht. Die günstige Verkehrslage durch einen Bahnhof und zwei Grenzübergänge scheint die Attraktivität für diese Klientel zu begünstigen.

Eine schwierige Zeit
Personell ist die Regionalpolizei unteres Fricktal wieder besser aufgestellt, nachdem es 2024 und 2025 einen massiven Unterbestand gab. «Wir haben turbulente Zeiten hinter uns», sagte Joël Lässer, der im Rheinfelder Stadtrat für die Polizei zuständig ist. Auch Hansueli Loosli sprach von einer schwierigen Zeit. «Die Diskussionen im Zusammenhang mit der Abschaffung der dualen Polizeiorganisation zu Gunsten einer Einheitspolizei und Unstimmigkeiten im Team führten im Jahr 2024 zu einer Kündigungswelle.» Die grossartige Unterstützung durch die Polizei oberes Fricktal habe in diesem Umfang nicht erwartet werden können. «Ohne deren Unterstützung gäbe es die Repol unteres Fricktal als eigenständige Organisation nicht mehr», betonte Loosli. Die gute Zusammenarbeit werde weitergeführt.

In den letzten zwölf Monaten konnten zehn neue Polizistinnen und Polizisten eingestellt werden, das Korps ist damit fast komplett erneuert worden. Aktuell zählt die Repol unteres Fricktal rund 13 Vollzeit-Stellen, wie Loosli ausführte. Der Soll-Bestand ist damit wieder erreicht. «Aber der Soll-Bestand ist im Vergleich mit anderen Regionalpolizeien knapp bemessen», erklärte Joël Lässer. Eine Aufstockung ist aus seiner Sicht angezeigt, dies werde mit den Mitgliedsgemeinden besprochen.

Die für das Jahr 2025 ausgewiesene Polizeipräsenz betrug 11 218 Stunden, davon wurden wegen des Personalmangels 2177 Stunden durch die Polizei oberes Fricktal geleistet. Die Polizei (Kantons- und Regionalpolizei) wurde 2025 im unteren Fricktal 3978 Mal aufgeboten, im Jahr zuvor waren es 3742 Mal.

Insgesamt hat die Regionalpolizei im vergangenen Jahr Ordnungsbussen in der Höhe von 402 470 Franken und Geschwindigkeitsbussen von 991 060 Franken erfasst. Die Bussen helfen, die Kosten für die Polizei zu senken. Bei einem Aufwand von 3,357 Millionen Franken und einem Ertrag von 1,512 Millionen Franken bleiben 1,845 Millionen Franken an Kosten (Vorjahr: 1,627 Millionen Franken), welche die 15 beteiligten Gemeinden übernehmen müssen.


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