Nach 720 Kilometern, verteilt auf 3 Etappen, ist der ehemalige Aargauer Sportdirektor Alex Hürzeler am Samstag daheim in Oeschgen empfangen worden. Mit dabei: die Olympia-Medaillengewinnerinnen Chiara Leone, Nora Meister und Ilaria Olgiati.
Simone Rufli
Als Alex Hürzeler in ...
Nach 720 Kilometern, verteilt auf 3 Etappen, ist der ehemalige Aargauer Sportdirektor Alex Hürzeler am Samstag daheim in Oeschgen empfangen worden. Mit dabei: die Olympia-Medaillengewinnerinnen Chiara Leone, Nora Meister und Ilaria Olgiati.
Simone Rufli
Als Alex Hürzeler in Begleitung von Olympiasiegerin Chiara Leone beim Schulhausplatz in Oeschgen eintrifft, beginnt die Dorfmusik zu spielen und es wird applaudiert. Die Wanderung ist zu Ende, das Versprechen ist eingelöst, das Fest für den Heimkehrer beginnt. Wäre die Deutsche Punkrock-Band «Die Toten Hosen» beim Empfang dabei, sie würde «Hier kommt Alex» anstimmen. Hürzelers Faustball-Kollegen bewirten die Gäste, die Olympia-Medaillen von Chiara Leone, Nora Meister (Lenzburg; Silber im Schwimmen, 400 m Freistil) und Ilaria Olgiati (Hottwil; Bronze im Rollstuhl-Badminton) werden begutachtet, Fotos gemacht, Interviews und Autogramme gegeben. Oeschgen feiert seinen Heimkehrer und die Sportlerinnen.
Acht Stunden zuvor ist Alex Hürzeler in Begleitung von acht Mitwandernden in Rheinfelden zum letzten Teilstück aufgebrochen; mit dabei, der Grossratspräsident des Jahres 2002, Peter Müller aus Magden, Jahrgang 1937. In Stein besteigen die einen den Zug, andere setzen ein, darunter Olympiasiegerin Chiara Leone und Katrin Brupbacher, Rektorin der Kanti Stein, eine Walking-Gruppe, Schützinnen und Schützen. Über Münchwilen und Eiken geht es bei 30 Grad dem Ziel entgegen. Ein Foto beim Grenzstein, dann wenig später, beim Friedhof in Oeschgen, kann der Wanderer Ehefrau und Enkelkinder in die Arme schliessen.
Allein auf weiter Flur
Die erste Etappe von Paris nach Troyes absolvierte Alex Hürzeler im Mai 2025. Damals legte er in neun Tagen 233 Kilometer zurück. Die zweite Etappe, 263 Kilometer lang, nahm er im September 2025 unter die Füsse. Sie führte ihn in zehn Tagen von Troyes nach Vesoul. Blieben für die Schlussetappe mit Start am 15. Mai noch 215 Kilometer. Was nimmt er als Erinnerung mit? «Die weite Landschaft mit den tagsüber leeren Dörfern, in die die Bewohner nur zum Schlafen heimkommen, aber für Schule und Arbeit in die Städte fahren. Die vielen geschlossenen Läden und Kirchen, die bellenden Hofhunde, denen ich versucht habe auszuweichen und das Gefühl von Entschleunigung fernab von Alltag und Agenda.»
Um auf Nummer sicher zu gehen, habe er die Unterkunft jeweils zwei, drei Tage im Voraus gebucht und die Verpflegung stets bei sich getragen. Berge habe er gemieden, nur einmal sei er etwas vom Weg abgekommen. «Ich bin bewusst allein gewandert. Hätte ich auch noch für Mitwandernde Organisation und Verantwortung übernehmen müssen, wäre es mir zu anstrengend geworden. So konnte ich einfach laufen.»
Gewettet und verloren
Dass er von Paris nach Oeschgen laufen musste, hatte sich Alex Hürzeler selber zuzuschreiben. Am 19. Oktober 2023, am Sport Forum Aargau im Tägi Wettingen, hatte er sich zur Bemerkung hinreissen lassen, dass er bei einem Aargauer Medaillengewinn an den Olympischen Sommerspielen oder Paralympics 2024 von Paris nach Hause wandern werde. Was er damals für recht unwahrscheinlich hielt, endete mit einem kompletten Aargauer Medaillensatz.
Ist die nächste Wanderung schon geplant Herr Hürzeler? Er lacht, schüttelt den Kopf. «Es ging wirklich nur ums Einlösen des Versprechens. Ich mache lieber hier in der Gegend Spaziergänge mit meiner Frau.»