Nach einer ersten Legislatur, basierend noch auf dem Zielbild, erarbeitet im Rahmen der Fusionsabklärungen, gab der Gemeinderat eine
Verwaltungsanalyse in Auftrag. Über das Ergebnis informierte Böztal am Gemeindeseminar in Frick.
Simone Rufli
80 Seiten ...
Nach einer ersten Legislatur, basierend noch auf dem Zielbild, erarbeitet im Rahmen der Fusionsabklärungen, gab der Gemeinderat eine
Verwaltungsanalyse in Auftrag. Über das Ergebnis informierte Böztal am Gemeindeseminar in Frick.
Simone Rufli
80 Seiten umfasst der Bericht zur Verwaltungsanalyse der Gemeinde Böztal. Teil eins besteht aus Feststellungen, Teil zwei beinhaltet 43 Handlungsempfehlungen unterschiedlicher Prioritätsstufen. Der Bericht wurde allen Mitarbeitenden der Gemeinde präsentiert. In einem nächsten Schritt zog sich der Gemeinderat mit der Verwaltungsleitung zu einer halbtägigen Klausur auf Schloss Habsburg zurück. Das Ziel: die Priorisierung der Handlungsempfehlungen.
«Für das Jahr 2026 haben wir drei Massnahmen priorisiert», so Gemeindeammann Robert Schmid. «Die Klärung von Aufbauorganisation und Kommunikation, die Weiterentwicklung des Gemeinderats als Team sowie die Weiterentwicklung des Budget-Prozesses.» Konkret wird es ab dem 20. Februar, dann erfolgt der Start mit einem Workshop zum Thema: «Wahl des Führungsmodells und Weiterentwicklung des Gemeinderats als Team», so Robert Schmid.
Für Robert Schmid – zuerst Gemeinderat, dann als Gemeindeammann von Bözen in die Fusionsabklärungen involviert und seit 2022 Gemeindeammann der Fusionsgemeinde – hat gerade die vierte Legislatur begonnen. Ziel der Verwaltungsanalyse sei es gewesen, das Zielbild aus der Fusion zu überprüfen. «Stimmen unsere Strukturen und wenn Nein, was müssen wir ändern?» Nachdem die Analyse abgeschlossen sei, gehe es jetzt darum, die Handlungsempfehlungen umzusetzen.
Entlastung ausgeblieben
Für Gemeindeschreiberin Claudia Balz – sie teilt sich die Verwaltungsleitung mit Markus Schlatter – geht es vor allem um das Zusammenführen von bisher drei unterschiedlichen Verwaltungsstrukturen und Abläufen. Zu den Auswirkungen der Fusion auf die Verwaltungstätigkeit meinte sie: «Die Wege sind kürzer und persönlicher geworden, die erwartete Arbeitsentlastung aber blieb aus.
Wir haben schnell gemerkt, dass die durch die Fusion erhoffte und vor acht Jahren im Zielbild formulierte Einsparung von 250 bis 300 Stellenprozent nicht realistisch ist.» Diese Erkenntnis sei ein zentraler Punkt gewesen, weshalb sich Böztal eine externe Sicht und Optimierungsempfehlungen gewünscht habe. «Wir wollten aber auch die Gründe für diese Entwicklung kennen, um sie gegenüber der Bevölkerung vertreten zu können», so Claudia Balz.
Alle einbezogen
Wichtig für den Erfolg dieser Verwaltungsanalyse, so Loredana Goldenberger, Leiterin Gemeindeberatung und Mitglied der Geschäftsleitung der mit der Verwaltungsanalyse beauftragten AWB Comunova AG, sei die Art und Weise, wie Böztal vorgegangen sei. «Die Analyse erfolgte mit Wertschätzung und unter Einbezug kultureller Aspekte und Abläufe sämtlicher Mitarbeitenden. Von der Reinigungskraft im Stundenlohn bis zum Gemeindeammann wurden alle Mitarbeitenden einbezogen und wir haben mit jeder einzelnen Person ein individuelles Gespräch geführt.»
Für Claudia Balz und Robert Schmid eine nicht ganz billige, aber sehr lohnende Investition: «Das gegenseitige Vertrauen wurde gestärkt, Teamgeist und Motivation wurden gefördert.»