«Müesstisch halt vo Möhli sii»
21.11.2023 Möhlin, MusikAndrew Bond komponierte zum 50. Geburtstag der Musikschule Möhlin einen Song
Möhlin feierte am letzten Samstag das 50-Jahr-Jubiläum seiner Musikschule. Über hundertfünfzig Schülerinnen und Schüler gaben in der Mehrzweckhalle zusammen mit ihren Lehrern ...
Andrew Bond komponierte zum 50. Geburtstag der Musikschule Möhlin einen Song
Möhlin feierte am letzten Samstag das 50-Jahr-Jubiläum seiner Musikschule. Über hundertfünfzig Schülerinnen und Schüler gaben in der Mehrzweckhalle zusammen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen ein Monsterkonzert. Höhepunkt war der Auftritt von Andrew Bond, bei den Kindern bekannt durch seinen Hit «Zimetschtern han i gern».
Edi Strub
Es war eine Liebeserklärung an die örtliche Musikschule. «Das grösste Talent hat der, der das Talent anderer sieht», sagte Andrew Bond zu Beginn seines Auftritts. Das ist genau das, was die Möhliner Musiklehrer Tag für Tag tun, wenn sie Unterricht geben: Motivieren und Begabungen freilegen, die Kinder zum unbefangenen Singen bringen oder zum Spielen eines vielleicht am Anfang schwierigen Instruments. Das macht zum Beispiel der Gitarrenlehrer Yiannis Papayiannis mit den beiden Söhnen der Familie Cicek – Arda und Aras. Beide gehen bei ihm in den Unterricht und beide sind begeisterte Jungmusiker. Nie müsse sie Arda und Aras zum Üben mahnen, sagt ihre Mutter. Sie machten das von selbst. Ausser Gitarre spielten sie ausserdem noch Saxofon beziehungsweise Klarinette. Ein reichbefrachtetes Wochenprogramm also, das ihnen aber grossen Spass bereite, vor allem wenn sie auch noch in einem Orchester mitwirken dürfen, wie an der Jubiläumsfeier am Samstag.
Über 20 Lehrer
Insgesamt 377 Schüler hat die Musikschule gegenwärtig, erklärte die Leiterin der Schule, Diana Bauchinger. Zum grössten Teil werden die Schüler einzeln unterrichtet, während 25 oder 40 Minuten. Dafür stehen über zwanzig Lehrer zur Verfügung, die alle einen Master in Pädagogik und Instrumentalspiel gemacht haben. Gegenüber früher ist das ein Riesenfortschritt. Vor fünfzig Jahren, vor der Gründung der Musikschule, unterrichten oft Amateure aus den Musikgesellschaften. Ihr Können war meist begrenzt, weil sie das Spielen auch nur von Laien erlernt hatten. Entsprechend rau und unrein tönte es oft, wenn die Blasmusiken den General-Guisan- oder Zof inger-Marsch anstimmten. Dank den Musikschulen, die es heute in praktisch allen grösseren Gemeinden gibt, ist das Niveau des dörflichen Musizierens enorm gestiegen. Viele Blasmusiken spielen heute nicht mehr nur Marschmusik, sondern wie amerikanische oder britische Big-Bands auch andere Kompositionen zum Beispiel aus Filmen. Fast in allen dieser Musikvereine hat es auch ein paar Fortgeschrittene, die selbst anspruchsvolle Soloparts übernehmen können.
Auch Gemeindeammann Fäs hat früher Musik gemacht
Der Möhliner Gemeindeammann Markus Fäs war begeistert von der Jubiläumsfeier. Andrew Bond, der eigens für die Jubiläumsfeier das «Möhlin-Lied» komponierte, habe es beim Abschluss des Festes meisterhaft verstanden, bei den Kindern Begeisterung zu wecken. Alle hätten mitgesungen und mitgeklatscht. Das motiviere und zeige, dass Musik und die Musikschule im Dorf eine wichtige Rolle spiele. Auch er habe früher Musik gemacht, sagte Fäs. Zuerst auf der Geige, dann später am Bass in einer Band. Dafür habe er als Gemeindeammann nun leider keine Zeit mehr. Aber er habe sich in den zuständigen Gremien immer sehr für die Musikschule eingesetzt. Das sei ihm eine Herzensangelegenheit. Eine Musikschule koste natürlich, aber sie sei ihr Geld wert. Da komme sehr viel zurück.
Die meisten Lehrpersonen haben nur eher kleine Pensen und sind daher oft darauf angewiesen, in mehreren Gemeinden arbeiten zu können. Vor allem, wenn sie ein Instrument unterrichten, wo es nur wenige Schüler hat. Ihr Leben ist dadurch nicht ganz einfach. Einige ergänzen ihre Arbeit an den Musikschulen mit Spiel in Orchestern und Bands. Oder umgekehrt: sie bessern ihre oft unregelmässigen Engagements in Orchestern, Ensembles und Bands mit einer Anzahl Unterrichtsstunden auf. «Wir finden es wichtig, dass unsere Lehrer auch ausserhalb der Schule als Musiker tätig sind. Das inspiriert und verschafft ihnen Übung im Zusammenspiel und Auftritt. Davon profitierten dann auch die Kinder und Jugendlichen, die zu ihnen in den Unterricht gehen», sagt Musikschulleiterin Diana Bauchinger.




