Was das Eidgenössische daheim mit den Wasserfahrern gemacht hat
Die Schiffe sind trocken und das Eidgenössische Weidlings-Wettfahren in Möhlin und Rheinfelden liegt drei Monate zurück. Was bleibt?
Ronny Wittenwiler
«Ich werde mittlerweile in Kreisen auf das ...
Was das Eidgenössische daheim mit den Wasserfahrern gemacht hat
Die Schiffe sind trocken und das Eidgenössische Weidlings-Wettfahren in Möhlin und Rheinfelden liegt drei Monate zurück. Was bleibt?
Ronny Wittenwiler
«Ich werde mittlerweile in Kreisen auf das Wasserfahren angesprochen, in denen das früher eigentlich nie ein Thema war.» Mit diesem Satz von Christian Herzog bekommt man eine leise Ahnung davon, dass es mit den Wasserfahrern noch lange nicht bachab geht. Das sieht auch Pascal Sacher so: «Vor wenigen Wochen hat sich Bremgarten bereit erklärt, im Jahr 2029 das nächste Eidgenössische Weidlings-Wettfahren durchzuführen.» Und im Jahr 2032 steht der Limmat-Club Zürich als Veranstalter bereit. Das Eidgenössische Weidlings-Wettfahren (EWW), das nach der Premiere 2023 in Basel nun also in Rheinfelden und Möhlin zum zweiten Mal durchgeführt worden war: Es war mehr als bloss ein kleiner Aufsteller. Und es ist das Verdienst, man darf das so sagen, des Wasserfahrvereins Ryburg-Möhlin und des Rhein-Clubs Rheinfelden. Die beiden Vereine haben als Organisatoren dem Wasserfahren eine nationale Bühne gegeben.
Das EWW hallt nach
Christian Herzog gehörte als OK-Präsident zu den prägenden Figuren des Eidgenössischen daheim; genauso Pascal Sacher, auch er im Organisationskomitee. Beide – Herzog beim Rhein-Club Rheinfelden, Sacher beim Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin – amten zudem jeweils als Vereinspräsidenten. Fast drei Monate später, die Saison vorbei, die Schiffe ausgewassert und geputzt, ist selbst mit dem Hochdruckreiniger all der Glanz des Eidgenössischen nicht verschwunden. «Dieses EWW hat uns als Verein noch mehr zusammengeschweisst», sagt Sacher. Dass das nicht bloss schöne Worte sind, unterstreicht er damit: «Mit Blick auf das nächste Jahr, in dem es im Vorstand diverse Ämter zu besetzen gilt, hat sich seit dem gemeinsamen Anlass etwas bewegt.» Ausserdem seien in der kurzen Zeit nach dem EWW weitere Kinder und Jugendliche hinzugekommen, die das Wasserfahren für sich entdeckten. «Die Präsenz, die wir durch das Eidgenössische hatten, wirkt sich sehr positiv aus.»
Signalwirkung?
Mit rund fünfzehn Aktiven ist der Rhein-Club Rheinfelden deutlich weniger breit aufgestellt. In einem Interview mit der NFZ drei Monate vor dem Eidgenössischen sagte Herzog: «Wenn ich Pech habe, bin ich irgendwann jener Präsident, über den in der Chronik steht, dass er der letzte gewesen sei. Ich hoffe es aber nicht und setze alles daran, dass sich die Situation wieder ändert.» Hatte das Eidgenössische auch für den Rhein-Club so etwas wie eine Signalwirkung? «Ich habe einen wachsenden Zusammenhalt wahrgenommen, besonders auch zwischen den Vereinen – vor, während und nach dem Eidgenössischen.» Für den eigenen Verein bringt es der Präsident mit Blick auf dieses herausragende Eidgenössische auf folgenden Nenner: «Uns allen ist bewusst geworden, dass man mit genug Willen sehr viel erreichen kann. Wenn man diese Energie in ein anderes Projekt steckt – zum Beispiel Jugendförderung – wird auch für den Rhein-Club einiges drin liegen.»
Einen Tag nach diesem Gespräch lässt Pascal Sacher der NFZ eine Nachricht zukommen. Es ist ein Auszug aus dem Vereinsheft des Wasserfahrvereins Horburg in Basel. Dort hält dessen Präsident fest: «Ich möchte den beiden Vereinen RC Rheinfelden (150-jähriges Bestehen) und dem WFV Ryburg-Möhlin (100-jähriges Bestehen) gratulieren und nochmals für die tolle Organisation danken. Die Dimension dieses EWW war gigantisch und sprengte alles Bisherige. Solch ein gigantisches Wettfahren können nur wenige Vereine auf die Beine stellen.» Möhlin und Rheinfelden haben es gemeinsam getan.