Postulat von Fricktaler Grossrätin
Der Kanton Aargau soll ein Hitzeschutz- und Gesundheitsvorsorge-Konzept entwickeln. Dies regt die Rheinfelder GLP-Grossrätin Béa Bieber in einem Vorstoss an.
Valentin Zumsteg
Die Temperaturen steigen: 2025 gilt ...
Postulat von Fricktaler Grossrätin
Der Kanton Aargau soll ein Hitzeschutz- und Gesundheitsvorsorge-Konzept entwickeln. Dies regt die Rheinfelder GLP-Grossrätin Béa Bieber in einem Vorstoss an.
Valentin Zumsteg
Die Temperaturen steigen: 2025 gilt weltweit als das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, nur 2023 und 2024 waren noch leicht wärmer. Wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie festhält, waren die letzten elf Jahre ebenfalls die elf wärmsten Jahre seit es Messungen gibt. «Der Klimawandel ist im Kanton Aargau bereits heute spürbar und wirkt sich zunehmend auf die Gesundheit der Bevölkerung aus», betont Béa Bieber. Die Rheinfelder GLP-Grossrätin hat vergangene Woche im Kantonsparlament ein Postulat zum Thema «klimatische Auswirkungen auf die Gesundheit» eingereicht. Darin beauftragt sie den Regierungsrat, zu prüfen, wie der Kanton Aargau ein kantonales Hitzeschutz- und Gesundheitsvorsorgekonzept entwickeln und umsetzen kann. Besonderer Fokus soll dabei auf den Schutz von vulnerablen Bevölkerungsgruppen gelegt werden.
Bieber hatte bereits im April 2025 eine Interpellation zum Thema eingereicht. Mit der Antwort ist sie nicht zufrieden: «Für das Jahr 2023 werden im Kanton Aargau schätzungsweise 47 hitzebedingte Todesfälle ausgewiesen. Gleichzeitig hält der Regierungsrat fest, dass der Kanton Aargau über keinen eigenen Hitzeschutzplan verfügt und dass für zentrale Bereiche – etwa Gesundheitskosten, Spitalbelastung oder konkrete kantonale Vorgaben für Institutionen – keine systematischen Daten oder Leitlinien vorliegen», schreibt Béa Bieber in ihrem aktuellen Vorstoss. Zwar bestünden punktuelle Sensibilisierungs- und Informationsangebote sowie Hinweise auf die Verantwortung einzelner Akteure.
Andere Kantone sind weiter
«Diese Massnahmen sind jedoch nicht in einer übergeordneten, kohärenten Strategie gebündelt. Andere Kantone und Nachbarregionen haben in den letzten Jahren spezifische Hitzeschutzpläneund Präventionskonzepte entwickelt, welche sowohl gesundheitspolitische als auch raumplanerische, soziale und kommunikative Aspekte integrieren.» Angesichts der prognostizierten Zunahme von Hitzetagen und Hitzewellen sowie der möglichen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgekosten erscheint es angezeigt – findet Bieber –, dass auch der Kanton Aargau eine strukturierte, vorausschauende und koordinierte Vorgehensweise prüft. Ein entsprechender Bericht des Regierungsrates soll beispielsweise aufzeigen, wie Gemeinden, Alters- und Pf legeinstitutionen, Spitäler sowie Arbeitgeber eingebunden und unterstützt werden können.