Kanti Stein hat nicht Platz für alle Fricktaler Schüler
05.02.2026 Brennpunkt, SteinDie Kanti in Stein, die im vergangenen August den Betrieb in einem Provisorium aufgenommen hat, kann nicht alle Fricktaler Schülerinnen und Schüler aufnehmen. 16 Schülerinnen und Schüler mit Wunschstandort Stein werden auf das neue Schuljahr an die Gymnasien in Basel-Stadt ...
Die Kanti in Stein, die im vergangenen August den Betrieb in einem Provisorium aufgenommen hat, kann nicht alle Fricktaler Schülerinnen und Schüler aufnehmen. 16 Schülerinnen und Schüler mit Wunschstandort Stein werden auf das neue Schuljahr an die Gymnasien in Basel-Stadt zugewiesen.
Valentin Zumsteg
«Unser Sohn hat sich für die Kanti in Stein angemeldet. Er wurde mit der Begründung abgewiesen, dass es dort nicht genügend Platz für alle habe. Er müsse sich in Basel-Stadt anmelden», schildert Anne Reich aus Rheinfelden. Ihr Sohn würde gerne nach Stein gehen, weil sich auch seine Kollegen für diesen Standort angemeldet haben. Ein anderer Grund für ihn und die Familie ist, dass der Kanton Aargau in Stein den Musikunterricht bezahlt; in Basel-Stadt macht er das nicht. Im unteren Fricktal sind zahlreiche weitere Schülerinnen und Schüler, die sich für das neue Schuljahr in Stein angemeldet haben, von negativen Entscheiden des Kantons betroffen.
«Das Wahlverhalten hat sich geändert»
Seit vergangenem August hat das Fricktal mit der Kanti in Stein eine eigene Mittelschule. Bis zur Fertigstellung des Neubaus auf das Schuljahr 2029/30 ist die Schule in einem Provisorium sowie einigen angemieteten Räumen in Stein untergebracht. Diese bauliche Übergangslösung bietet Raum für insgesamt 22 Abteilungen. Jährlich können damit vier Abteilungen des Gymnasiums und deren zwei der Fachmittelschule (FMS) neu aufgenommen werden. «Dieses Jahr hat sich das Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler aus dem Fricktal geändert. Es haben sich mehr Schülerinnen und Schüler für die Kantonsschule Stein angemeldet, als dort aufgenommen werden können. Daher mussten erstmals einzelne Schülerinnen und Schüler an Basler Gymnasien zugeteilt werden», heisst es vom Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau auf Anfrage der NFZ. «Dies zeigt, dass es der Schulleitung, den Lehrpersonen und den Mitarbeitenden der Kanti Stein durch viel Engagement gelungen ist, sich als attraktive Mittelschule zu etablieren.»
Insgesamt 16 Fricktaler Schülerinnen und Schüler mit Wunschstandort Stein seien für das kommende Schuljahr an die Gymnasien im Kanton Basel-Stadt zugeteilt worden; während voraussichtlich 65 Schülerinnen und Schüler gemäss ihrem Wunsch ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule in Basel-Stadt besuchen können.
Bis zum Bezug des Neubaus zum Start des Schuljahrs 2029/30 werden an der Kantonsschule Stein noch nicht alle Schwerpunktfächer des Aargauer Gymnasiums und nicht alle Berufsfelder der FMS angeboten. «In Zusammenarbeit mit den Mittelschulen in Basel-Stadt und den anderen Mittelschulstandorten im Kanton Aargau wird den Fricktaler Schülerinnen und Schülern aber der Zugang zu allen Schwerpunktfächern des Gymnasiums und allen Berufsfeldern der FMS ermöglicht», betont eine Sprecherin des Kantons.
«Kosten tief halten»
Es stellt sich trotzdem die Frage, ob das Provisorium in Stein zu klein dimensioniert worden ist. Der Kanton stellt dies in Abrede: «Nein. Die Übergangslösung mit den ergänzenden Anmietungen wurde von Beginn an für 22 Abteilungen konzipiert. Das Raumprogramm ist so gross, dass der Lehrplan umgesetzt werden kann und so klein wie möglich, um der kurzen Nutzungsdauer Rechnung zu tragen. Die Übergangslösung ist so dimensioniert, um die Kosten für die kurze, aber notwendige Nutzungsdauer am Standort Stein tief zu halten.»
Kanti Stein: «Raumangebot deckt die Nachfrage langfristig»
Aktuell besuchen rund 130 Schülerinnen und Schüler die Kantonsschule in Stein. Auf das Schuljahr 2026/27 werden voraussichtlich nochmals 140 neue Schülerinnen und Schüler in einer ersten Klasse der Kanti Stein starten, wiederum in vier Abteilungen Gymnasium und zwei Abteilungen der Fachmittelschule. Damit sind es zusammen 270 Schülerinnen und Schüler. Diese werden aktuell von 27 und ab Sommer von zusätzlichen 20 Lehrpersonen unterrichtet. «Wir hoffen, dass auch in Zukunft nur wenige Umteilungen notwendig sind», hält eine Sprecherin des Bildungsdepartementes fest.
Mit dem Bezug des Neubaus per Schuljahr 2029/30 gibt es Raum für 44 Abteilungen. «Dieses Raumangebot deckt die Nachfrage aus dem Fricktal langfristig» verspricht der Kanton. «Parallel dazu wird der Kanton Basel-Stadt zukünftig auch im Gymnasium nur noch in Ausnahmefällen vereinzelte Schülerinnen und Schüler aus dem Fricktal aufnehmen.» (vzu)

