In Rheinfelden sollen «Bildungslandschaften» entstehen

  07.10.2023 Rheinfelden, Schule

Die Stadt lanciert ein neues Projekt: Unter dem Titel «Bildungslandschaften Rheinfelden» soll allen Kindern und Jugendlichen der Zugang zu informellen und formellen Bildungsangeboten niederschwellig ermöglicht werden. Über 30 Institutionen und Vereine sind beteiligt. Der Trägerverein Schjkk wird koordinieren.

Valentin Zumsteg

«Bildung wird als ein wesentlicher Faktor bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Rheinfeldens angesehen», erklärt Patricia Stehlin, Sprecherin der Stadt Rheinfelden, gegenüber der NFZ. Die Stadt verfügt über viele Bildungseinrichtungen sowie Institutionen und Vereine, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren. Diese sollen künftig enger zusammenarbeiten: «Die bewusste Kooperation und Vernetzung zwischen vielfältigen Bildungsanbietenden, die unseren Kindern und Jugendlichen einen optimalen Bildungsweg ermöglichen, soll mit den Bildungslandschaften Rheinfelden wirkungsvoll unterstützt werden. Als Hauptzielgruppe werden Kinder und Jugendliche bis zum Schulaustritt sowie deren Erziehende definiert», schildert Stehlin.

Mehr Geld für Schjkk
Die Stadt will mit den «Bildungslandschaften» allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu informellen und formellen Bildungsangeboten niederschwellig ermöglichen. So sollen die sprachliche Förderung und die Integration erleichtert werden. «Lebenskompetenzen können damit vernetzt erworben werden», so Stehlin.

Zu diesem Zweck will die Stadt den bestehenden Leistungsauftrag des Trägervereins für Schüler-, Jugendund Kinderkultur (Schjkk) erweitern. Der Verein wird künftig alle Arten von Bildungsangeboten in Rheinfelden koordinieren. Der Jahresbeitrag an den Schjkk soll deshalb für 2024 um 40 000 Franken und für 2025 um 32 000 Franken erhöht werden.

Ein separater Gemeindeversammlungsbeschluss ist dafür nicht notwendig, wie Stehlin erläutert. Die Beitragserhöhungen sind aber Gegenstand des ordentlichen Budgets und werden mit diesem genehmigt. Wenn das Budget wie vorgesehen die Zustimmung erhält, soll das Projekt im kommenden Jahr starten. Bislang gab es zur Vorbereitung bereits drei Workshops mit 32 Institutionen, Vereinen und den Schulen von Rheinfelden. Mit ihnen wurden Massnahmen, Ziele und gewünschte Wirkungen erarbeitet. Stehlin: «Daraus entstand ein Konzept für die Bildungslandschaften Rheinfelden. Zukünftig soll versucht werden, weitere Gruppen miteinzubeziehen.»


Was ist eine Bildungslandschaft?

Eine Bildungslandschaft ist ein Netzwerk von «Bildungsinseln»: Sie gedeiht von Geburt an rund um ein Kind – und breitet sich im Idealfall immer weiter aus, wächst zusammen und verdichtet sich.

In einer Bildungslandschaft werden Kinder oder Jugendliche von Eltern, gleichaltrigen Spielkameraden, Spielgruppenleitern, Kita-Leiterinnen, Jugendarbeiterinnen, Pfadi-Leitern, Kindergartenlehrpersonen, Lehrerinnen, Musiklehrern, Sporttrainerinnen, Schulsozialarbeitern oder Berufsbildnerinnen und vielen anderen gemeinsam gefördert. Mit der Idee, dass sich Kinder und Jugendliche erst dann gut entwickeln können, wenn sich alle Beteiligten gegenseitig informieren, einander unterstützen und gemeinsam an einem Strick ziehen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Kinder oder Jugendlichen. (mgt/nfz)


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