Mehr Bienenhalter-Nachwuchs braucht das Land: Der Imkerverein des Bezirks Rheinfelden organisiert deswegen zum ersten Mal seit rund 15 Jahren wieder einen Grundkurs.
Valentin Zumsteg
In der Schweiz gibt es zwar genügend Honigbienen und auch die Zahl der Imkerinnen und ...
Mehr Bienenhalter-Nachwuchs braucht das Land: Der Imkerverein des Bezirks Rheinfelden organisiert deswegen zum ersten Mal seit rund 15 Jahren wieder einen Grundkurs.
Valentin Zumsteg
In der Schweiz gibt es zwar genügend Honigbienen und auch die Zahl der Imkerinnen und Imker ist vergleichsweise hoch. «Aber die Bienenhalterinnen und Bienenhalter in unserem Verein werden immer älter. Ein grosser Teil ist über 75 Jahre alt. Es braucht Nachwuchs», erklären Anna Tina Heuss und Hana Smejkalova. Die Rheinfelderinnen sind passionierte Imkerinnen und gehören dem Vorstand des Imkervereins des Bezirks Rheinfelden an.
Nachwuchs fördern
Um den Nachwuchs zu fördern, organisiert der Verein im kommenden Jahr einen Grundkurs zur Imkerei. Das ist das erste Mal seit langem: «Seit rund 15 Jahren haben wir im Bezirk keinen solchen Kurs mehr angeboten», erklärt Anna Tina Heuss, welche die Leitung übernimmt und von Hana Smejkalova sowie Bernadette Waldmeier unterstützt wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen die Grundlagen des Imkerhandwerks lernen – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Die Grundausbildung umfasst 18 Halbtage, verteilt über zwei Jahre. Im Januar 2025 geht es los.
Wenn es um Bienen geht, kommen Anna Tina Heuss und Hana Smejkalova ins Schwärmen. «Ich habe vor elf Jahren als Bienenhalterin begonnen. Ursprünglich suchte ich einen Ausgleich zu meiner Arbeit am Computer. Seither bin ich begeisterte Imkerin und habe viel gelernt», erklärt Anna Tina Heuss, die sich laufend auf diesem Gebiet weiterbildet. Etwas weniger lang ist Hana Smejkalova dabei: «Ich bin vor drei Jahren durch unsere Kinder auf die Imkerei gestossen. Sie haben das Thema Bienen in der Schule behandelt, das hat mein Interesse geweckt.» Heute hat sie zwölf Völker, den kleineren Teil davon an ihrem Wohnort in Rheinfelden, die übrigen in Mumpf. Anna Tina Heuss betreut zwischen 10 und 25 Völker. «Wenn man 20 Völker oder mehr hat, liegt der Arbeitsaufwand pro Woche bei rund einem Tag. In der Saison sogar höher», schildert Heuss.
Gesunde Bienenvölker sind das Ziel
Die Auf lagen und Vorgaben sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich strenger geworden. Heute müssen die Bienenhalter ihre Arbeit detailliert dokumentieren. Kommt hinzu, dass der Kampf gegen die Varroamilben, die asiatischen Hornissen und weitere Schädlinge mit viel Aufwand verbunden ist. «Unser Ziel ist es, gesunde Bienenvölker zu halten. Wenn es dazu auch noch Honig gibt, dann sehen wir das als Belohnung», erklärt Hana Smejkalova. In diesem Jahr fiel die Honigernte in Rheinfelden üppig aus, wie Anna Tina Heuss erklärt. «Der Druck der Varroamilben war aber ebenfalls gross – so wie eigentlich jedes Jahr.» Ein anderes Problem war bei ihr der sogenannte Zementhonig. Dabei handelt es sich um auskristallisierten Waldhonig, der sich in der Zentrifuge nicht aus den Waben löst. Er entsteht, weil der Melezitosegehalt zu hoch ist.
Dessen ungeachtet bleibt die Begeisterung der beiden Frauen für die Imkerei ungebrochen – und sie hoffen, damit auch weitere Interessierte anstecken zu können.
Für mehr Infos zum Grundkurs Imkerei: annatina.heuss@bluewin.ch