Antwort der Regierung auf Fricktaler Interpellation
Als Grenzregion mit starkem Industriesektor ist das Fricktal überdurchschnittlich in grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten eingebunden. Dies schreibt der Aargauer Regierungsrat in der Antwort auf eine Interpellation aus dem ...
Antwort der Regierung auf Fricktaler Interpellation
Als Grenzregion mit starkem Industriesektor ist das Fricktal überdurchschnittlich in grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten eingebunden. Dies schreibt der Aargauer Regierungsrat in der Antwort auf eine Interpellation aus dem Fricktal.
Valentin Zumsteg
Das Fricktal profitiert stark vom Zugang zum EU-Binnenmarkt. Dies hält der Aargauer Regierungsrat in der Antwort auf eine Interpellation von Béa Bieber fest, welche die Rheinfelder GLP-Grossrätin im März 2026 zu den sogenannten Bilateralen III eingereicht hatte (die NFZ berichtete). Die Politikerin betonte darin, dass gute und stabile Beziehungen zum EU-Wirtschaftsraum von strategischer Bedeutung für das Fricktal seien.
Fricktal ist besonders stark betroffen
Diese Einschätzung teilt die Regierung: «Der Regierungsrat des Kantons Aargau unterstützt die Bemühungen des Bundes um eine Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen mit der EU (Bilaterale III).» Der Zugang zum EU-Binnenmarkt sei für die Aargauer Wirtschaft zentral, und der bilaterale Weg habe sich dabei bewährt. «Verlässliche Beziehungen zur EU sind von grosser Bedeutung für die Wirtschaft und darüber hinaus.» Als Grenzregion mit starkem Industriesektor sei das Fricktal überdurchschnittlich stark in grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten eingebunden. «Auch kann die Region auf das Arbeitskräftepotenzial im benachbarten süddeutschen Raum zurückgreifen. Damit gelten die Aussagen zur Bedeutung stabiler Beziehungen mit der EU für das Fricktal ganz besonders.»
Um diese Einschätzung zu untermauern, präsentiert der Regierungsrat verschiedene Zahlen: So waren im Fricktal 2025 rund 17 000 Personen im Industriesektor tätig, was fast 39 Prozent aller in der Region beschäftigten Personen entspricht. «In keiner Region im Aargau ist der Anteil grösser.» Gemessen an der Wertschöpfung liegt der Anteil des Industriesektors dank der ansässigen Pharmaindustrie sogar bei rund zwei Dritteln der Gesamtwirtschaft. «Gerade die Arbeitsplätze in der Chemie- und Pharmaindustrie, aber auch in der Investitionsgüterindustrie sind grossmehrheitlich abhängig von Exporten – zusammen über 10 000 Arbeitsplätze. Rechnet man Zulieferer und Business Services für Produktionsbetriebe ebenfalls ein, dürften indirekt noch mehr Arbeitsplätze von der Exportwirtschaft im Fricktal profitieren.»
«Von grosser Bedeutung»
Wie viele Grenzgängerinnen und Grenzgänger im Fricktal beschäftigt sind, diese Frage von Béa Bieber kann der Regierungsrat hingegen nicht beantworten. Eine spezifische Auswertung sei mit den verfügbaren Daten nicht möglich. Im ganzen Kanton Aargau waren im 4. Quartal 2025 aber knapp 16 000 ausländische Grenzgängerinnen und Grenzgänger tätig.
Abschliessend heisst es aus Aarau: «Für das Fricktal sind die Bilateralen III wegen dem überdurchschnittlich hohen Anteil an Arbeitsplätzen in der Exportwirtschaft und der verhältnismässig hohen Anzahl der im Aargau tätigen ausländischen Grenzgängerinnen und Grenzgänger von grosser Bedeutung. Der Zugang zum EU-Binnenmarkt – und für den Aargau im Speziellen zum Bundesland Baden-Württemberg – ist für die Exportwirtschaft in allen Regionen des Kantons zentral.»