Es gibt einen guten Sommer
29.04.2026 SchupfartAls einer der letzten Osteranlässe im Fricktal fand am Sonntag das Eierlesen in Schupfart statt. Nachdem sich das Publikum beim zünftigen «BuureZmorge» gestärkt hatte, wurden beide Eierlese-Teams lautstark unterstützt. Es wurde ein knappes Rennen.
Petra ...
Als einer der letzten Osteranlässe im Fricktal fand am Sonntag das Eierlesen in Schupfart statt. Nachdem sich das Publikum beim zünftigen «BuureZmorge» gestärkt hatte, wurden beide Eierlese-Teams lautstark unterstützt. Es wurde ein knappes Rennen.
Petra Schumacher
Das Eierlesen geht auf 1929 zurück, wie ein Eintrag im Protokollbuch vom Turnverein aufzeigt. Der damalige Anlass wurde zusammen mit der Musikgesellschaft durchgeführt. Das zweite Eierlesen fand erst 1934 wieder statt. Vom Turnverein wurden dazu drei Läufer bestimmt, welche das Eierlesen selbst bestreiten mussten. Zwei hatten im Wettstreit je 100 Eier im Dorf aufzulesen, während der Dritte bis nach Obermumpf lief. Damit man nicht auf den Eiern sitzen blieb, beschloss man, Farbkarten für 20 Rappen das Stück an die Zuschauer zu verkaufen. Wer auf die richtige Farbe gesetzt hatte, konnte die Karte gegen Eier eintauschen.
Auch in den Folgejahren fand der Anlass nicht jährlich statt. Protokolliert wurden 1949, 1955 und 1968. Erst ab 1980 lebte die Tradition wieder auf und von da an regelmässig von der Jugend- und Mädchenriege organisiert. Seit 1994 führt der Damenturnverein jeweils vor dem Eierlesen ein «BuureZmorge» durch. «Wir bieten hauptsächlich lokale und regionale Produkte an», erklärt Ramona Heiz, Präsidentin vom DTV. «Brot und Zopf backen wir überwiegend selber und machen Rösti und Eierspeisen direkt hier vor Ort. Wir waren dieses Jahr wieder ausverkauft. Um die 240 Personen durften wir bewirten.»
Ein Ei zum Start
Der Sage nach kämpfen bei diesem Anlass Frühling und Winter gegeneinander. Auch heute noch wird getippt, nur kostet die Farbkarte jetzt 50 Rappen das Stück. «Tendenziell kaufen die Leute schon eher die Farbkarten des Frühlings», so Laura Hasler, Leiterin der Mädchenriege. Ein Ei flog am Sonntag quer über die Turnhalle und mit dem Aufprall war der Startschuss gefallen. Angetreten waren die Schupfarter Jugend- und Mädchenriegen. Team Blau für den Winter und Team Grün für den Frühling. Jedes Team war geteilt. Während ein Team-Teil auf dem Hartplatz hinter der Turnhalle mit dem Eierlesen beschäftigt war, musste die zweite Teamhälfte bei einem Orientierungslauf durch das Dorf Luftballons einsammeln auf denen Buchstaben standen. Im Laufe des Wettkampfs wechselten beide Teamhälften die Aufgaben.
Es ging um 70 Eier
Auf zwei Bahnen waren je 70 Eier ausgelegt, die am Freitag vor dem Anlass von den Kindern bei der Dorf bevölkerung eingesammelt worden waren. Diese Eier mussten am Ziel in ein Leintuch geworfen werden. Zerbrach ein Ei, wurde ein neues ausgelegt. Jedes zehnte ausgelegte Ei war ein farbiges, bei welchen beide Teams eine Geschicklichkeitsübung zu bewältigen hatten. So wurde genagelt, ein Mitstreiter mit der Karrette gefahren oder Hulahopp-Reifen wurden über einen Stecken geworfen.
Gut, dass die Zuschauer vom «BuureZmorge» gestärkt waren, denn beide Teams brauchten die lautstarke Unterstützung beim Werfen und Fangen der Eier. Die genaue Schusstechnik und das gekonnte Fangen stellten sich als grösste Herausforderung bei diesem Anlass heraus.
Es war ein spannendes und sehr knappes Rennen. Am Schluss konnte sich Team Frühling mit zwei Eiern Vorsprung den Sieg sichern und das Lösungswort «Sonnenschein» präsentieren. Von dem her lautet die Wettervorhersage aus Schupfart: Wir können uns alle auf einen schönen und warmen Frühling und erntereichen Sommer freuen.

