Ein Holländer zieht beim TV Möhlin seine Kreise
27.01.2026 Sport, MöhlinHandball, NLB: Mitch Giezeman (23) ist ein Glücksfall für den Verein
Der gebürtige Holländer Mitch Giezeman ist auf der Kreisposition zu einer festen Grösse geworden. Kürzlich hat er seinen auslaufenden Vertrag beim TV Möhlin vorzeitig ...
Handball, NLB: Mitch Giezeman (23) ist ein Glücksfall für den Verein
Der gebürtige Holländer Mitch Giezeman ist auf der Kreisposition zu einer festen Grösse geworden. Kürzlich hat er seinen auslaufenden Vertrag beim TV Möhlin vorzeitig verlängert.
Christine Steck
Mitch Giezeman ist in Almere mit zwei Schwestern aufgewachsen. Die Stadt, etwa eine Autostunde von Amsterdam entfernt, zählt 220 000 Einwohner. Dort hat Giezeman seine ersten sechs Lebensjahre verbracht. Danach zog die Familie in die Schweiz, wegen des Berufs der Mutter («Medical Affairs» in einem Pharma-Unternehmen). In Basel besuchte Giezeman die Swiss International School (SIS) und absolvierte den Unterricht zweisprachig, in Englisch und in Deutsch. Er sagt dazu: «Meine Muttersprache ist Niederländisch, aber Englisch is my favourite one!» Später kam der Wechsel nach Reinach (International School Basel), wo er Abitur machte. Dort lernte er auch seine Freundin kennen. Anschliessend zog Giezeman nach Den Haag, um an der Fachhochschule Internationales Sportmanagement zu studieren. Für sein Praktikum hatte er kurz bei «Ironman» in Frankfurt gearbeitet, bevor er wieder nach Basel zurückkehrte. Zu seinen Hobbys zählt der begeisterte Sportler Handball und Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Campen.
So kam er zum Handball
«Als ich neun Jahre alt war, begann ich beim HC Oberwil mit dem Handballspielen. Nachdem ich fast mein ganzes Leben lang Fussball gespielt hatte, dachte ich, es sei an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren.» Seine Eltern erzählten ihm, dass sie sich bei einem Handballturnier kennengelernt hätten –«also war ich überzeugt, dass dies der richtige Sport für mich sein musste». Schliesslich spielte er bei der HSG Leimental (1. Liga), bevor er zum Studieren nach Den Haag zog. Dort trat er dem WHC Hercules bei, dem Verein, für den seine Eltern gespielt hatten, als sie in Den Haag lebten und aufwuchsen. «Ich spielte dort zwei Jahre und machte mit einem grossartigen Trainer und fantastischen Teamkollegen grosse Fortschritte. Zu diesem Zeitpunkt begann ich, Handball etwas ernster zu nehmen.»
Der Wechsel nach Möhlin
Nach seinem kurzen Praktikum in Frankfurt wusste er bei seiner Rückkehr nach Basel, dass er sich einem Team in einer höheren Liga anschliessen wollte. «Ich wollte mich weiter verbessern und von erfahrenen Spielern lernen. Da ich Robin Santeler, den Torwart beim TV Möhlin, seit meiner Jugend kannte, mich ab und zu mit seinem Vater austauschte, und dieser mich für den TVM zu begeistern wusste, war die Richtung vorgegeben.» Nach einigen Trainingseinheiten war ihm klar, dass das Niveau viel höher war. «Die körperliche Leistungsfähigkeit, die Intensität und die Trainerkompetenz von Zoltan Majeri, das alles wollte ich aufsaugen.»
Teamwork ist ihm am wichtigsten. «Da wir so viel Zeit miteinander verbringen, wir trainieren fast jeden Abend miteinander, ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und alle gleichberechtigt sind.» Zu seinen Zielen befragt, sagt Giezeman: «Ich habe keine konkreten persönlichen Ziele was Handball angeht, ich versuche einfach, jeden Tag mein Bestes zu geben und wenn sich neue Möglichkeiten ergeben, nutze ich diese gerne.»
In der NLB ist es üblich, dass die Spieler einen Beruf ausüben oder einem Studium nachgehen. «Es ist nicht einfach, beides unter einen Hut zu bringen», sagt der Kreisläufer. «Auch wenn ich mit Freude trainiere und gerne spiele, zehrt Handball an den Kräften und macht einen während der Woche müde. Dann muss man auch noch Energie für körperliches Training, Ernährung und Erholung aufbringen, was nicht immer einfach ist. Glücklicherweise ist mein Job bei der ISB in der Sportabteilung körperlich nicht so anstrengend.»
Kreisposition: genau sein Ding
Was ihm an der Kreisposition am besten gefällt, ist die Körperlichkeit – was auch seiner Grösse zugutekommt. «Ich habe mich nie wirklich für diese Rolle entschieden, aber in meiner Jugend war ich in nichts anderem besonders gut. Als ich dann grösser wurde und meinen Vorteil nutzen konnte, wurde es für mich passender. Jedenfalls hat mir die Verteidigung immer mehr Spass gemacht. Die Verteidigung ist definitiv eine Stärke von mir.»
Nach einer «Lernphase» im letzten Jahr, wie er es bezeichnet, und es ihm schwerfiel, sich voll einzubringen (dazu kam eine Verletzung), hat Giezeman enorme Fortschritte in der NLB gemacht. Als Kreisläufer überzeugt er mit einer beachtlichen Rumpfstabilität, einem guten Spielverständnis und er weiss, wie er Gegenspieler «aufnimmt». Dass er oft gezogen, geschoben und bedrängt wird, nimmt er meistens gelassen und mit Humor. Trainer Zoltan Majeri fasst es ähnlich zusammen: «Mitch Giezeman zeigt eine sehr positive Mentalität, entwickelt sich gut, seine Stärke hilft dem Team und gemeinsam bauen wir darauf und arbeiten weiter.»

