«Das ist eine absolute Frechheit»

  03.02.2026 Brennpunkt, Fricktal

Das Fricktal verliert voraussichtlich den Aussenstandort der Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales. Der Wallbacher Grossrat Alfons P. Kaufmann will dies nicht hinnehmen.

Valentin Zumsteg

Es sind deutliche Worte, welche Alfons P. Kaufmann wählt: «Ich finde es schlichtweg eine Frechheit, was wir im Moment erleben. Doch leider wurde dies sehr wahrscheinlich schon zu Zeiten von Regierungsrat Alex Hürzeler vorgespurt», erklärt der Wallbacher Mitte-Grossrat gegenüber der NFZ. Grund für den Ärger: Wie kürzlich bekannt wurde, will der Kanton den Aussenstandort der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales (BFGS) im Rheinfelder Engerfeld auf das Schuljahr 2027/2028 schliessen. Der Regierungsrat beabsichtigt dafür eine Übergangslösung in Oberentfelden zu realisieren, dazu soll dort eine neue Zweifach-Sporthalle für 21 Millionen gebaut werden (die NFZ berichtete). In Rheinfelden wären Turnhallen-Kapazitäten vorhanden.

«Auf dem Abstellgleis»
«Ich habe absolut kein Verständnis für diese Pläne, welche uns im Fricktal einmal mehr aufs Abstellgleis stellen», sagt Kaufmann. Die Aussenstelle der BFGS ist seit 2020 in der Schulanlage Engerfeld in Rheinfelden eingemietet. Kaufmann befürchtet, dass durch den geplanten Abzug der BFGS auch der Berufsschulstandort Rheinfelden in Gefahr ist.

Kaufmann hat bereits 2023 zusammen mit SP-Grossrätin Colette Basler und SVP-Grossrätin Désirée Stutz die Interessengemeinschaft «Bi ldu ngsstandort Gesu ndheit Nord» ins Leben gerufen, hinter der auch alle Fricktaler Gemeinden und die Gesundheitsbetriebe stehen. Ziel war es, den zweiten definitiven Schulstandort der BFGS nach Rheinfelden zu holen. Das wäre ein Ausbau für das Fricktal gewesen. Stattdessen will der Kanton nun auch noch den heutigen Aussenstandort schliessen, was für das Fricktal ein weiterer Abbau wäre.

«Bis zum Letzten kämpfen»
Kaufmann will das nicht hinnehmen und meint martialisch: «Ich werde bis zum Letzten kämpfen. Und vielleicht braucht es nun mal einen Fricktalersturm, à la Freiämtersturm nach Aarau mit einem Protestmarsch und klaren Forderungen seitens des Fricktals an den Regierungsrat und den Grossen Rat.» Das weitere Vorgehen werde mit der Stadt Rheinfelden, den Gesundheitsbetrieben und den Fricktaler Grossräten abgesprochen.


Neue Berufe am Berufsbildungszentrum?

Die Pläne des Kantons zum Abzug der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales aus Rheinfelden beschäftigen auch Tom Krause, Rektor des Berufsbildungszentrums Fricktal (BZF): «Für Rheinfelden und das Fricktal hätten wir uns gewünscht, als Standort der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales gewählt zu werden. Für das BZF hätten wir uns gefreut, wenn die Gesundheitsberufe aus dem Fricktal auch dem BZF zugeteilt worden wären», hält er auf Anfrage fest. Es sei klar, dass zukünftig keine Gesundheitsberufe mehr am Standort Rheinfelden unterrichtet werden. Das BZF zählt aktuell 235 Lernende in den Berufen Kaufleute und Detailhändler sowie 15 Lernende im Bekleidungsgestaltungs-Atelier Rheindesign. Krause: «Als Berufsbildungszentrum Fricktal wären wir dankbar, wenn der Kanton auch an das Fricktal denkt und dem BZF neue Ausbildungsberufe zuteilt.» (vzu)


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