Das «Haus zur Sonne» steht im Mittelpunkt
31.03.2026 Rheinfelden, FricktalVor dem grossen Umbau von 2027 bis 2030 rückt das Fricktaler Museum in Rheinfelden mit Führungen und Kunstinstallationen das Gebäude, das «Haus zur Sonne», in den Mittelpunkt. Die verkürzte Saison endet am 28. Juni; im November nimmt das Museum endgültig ...
Vor dem grossen Umbau von 2027 bis 2030 rückt das Fricktaler Museum in Rheinfelden mit Führungen und Kunstinstallationen das Gebäude, das «Haus zur Sonne», in den Mittelpunkt. Die verkürzte Saison endet am 28. Juni; im November nimmt das Museum endgültig Abschied.
Boris Burkhardt
«Wir lassen das Museum 2026 mit seinem ganzen Charme noch einmal hochleben», versprach Museumsleiterin Kathrin Schöb Rohner zur Saisoneröffnung des Fricktaler Museums am vergangenen Donnerstag. Es wird eine verkürzte Saison bis zum 28. Juni sein und die letzte bis zur Wiedereröffnung nach dem Umbau 2030. Rund 120 Gäste aus beiden Rheinfelden zeigten bei dem kleinen Festakt im gotischen Rathaussaal ihre Verbundenheit zum Museum. Erstmals gab es Gelegenheit, die beiden Kunstinstallationen zu besichtigen, die jeweils auf ihre Art den Transformationsprozess interpretieren, den das Museum in den kommenden vier Jahren durchlaufen wird.
«Wir planen die Zukunft und nehmen gleichzeitig Abschied», beschrieb Schöb Rohner die derzeitige Stimmung in ihrem dreiköpfigen Museumsteam, neben ihr Stella Barmettler Wälti und Janine Baumgartner. «Wir finden es wichtig, den ganz speziellen Moment, bevor das Museum leergeräumt ist, bevor es geschlossen, umgebaut und neu eröffnet wird, einem breiten Publikum bewusstwerden zu lassen», ergänzte Barmettler Wälti.
Erstmalige Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Rheinfelden
Im diesjährigen Programm steht deshalb das Gebäude des Museums, das «Haus zur Sonne», im Mittelpunkt. Stadtführerin Susanne Ammann führt am 26. April als Marie Habich-Dietschy durch das Haus; die Führung am 19. April wirft gleichzeitig einen Blick auf die Vergangenheit und die Zukunftsvision des Hauses. Am 28. April, 28. Mai, 24. Juni und 28. Oktober lädt das Museum alle Interessierten ein, selbst Hand anzulegen beim Ausräumen der Museumsräume.
Unter dem Titel «Das Haus zur Sonne neu gesehen» begleiten drei künstlerische Projekte den Transformationsprozess. Kathrin Kunz aus Möhlin und Stefan Rüegg aus Rheinfelden haben jeweils einen bereits leergeräumten und bisher öffentlich nicht zugänglichen Depotraum mit einer sogenannten «Kunstintervention» gestaltet. Rüegg arbeitet mit Licht und Ton und verschiedenen Objekten des Museums, während Kunz in einer Collage und auf einer Zitatwand historische Dokumente arrangiert. Die Künstler wollten damit ihre eigenen Perspektiven auf Geschichte und Aufgabe des Fricktaler Museums darlegen, erklärte Barmettler Wälti: «Was macht das Fricktaler Museum aus? Was ist sein Geist? Aber auch: Was heisst Sammeln und Bewahren? Was soll für die Zukunft konserviert werden?»
Die Kunstinterventionen sind eine erstmalige Zusammenarbeit des Fricktaler Museums mit dem Kulturbüro Rheinfelden. Am 21. Mai und 14. Juni findet jeweils ein Künstlergespräch mit Kunz und Rüegg statt. «Die Besucher schätzen es, wenn ihnen jemand hilft, einen Zugang zu den Kunstwerken zu finden und den Blick lenkt», weiss Schöb Rohner aus Erfahrung. Als drittes Projekt begleitete die Basler Photographin Eleni Kougionis die beiden Kunstinstallationen und wird auch den weiteren Transformationsprozess dokumentieren und im Museum präsentieren.
Susanna Schlittler dankt den Rheinfeldern
Auch Stadträtin Susanna Schlittler nimmt die spezielle Stimmung im Museum wahr, wie sie in ihrem Grusswort stellvertretend für die verhinderte Leiterin des Kulturbüros, Brigitte Brügger, berichtete: «Man merkt, dass etwas geht: Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen.» Sie freute sich, dass der Transformationsprozess für die Nachwelt dokumentiert werde und dankte den Rheinfeldern für die Genehmigung des Kredits für den Umbau in Höhe von 6,8 Millionen Franken. Die fünf Millionen Franken für die Erneuerung der Dauerausstellung übernimmt die Ortsbürgergemeinde. Über den Swisslos-Fonds beteiligt sich der Kanton mit zwei Millionen Franken an den Kosten; Stadt und Ortsbürgergemeinde hoffen ausserdem auf private Spenden.
Im weiteren Jahresprogramm des Museums gibt es während des Frühlingserwachens am 1. Mai bei freiem Eintritt einen Flohmarkt im Hof und ein Suchspiel mit Museumskater Ruedi Mautz für Kinder. Am Internationalen Museumstag, 17. Mai, führt Pauline Dietschy, die junge Tochter des Hauses zur Sonne vor 170 Jahren, in einem Audioguide speziell für Kinder durchs Museum. Stadtführer Kurt Rosenthaler führt am 30. Mai als Pestdoktor durchs Museum; am 6. Juni werden im Museum Dulci-Cullus in der Kapuzinergasse in Kooperation mit dem Confiseur Ruedi Berner Schoggi-Ziegel hergestellt. Während des Mittelalter- und Fantasy-Fests in Rheinfelden am 27. und 28. Juni kann die Stadtmauer bei der Ringmauerscheune bestiegen werden.
In der zweiten Jahreshälfte wird es noch vereinzelte Veranstaltungen im Museum geben; so wird etwa in der Hellen Nacht der Industriekultur am 4. November noch einmal die Naglerwerkstatt in Betrieb sein und das ausgestorbene Handwerk lebendig werden lassen. Das Museum nimmt sich Zeit für seinen Abschied mit einer Party mit Musik und Tanz am 21. November und der wirklich letzten Gelegenheit, durch das leere Haus zur Sonne zu schlendern, am 29. November.


