Volksinitiative soll lanciert werden
Der Aargauer Regierungsrat sieht in Zukunft nur zwei Standorte für die Berufsfachschulen Gesundheit und Soziales vor, nämlich in Turgi und Suhr. Dagegen kämpft der Fricktaler Mitte-Grossrat Alfons P. Kaufmann. Zusammen mit Gleichgesinnten plant er ...
Volksinitiative soll lanciert werden
Der Aargauer Regierungsrat sieht in Zukunft nur zwei Standorte für die Berufsfachschulen Gesundheit und Soziales vor, nämlich in Turgi und Suhr. Dagegen kämpft der Fricktaler Mitte-Grossrat Alfons P. Kaufmann. Zusammen mit Gleichgesinnten plant er die Lancierung einer Volksinitiative für eine Gesundheitsschule in Rheinfelden.
Valentin Zumsteg
Der Wallbacher Mitte-Grossrat Alfons P. Kaufmann ist sauer auf die Regierung in Aarau: «Was wir hier in den letzten Monaten von Seiten des Departements Bildung, Kultur und Sport vorgesetzt bekommen, ist eine reine Pf lästerlipolitik, um gezielt dem Standort Rheinfelden keine Chancen mehr einzuräumen.» Dies sagte er vergangene Woche in einem Votum im Grossen Rat. Grund für den Ärger: Die aktuelle Planung der Aargauer Regierung sieht nur zwei Standorte für die Berufsfachschulen Gesundheit und Soziales vor, dies in Turgi und in Suhr (die NFZ berichtete).
«Ausbaumöglichkeiten sind gegeben»
Damit würde das Fricktal einmal mehr übergangen und seine heutigen Schulplätze im Gesundheitsbereich verlieren. Denn seit ein paar Jahren befindet sich im Rheinfelder Engerfeld ein Aussenstandort der Brugger Berufsfachschule Gesundheit und Soziales. «Im Engerfeld in Rheinfelden werden im Moment sechs Unterrichtszimmer beansprucht. Der Sportunterricht kann in der angemieteten Sporthalle sichergestellt werden. Ausbaumöglichkeiten kurzfristig, mittelfristig und auch langfristig sind gegeben», so Kaufmann. Doch bereits 2024 hat der Kanton der Stadt Rheinfelden mitgeteilt, dass ihr Schulareal Engerfeld nicht mehr in der engeren Auswahl für einen möglichen zweiten Standort der kantonalen Fachschule Gesundheit und Soziales ist.
Rheinfelden erfülle «leider nicht alle von uns definierten Kriterien» und werde daher nicht in die Shortlist für weitere Abklärungen aufgenommen. «Das Einzugsgebiet für den Standort Rheinfelden ist aus Sicht der Standortevaluation leider zu klein», begründet der Kanton.
«Die Zeit eilt»
Das ist für Alfons P. Kaufmann und viele Gleichgesinnte nicht akzeptabel. «Daher werden wir uns weiterhin für einen Standort Nord im Fricktal mit Rheinfelden und eventuell einen Standort Süd im Freiamt einsetzen», so Kaufmann. Zu diesem Zweck soll demnächst eine Volksinitiative lanciert werden, wie Kaufmann gegenüber der NFZ erklärt. Die Fricktaler Gesundheitsbetriebe stehen dahinter, ebenso zahlreiche Grossräte und Gemeindepolitiker.
Damit eine Volksinitiative zustande kommt, braucht es im Aargau 3000 Unterschriften. «Die Zeit eilt», betont Kaufmann. Zwar beträgt die Sammelfrist offiziell zwölf Monate, doch weil der Grosse Rat voraussichtlich bereits im nächsten März über die Standorte der Berufsfachschulen Gesundheit und Soziales entscheiden wird, bleibt deutlich weniger Zeit – sonst ist der Zug für das Fricktal endgültig abgefahren.