Möhlin und Rheinfelden erhöhen Sicherheit bei der Trinkwasser-Versorgung
Am Möhliner Ortsausgang Richtung Rheinfelden könnte das Stufenpumpwerk «Riburg» ab sofort in Betrieb genommen werden – gebaut wurde es für den Notfall.
Ronny Wittenwiler
Aufgrund zu geringen ...
Möhlin und Rheinfelden erhöhen Sicherheit bei der Trinkwasser-Versorgung
Am Möhliner Ortsausgang Richtung Rheinfelden könnte das Stufenpumpwerk «Riburg» ab sofort in Betrieb genommen werden – gebaut wurde es für den Notfall.
Ronny Wittenwiler
Aufgrund zu geringen Druckgefälles war ein gegenseitiger Wasseraustausch zwischen den Versorgergemeinden Möhlin und Rheinfelden bislang nicht möglich. Nur Möhlin konnte an Rheinfelden Wasser liefern – allerdings auch das nicht in ausreichender Menge. Doch nun ändert ein schlichtes Kabäuschen alles. Das praktisch fertig gebaute Stufenpumpwerk «Riburg» dient als Notpumpwerk für die jeweiligen Wasserversorgungen Möhlin und Rheinfelden.
3600 Liter pro Minute
In unmittelbarer Nähe zum Neubau gab es zuvor einen Ausgleichsschacht, der die Leitungen beider Wasserversorgungen miteinander verbunden hatte. «Deshalb war es sinnvoll, just hier mit einem Stufenpumpwerk den Netzverbund so auszubauen, dass in einer Notsituation beidseitig Trinkwasser in ausreichender Menge geliefert werden kann», sagt Sascha Peter, Sektionsleiter Aussendienste/Werke der Gemeinde Möhlin. Er zeichnete zusammen mit Beat Schöni – Sektionsleiter Tief bau der Stadt Rheinfelden – für die Projektleitung verantwortlich.
Einen ersten Blick ins Innenleben des gemeinsamen Stufenpumpwerks liessen sich am Dienstag auch Möhlins Gemeindeammann Loris Gerometta und Rheinfeldens Stadtpräsidentin Claudia Rohrer nicht nehmen. Im Untergrund, Ortsausgang Möhlin in Richtung Rheinfelden, bekamen sie von Michi Berger (Leitung Wasserversorgung Möhlin) gezeigt, wie dieser Austausch zwischen Möhlin und Rheinfelden im Notfall zu funktionieren hat. Die Pumpen laufen mit einer Leistung von 3600 Litern pro Minute.
Rund 880 000 Franken Baukosten
Die Kosten für das Werk teilen sich Möhlin und Rheinfelden hälftig auf. Für Möhlin hinzu kommen 10 000 Franken für den entsprechenden Landerwerb auf eigenem Gemeindebann, weshalb sich der vor einem Jahr an der Gemeindeversammlung in Möhlin bewilligte Bruttokredit auf 890 000 Franken belief (davon Anteil Rheinfelden: 440 000 Franken). Das Geschäft war völlig unbestritten. Jetzt, ein Jahr später, stehen zwar noch kleinere Abschlussarbeiten an, gemäss der Verantwortlichen deutet aber alles darauf hin, dass das Kostendach eingehalten oder womöglich gar unterschritten wird. Nebst den Baukosten teilen sich die Wasserversorgungen Möhlin und Rheinfelden künftige Unterhalts-, Betriebs- und Personalkosten.
«In Notlagen einander unterstützen»
Das gemeinsame Projekt folgt einem übergeordneten Leitfaden zur Planung der Trinkwasserversorgungssicherheit: Darin empfiehlt der Kanton jeweils Netzverbünde, mit denen Gemeinden einander in Notlagen unterstützen können. Das Stufenpumpwerk «Riburg» kommt dieser Empfehlung nach. Dort im Untergrund tauschen sich die beiden Nachbargemeinden aus. Dass das zwar nur für den Notfall gilt, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Möhlin und Rheinfelden auch in anderen Belangen schon längst nähergekommen sind.