Auf den Spuren der Flusskrebse
22.10.2026 Rheinfelden, MagdenWenn es dunkel wird, erwacht im «Chräbsebächli» in Magden eine faszinierende Unterwasserwelt. Bei einer nächtlichen Exkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Rheinfelden (NVR) entdeckten Naturinteressierte aus Magden und Rheinfelden zahlreiche junge Dohlenkrebse.
Am vergangenen Donnerstagabend lud der Natur- und Vogelschutz Magden im Rahmen seines 100-Jahr-Jubiläums zu einer besonderen Naturbegegnung ein. Unter der fachkundigen Leitung des lokalen Flusskrebsexperten Raphael Krieg begaben sich die Teilnehmenden nach Einbruch der Dunkelheit auf die Suche nach den heimischen Scherenträgern.
Trockenheit als zusätzliche Bedrohung
Ausgerüstet mit Taschenlampen erkundete die Gruppe den Dohlenkrebsbestand im «Chräbsebächli» in Magden. Mit Erfolg: Zahlreiche Jungkrebse konnten im Wasser entdeckt und beobachtet werden. Die Funde zeigten, dass sich die Tiere in diesem Gewässer fortpf lanzen – eine erfreuliche Beobachtung für den lokalen Artenschutz. Raphael Krieg vermittelte den Teilnehmenden spannende Einblicke in die Lebensweise und Biologie der Flusskrebse. Die nachtaktiven Tiere übernehmen wichtige Funktionen im Ökosystem der Fliessgewässer, bleiben aber für die meisten Menschen weitgehend unsichtbar.
Neben den faszi n ierenden Beobachtungen stand auch die Gefährdung der einheimischen Flusskrebse im Mittelpunkt. Denn ihre Lebensräume sind zunehmend unter Druck. Besonders die Trockenheit stellt eine Herausforderung dar. Sinkende Wasserstände und zeitweise austrocknende Bachabschnitte können die Bestände erheblich gefährden. Hinzu kommen Veränderungen der Gewässerlebensräume, Gewässerverschmutzung sowie die Konkurrenz durch invasive, nicht einheimische Krebsarten und die von ihnen übertragbare Krebspest. Die Exkursion verdeutlichte, wie wichtig intakte, naturnahe und ausreichend wasserführende Bäche für den langfristigen Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt sind.
Mit Veranstaltungen wie dieser möchte der NVR die Bevölkerung für die oft verborgenen Naturschätze der Region sensibilisieren und das Verständnis für ökologische Zusammenhänge stärken. «Die zahlreichen Jungkrebse zu entdecken, war ein besonderes Erlebnis. Gleichzeitig wurde deutlich, wie verletzlich diese Lebensräume sind. Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden müssen wir unseren kleinen Fliessgewässern und ihren Bewohnern mehr Aufmerksamkeit schenken. Naturschutz beginnt direkt vor unserer Haustür», hält der NVR fest.
Der Verein dankt Raphael Krieg herzlich für seine engagierte und fachkundige Führung sowie allen Teilnehmenden aus Magden und Rheinfelden für ihr grosses Interesse. (mgt)

