Aargauer Mittelschule ist politisch neutral
23.05.2023 Aargau, SchuleErgebnis einer Studie
Ende Juni 2022 überwies der Grosse Rat ein Postulat betreffend die Einhaltung der politischen Neutralität durch die kantonalen Mittelschulen. Nun liegen die Ergebnisse der in der Folge bei rund 6000 Schülerinnen und Schülern, 850 Lehrpersonen und ...
Ergebnis einer Studie
Ende Juni 2022 überwies der Grosse Rat ein Postulat betreffend die Einhaltung der politischen Neutralität durch die kantonalen Mittelschulen. Nun liegen die Ergebnisse der in der Folge bei rund 6000 Schülerinnen und Schülern, 850 Lehrpersonen und der Rektorin und den Rektoren der kantonalen Mittelschulen durchgeführten Umfrage vor. Im Zentrum der Befragung stand der Umgang mit politischen Themen im Schulunterricht. Der Regierungsrat hatte das Befragungsinstitut SO-TOMO, Zürich, mit der Durchführung einer auf wissenschaftlichen Kriterien basierenden Online-Vollerhebung beauftragt. Um eine hohe Repräsentativität zu erlangen, wurden alle Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen zur Teilnahme eingeladen, die Rektorin und die Rektoren der Kantonsschulen wurden interviewt. Ziel der Befragung war, zu erfahren, ob die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und politischen Fragestellungen aus Sicht der Betroffenen einseitig oder vielschichtig erfolgt und ob die Pluralität der Meinungen an den Mittelschulen respektiert wird.
An der Befragung nahmen knapp 40 Prozent aller Aargauer Mittelschülerinnen und Mittelschüler sowie knapp 60 Prozent aller Lehrpersonen teil. Die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen sind übereinstimmend der Ansicht, dass die politische Sozialisierung in erster Linie im Elternhaus und nicht in der Schule erfolgt. Gut die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler kann sich auf der Links-Rechts-Achse politisch verorten. Von denjenigen, die eine Verortung vorgenommen haben, stufen sich knapp 30 Prozent auf der linken Seite ein, zwei Drittel in der politischen Mitte und fünf Prozent rechts. Politische Debatten werden von Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schülern gleichermassen als lehrreich betrachtet. Lehrpersonen sind sich einig: Die persönliche Haltung hat nicht in den Unterricht einzufliessen. Nichts ist den Schülerinnen und Schülern an ihren Lehrpersonen so wichtig wie deren Fairness und Korrektheit ihnen gegenüber im Zusammenhang mit Leistungsbewertungen. Die politische Einstellung der Lehrpersonen interessiert die Schülerschaft hingegen nicht wirklich. Der Regierungsrat erkennt aufgrund der Ergebnisse keinen grundsätzlichen Handlungsbedarf. Er lädt die Schulen aber ein, sich mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen. (nfz)
