Viel Farbe und viele Zuschauende trotzten dem eher tristen Wetter
Sich am Sichtfeld in Gipf-Oberfrick zu langweilen, ist unmöglich. Auch beim zehnten Gang übers kleine Gelände, entdeckt das Publikum immer wieder etwas Neues. Nach der Traum/Alptraum-Welt im 2022, war ...
Viel Farbe und viele Zuschauende trotzten dem eher tristen Wetter
Sich am Sichtfeld in Gipf-Oberfrick zu langweilen, ist unmöglich. Auch beim zehnten Gang übers kleine Gelände, entdeckt das Publikum immer wieder etwas Neues. Nach der Traum/Alptraum-Welt im 2022, war diesmal viel Buntes und Fröhliches zu sehen.
Karin Pfister
Die Liebe zum Detail beeindruckt die Besucherinnen und Besucher jedes Jahr aufs Neue; diesmal waren die aufwändig gebauten und liebevoll dekorierten Bars dem Thema Kunst gewidmet. Das gesamte Openair war eine Kunstgalerie unter freiem Himmel und begeisterte mit Farbe und Kreativität; das Publikum durfte mitmalen und beim Audio-Rundgang auch mithören. Die einzelnen Werke waren diesmal mit QR-Codes versehen, in denen die Künstlerinnen und Künstler über die Entstehung und die Ideen hinter ihren Kunstwerken sprachen.
Der Philosoph Erich Fromm, 1900 geboren, war seiner Zeit weit voraus; sein Werk ist auch 2023 im Fricktal noch aktuell; der «Kunst des Liebens» war eine ganze Bar gewidmet. Auch in der «Flötengalerie», in der «Bemalbar» oder bei Leonardo Barvinci konnte man sich treffen. Auf grossen Anklang stiessen die farbigen Bienenwaben, welche auf dem ganzen Gelände verteilt waren. Darin konnte man sitzen, liegen, träumen, Musik hören, sich zurückziehen oder mit Freunden plaudern.
«Der Blick nach vorne ist auch ein Blick zurück», so Raphael Studer über die verspiegelte Bühne. Er amtet seit vier Jahren als OK-Präsident und gibt sein Amt nach dieser Ausgabe ab. In den Spiegeln auf beiden Seiten der Bühne war das ganze Gelände zu sehen; unter anderem auch das «Schmuseum», in dem die Sichtfeld-Plakate der vergangenen zehn Jahren als Ausstellung gezeigt wurden. «Der grösste Erfolg ist, dass es uns auch nach zehn Jahren noch gibt», meinte er als Fazit. Hinter dem Sichtfeld steht sehr viel ehrenamtliche Arbeit. Die 120 Vereinsmitglieder werden von zahlreichen Freunden unterstützt. Um den Aufbau zu bewältigen, waren total 200 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Das garstige Wetter – «Wenn es nicht geregnet hat, hat es gewindet», so Studer – war diesmal die grösste Herausforderung. Um das Gelände zu schonen, konnte nur bei trockenem Wetter mit schweren Maschinen gearbeitet werden. Diese aufwändige Methode, welche akribische Planung erforderte, war erfolgreich; die über 4000 Besucherinnen und Besucher konnten das Openair trotz viel Regen im Vorfeld auf einem intakten Feld geniessen. Auf der Bühne standen zahlreiche Bands verschiedener Stilrichtungen, die meisten davon aus der Schweiz, aber: «Ich komme wegen der Dekorationen, die Musik ist für mich Nebensache», so eine Stimme aus dem Publikum. «Man merkt schon, dass das Fricktal eine ländliche Gegend ist, wo viele begabte Handwerker leben. Die Bauten sind auch diesmal wieder super», so eine andere Besucherin.
Gefeiert wurde das 10-Jahr-Jubiläum – passend zum Motto – mit einem farbigen Feuerwerk. Die Ausstrahlung des Sichtfelds reicht inzwischen weit über die Region hinaus; im Helferteam engagiert, waren auch «Kollegen von Kollegen von Kollegen», so Studer aus Aarau, Zürich oder St.Gallen.