Was einem als OK-Mitglied alles passieren kann…
21.02.2023 Persönlich, WegenstettenRolf Gromann ist der neue «Läppli», den es ins Fricktal verschlagen hat
Vom 1. bis 3. September wird in Wegenstetten gefeiert. Informationen für das grosse Dorffest gibt es jetzt auch von einer berühmten Figur, nämlich von HD-Soldat Läppli.
Janine ...
Rolf Gromann ist der neue «Läppli», den es ins Fricktal verschlagen hat
Vom 1. bis 3. September wird in Wegenstetten gefeiert. Informationen für das grosse Dorffest gibt es jetzt auch von einer berühmten Figur, nämlich von HD-Soldat Läppli.
Janine Tschopp
«Guguuuuuuseli» ist die Begrüssung eines Altbekannten, der im Netz derzeit Werbung für das Dorffest in Wegenstetten macht. Das verschmitzte und etwas scheue «Guguuuuuuseli» ist die Begrüssung des HD-Soldaten Läppli, den viele aus älteren Filmen oder vom Theater Fauteuil in Basel kennen. In seiner herzigen und etwas unbeholfenen Art erklärt der «Läppli» wichtige Informationen zum Wegenstetter Dorffest. Er weist auf Veranstaltungen im Vorfeld des Festes hin oder motiviert die Bevölkerung, sich als Helfer zu engagieren.
Wie die Jungfrau zum Kind
Es ist nicht der «Läppli» vom Spalenberg in Basel, sondern der Wegenstetter «Läppli», Rolf Gromann, der derzeit auf der Dorffest-Homepage sowie auf Facebook und Instagram seine lustigen Geschichten und Anekdoten erzählt.
«Wie die Jungfrau zum Kind» sei er zu dieser Aufgabe gekommen, schmunzelt der 59-Jährige. Im Dezember 2021 habe er für das Dorffest-Adventsfenster einen Vers geschrieben. Gromanns Talent zum Schreiben und Reimen wurde somit entdeckt. Es entstand die Idee, mit einer altbekannten Figur für das Dorffest zu werben und dass OK-Mitglied Rolf Gromann die entsprechenden Geschichten dazu schreiben könnte. «Der HD-Soldat Läppli ist eine dankbare Figur», sagt Gromann, der schon als Bub gerne die Filme des tollpatschigen und gleichzeitig liebenswürdigen Hilfsdienst-Soldaten und später die Theaterauftritte am Spalenberg gesehen hatte.
Insgesamt sind in den letzten Wochen sieben kurze Filmchen entstanden. «Das Schreiben ist das kleinste Problem», findet Rolf Gromann. Viel schwieriger sei danach die Umsetzung bei den Filmaufnahmen. «Es muss spontan wirken und die Mimik muss stimmen», sind nur zwei Punkte, damit am Ende alles zusammenpasst. Er ist froh, dass er die Aufnahmen zu Hause «im stillen Kämmerchen» machen kann. Zum ersten Mal ist der «Läppli» am heurigen Neujahrsapéro in Wegenstetten aufgetreten. Zwar nicht Live, sondern mit einer Videobotschaft aus Ägypten, da er zu diesem Zeitpunkt tatsächlich dort weilte.
Von Familie Rasser genehmigt
Das OK wollte «auf Nummer sicher» gehen und fragte bei der Familie Rasser (Alfred Rasser, der Grossvater der heutigen Fauteuil-Besitzer, hat die Figur erfunden, die Redaktion) nach, ob sie mit ihrem «Läppli» fürs Dorffest werben dürfen. «Wir schickten Caroline Rasser einen Film und erhielten die Genehmigung», schildert Rolf Gromann. Es gab sogar noch grosse Unterstützung von den Profis. «Militärkleider hatte ich gefunden, aber keinen passenden Schnauz.» So durfte er die Fauteuil-Maskenbildnerin in ihrem Atelier besuchen und erhielt einen «Läppli-Schnauz», Schminktipps sowie Instruktionen, mit welcher Technik der Schnauz am besten hält und sich beim Sprechen trotzdem bewegt. «So wurde ich langsam zum Läppli.»
Seit vier Jahren am Planen
«Mitgegangen, mitgefangen», lacht Rolf Gromann. Vor vier Jahren formierte sich das OK mit der Idee, im Sommer 2021 ein grosses Fest im Dorf durchzuführen. Durch Corona wurde dieses auf September 2023 verschoben und die Vorbereitungszeit praktisch verdoppelt. Gromanns Ressort «Sponsoring und Tombola» war nicht immer sehr einfach in dieser speziellen Zeit. «Zuerst Corona, dann der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise», schildert das OK-Mitglied. «Heute Abend haben wir die 27. OK-Sitzung. Langsam wird alles konkret. Und ich glaube, die Bevölkerung freut sich auf ein grosses Fest im Tal.»
Eine Herausforderung für Rolf Gromann im OK war auch, dass er anfangs nur wenige Kontakte
im Dorf hatte. Aufgewachsen in Basel und Gelterkinden zog er zwar 1999 nach Wegenstetten, konnte sich aber aufgrund seiner damals intensiven beruflichen Tätigkeit kein grosses Netzwerk aufbauen. «2019 kam Sascha Gut auf mich zu und fragte, ob ich im OK mitwirken wolle. Wir kannten uns vom Strassenfest.» Und dann begann für ihn das Abenteuer «Dorffest Wegenstetten».
«Ja, ich würde es grundsätzlich wieder tun», sagt der neue «Läppli» von Wegenstetten.


