135 Jahre kommen zu einem Ende

  07.04.2022 Rheinfelden, Musik

Christkatholischer Kirchenchor Cäcilia

In fröhlicher Runde fand am 30. März die Generalversammlung des christkatholischen Kirchenchors Cäcilia zu St. Martin in Rheinfelden statt. Es war eine besondere Generalversammlung, denn sie beschloss die Auf lösung dieses Vereins, der es sich seit seiner Gründung vor 135 Jahren zur Pflicht gemacht hatte, in den Gottesdiensten der Rheinfelder Stadtkirche St. Martin zu singen.

Schon seit einiger Zeit ist es nicht mehr gelungen, genügend Sängerinnen und Sänger zum gottesdienstlichen Gesang zu bewegen; lediglich für Festgottesdienste wie etwa für die Christnacht fanden sich genügend Sangesfreudige. Für andere Auftritte, wie etwa für den kürzlichen Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Peter Grüter, mussten jeweils neben dem Chorleiter Raitis Grigalis weitere professionelle Sänger oder Sängerinnen zugezogen werden, um als Chor klingen zu können. So beschlossen die wenigen noch aktiven Chormitglieder mit ihrer Präsidentin Birgit Vouga, aufzuhören, solange es ihnen noch Freude macht. Um jedoch das Vereinsleben der Kirchgemeinde zu stärken, wurde ein Teil des finanziellen Vermögens des Chors an den Verein Alvitur Balti übertragen. Dieser Verein, der sich der aktiven Pflege des Mittelaltertums widmet, ist zurzeit der lebendigste Verein der Kirchgemeinde. Vor einigen Jahren hat er sein Vereinslokal im Keller des Kirchgemeindehauses eingerichtet und muss dieses nun wegen Schimmelbefall zum wiederholten Mal sanieren. Da er während der Pandemie keine Einnahmen erwirtschaften konnte, bildet diese Sanierung für den Verein ein finanzielles Problem, selbst wenn seine Mitglieder die meisten Arbeiten selbst durchführen. Der Grossteil des Chorvermögens wird jedoch der Kirchgemeinde treuhänderisch übertragen zuhanden eines künftigen Kirchenchors. Pfarrer Peter Grüter dankte den Mitgliedern des Chores sowie allen Sängerinnen und Sängern früherer Generationen herzlich für ihr Wirken. «135 Jahre lang gesungenes Gotteslob in den Gottesdiensten der Stadtkirche St. Martin – das ist etwas Grosses», heisst es in einer Medienmitteilung. (mgt)


Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote