Laufenburg: Herbert Weiss steht nur als Stadtammann zur Verfügung

Do, 26. Aug. 2021
Christian Rüede (von links), Regina Erhard und Herbert Weiss möchten sich weiterhin für Laufenburg einsetzen. Foto: sh

Für Herbert Weiss, Regina Erhard und Christian Rüede ist der Laufenburger Stadtrat eine Kollegialbehörde mit fünf gleichwertigen Mitgliedern. Jeder nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Seine sei die des Stadtammannes, darauf baue seine ganze Arbeit auf, sagt Herbert Weiss. Wird er am 26. September als Ratsmitglied, nicht aber als Ammann bestätigt, wird er das Amt nicht annehmen.

Susanne Hörth

Zweieinhalb Wochen sind seit den überraschenden Kandidaturen von Meinrad Schraner (SVP) als Laufenburger Stadtammann und André Maier (FDP) als Vizeammann vergangen. Tage, in denen viel diskutiert, nach- und hinterfragt wurde. Wie erlebt der amtierende und sich wieder zur Verfügung stellende Stadtammann Herbert Weiss (Die Mitte) diese Zeit. «Ich werde viel darauf angesprochen. Spüre auch von verschiedensten Seiten Unverständnis.» Weiss blickt auf eine langjährige Ratstätigkeit zurück: früher Gemeindeammann im mittlerweile zu Laufenburg gehörenden Sulz, seit acht Jahren Stadtammann der Fusionsgemeinde.

Natürlich sei aktuell ein Spannungsfeld innerhalb des Ratsgremiums vorhanden. Viel wichtiger aber sei, «dass wir für die Stadt arbeiten dürfen. Das hat Vorrang vor allem.» An dieser Stelle führt Herbert Weiss neben laufenden Sachgeschäften auch die Projekte im Wert von über 30 Millionen Franken auf, die in jüngerer Vergangenheit umgesetzt werden konnten. «Projekte, auf die wir stolz sein dürfen und wir auch von ausserhalb Anerkennung erhalten haben.»

Klare Ansage
Als Stadtammann möchte er die Projekte und Sachgeschäfte auch die nächsten vier Jahre weiter vorantreiben und zum Abschluss bringen. Sollte er als Ratsmitglied, nicht aber als Stadtammann am 26. September bestätigt werden «nehme ich das Amt nicht an.» Diese klare Ansage untermauert Weiss mit der erklärenden Bemerkung: «Ich habe meine Rolle im Gremium. Meine ganze bisherige Arbeit richtet sich danach aus.» In dieser Funktion ist er zudem in verschiedenen regionalen und kantonalen Verbänden vertreten, unter anderem als Vorstandsmitglied bei der Gemeindeammänner-Vereinigung des Kantons Aargau. Die für das Amt des Stadtammannes zwingend nötige Zeit könne er wie bisher auch künftig dank eines sehr entgegenkommenden Arbeitgebers aufbringen.

«Wir entscheiden im Kollegialitätsprinzip. Da muss man auch in der Lage sein, intensiv zu diskutieren und wenn nötig auch hart zu entscheiden.» Damit macht Herbert Weiss deutlich, wie wichtig für ein gut funktionierendes Gremium jedes Ratsmitglied und seine Aufgaben sind. Mehrfach im Gespräch verweist Herbert Weiss zudem voller Lob auf die «kompetente, sehr professionelle Verwaltung». Sie sei ein wichtiger Partner für den Stadtrat.

Unterstützung von SVP-Mitglied
Christian Rüede, SVP und seit acht Jahren Stadtratsmitglied, distanziert sich deutlich vom Vorgehen der beiden Laufenburger Ortsparteien SVP und FDP. «Ich erlebte Herbert Weiss in den letzten acht Jahren als engagierten, kompetenten und loyalen Stadtammann, welcher das Kollegialitätsprinzip lebt. Er hat meine volle Unterstützung.» Rüede hatte vom Vorhaben der SVP-Ortspartei weder Kenntnis noch war er darin involviert. Für die Kandidatur als Vizeammann hat sich Christian Rüede entschieden, nachdem klar war, dass sich der bisherige Amtsinhaber nicht mehr zur Verfügung stellt. Als loyal und kompetent beschreibt auch Regina Erhard (Die Mitte, seit bald fünf Jahren Stadträtin) Herbert Weiss. Der von Meinrad Schraner und André Maier angestrebte Führungswechsel hätte bei ihr einen Schock ausgelöst. Das Wiederantreten der Räte in ihren bisherigen Ämtern sei an der Klausurtagung im Frühling besprochen und beschlossen worden. «Für mich war der gemeinsame weitere Weg klar.» Sie wie auch Herbert Weiss und Christian Rüede wollen diesen eingeschlagenen Weg gemeinsam weitergehen, sich dabei an das mit der Bevölkerung erarbeitete Leitbild 2030 mit seinen 13 Schwerpunkten halten. «Wir stehen für ein Wir», sagt Herbert Weiss.

Kommentare

In den letzten Monaten hat unsere Familie genügend "harte Entscheidungen" von diesem Gremium erfahren! Keinerlei sozialverträgliches Vorgehen, vermischen von Sachgeschäften jeweils immer zu ungunsten des Bürgers, übergehen von Meinungen der Sach- und Fachkommissionen. Die Gemeinderäte werden vom Volk gewählt um das Volk u.a. gegenüber den Behörden zu vertreten. Hier scheint aber das Amt wichtiger zu sein als der eigentliche Dienst am Volk. Diese Gemeinderäte sind für mich definitiv nicht mehr wählbar und ich hoffe sie machen echten Volksvertretern Platz.

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