Der Unmut kommt per Petition

Fr, 23. Jul. 2021
Diese Parkplätze beim Einkaufszentrum Kaiserhof beziehungsweise die geplante Bezahlschranke sorgen weiterhin für Diskussionen. Foto: Valentin Zumsteg

Petitionäre verlangen vom Gemeinderat Kaiseraugst im Zusammenhang mit der geplanten Schrankenanlage beim Kaiserhof eine härtere Linie. Mit ihren Bedenken zu den Verkehrsauswirkungen aufs Quartier fühlen sie sich im Stich gelassen.

Ronny Wittenwiler

Die Gemeindeverwaltung erhält in diesen Tagen Post aus dem Junkholzweg und den angrenzenden Quartierstrassen. Deren Anwohner verlangen mittels Petition, dass der Gemeinderat bei der Bewilligung für die Bezahlschranke beim Coop-Einkaufszentrum Kaiserhof nochmals über die Bücher geht.

«Wir verlangen, dass sich der Gemeinderat für seine Bürger starkmacht», sagt Ulrich Brückner. Er weist daraufhin, dass entlang des Junkholzwegs und in den Querstras sen rund 500 Leute wohnen würden. «Somit sind rund zehn Prozent aller Personen aus Kaiseraugst von den Auswirkungen der Baubewilligung betroffen.» Andreas Maurer, der zusammen mit Brückner die Petition organisiert, sagt: «Es stinkt uns, als Betroffene künftig einen Kleinkrieg gegen Falschparker führen zu müssen.»

«Wir sind befremdet»
Zur Vorgeschichte: Anfangs Juni bewilligte der Gemeinderat das Baugesuch für eine Schrankenanlage beim Coop. Gegen das Gesuch gingen im Vorfeld über 130 Einsprachen aus der Bevölkerung ein. Anstösser befürchteten wegen der Bezahlschranke eine Zunahme von Schleichverkehr und Fremdparkieren in den Quartieren (die NFZ berichtete). Zwei Wochen nach der verfügten Baubewilligung für die Schrankenanlage hat der Gemeinderat diese am 21. Juni widerrufen, dies laut eigenen Angaben aus formellen Gründen. Im Ergebnis werde sich nichts ändern, liess Gemeindeschreiber Dunkel ausrichten. Dass sich noch was ändert, darauf hingegen spielt die Petition nun an. Im Wortlaut lässt man den Gemeinderat wissen: «Wir sind befremdet, dass wir als Anwohner und durch die Nebenwirkungen der Schranken direkt Betroffene nicht in die Aufarbeitung der Einsprachen einbezogen wurden.» Man habe den Anliegen der Anwohner kein Gehör geschenkt, lautet der Vorwurf.

Pochen auf Einspracheverhandlung
Unter anderem verlangen die Petitionäre eine dahingehende Verbesserung der Signalisationen, dass diese den Coop-Verkehr klar und deutlich vom Junkholzweg abhalten würden. Denn: Die vom Gemeinderat angekündigten Massnahmen würden nicht ausreichen. «Wir sind der Meinung, dass – auch wenn die Gebührenschranken nicht zu verhindern sind – trotzdem einiges mehr um den Coop gemacht werden müsste, um die Verkehrssituation zu verbessern, den Verkehr durch den Junkholzweg zu unterbinden und das missbräuchliche Parkieren zu stoppen.» Die Petitionäre wollen, dass eine Einspracheverhandlung zu Stande kommt, «in der wir Anwohner unsere Beobachtungen und Lösungsvorschläge mit dem Coop im Beisein der Gemeinde diskutieren können.» Die Petition hätten sie in den angrenzenden Quartieren breit gestreut, erklären Brückner und Maurer. Die beiden rechnen mit vielen Unterzeichnenden.

Das sagt die Gemeinde
Man habe Kenntnis von der Petition, bestätig t Gemeindepräsidentin Françoise Moser auf Anfrage der NFZ: «Seit letzter Woche erreichen uns täglich unterschriebene Petitionsbögen. Inzwischen sind 86 Unterschriften zusammengekommen. Wir erwarten in den nächsten Tagen sicherlich noch einige mehr.» Zum Sachverhalt der Petition könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine vertieften Aussagen machen, da man sich nach wie vor in einem laufenden Verfahren befinde. Moser sagt aber: «Der Gemeinderat hat grosses Verständnis für die Befürchtungen aus der Anwohnerschaft.» Weitere Informationen seien für Mitte August vorgesehen.

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