Tempo 30 zum dritten Mal abgelehnt

Di, 09. Mär. 2021
Ende 2019 wurde in Gipf-Oberfrick eine Petition für die Einführung von Tempo 30 beim Gemeinderat eingereicht. Der entsprechende Antrag scheiterte am Sonntag an der Urne. Foto: NFZ Archiv

Gipf-Oberfrick hat die Einführung der Tempolimite an der Urne bachab geschickt

Der Kredit von 170 000 Franken für die Einführung von Tempo 30 auf allen Quartierstrassen in Gipf-Oberfrick wurde mit 887 Nein-Stimmen gegen 769 Ja-Stimmen abgelehnt. Bei 1656 in Betracht fallenden Stimmzetteln lag die Stimmbeteiligung bei 63,4 Prozent.

Susanne Hörth

Auch im dritten Anlauf hatte die Einführung von Tempo 30 beim Gipf-Oberfricker Stimmvolk keine Chance. Natürlich sei die Enttäuschung gross, sagt Melanie Jenni vom Komitee «Pro Tempo 30 für mehr Wohnqualität». Sie ist überzeugt, dass Gipf-Oberfrick eine grosse Chance verpasst habe. Gleichwohl merkt sie an, dass gegenüber vor zehn Jahren sich dieses Mal mehr Leute für die Einführung ausgesprochen haben. Gereicht hat es dennoch nicht.

Darüber ist man auf Seite der Gegner von Tempo 30 sehr froh. «Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich habe damit gerechnet, dass es knapp werden würde, nun lag unser Vorsprung jedoch bei 118 Stimmen, was bei einer Gesamtstimmenzahl von 1656 beachtlich ist», so Emanuel Suter vom Komitee gegen die Einführung von Tempo 30. Der Gipf-Oberfricker SVP-Grossrat ist überzeugt, dass sich der von beiden Seiten her sehr engagiert geführte Abstimmungskampf auch bei der hohen Wahlbeteiligung deutlich gemacht habe. Suter führt hier noch an: «Der Umstand, dass die Stimmbeteiligung derart hoch war, macht das Abstimmungsresultat umso bedeutender. Auch deshalb erwarte ich nun vom Gemeinderat, dass er vom mittelfristigen Ziel im Kommunalen Gesamtplan Verkehr, Tempo 30 in Gipf-Oberfrick einzuführen, abrückt.» Dass das Resultat der Urnenabstimmung gegen die Einführung dieser Geschwindigkeitsbegrenzung ausfiel, erklärt sich Suter auch mit: «Wir konnten aufzeigen, dass in Gipf-Oberfrick bereits jetzt anständig gefahren wird und die Unfälle der letzten Jahre keinen Zusammenhang mit dem aktuellen Geschwindigkeitsregime haben. Zudem denke ich, dass sich die Leute nicht immer mehr und strengere Regeln aufbürden lassen wollen.»

Fairer Abstimmungskampf
Jetzt müsse der Gemeinderat nun als erstes das Resultat analysieren, sagt Melanie Jenni. Wenn auch nicht jetzt, so ist sie aber überzeugt, dass Tempo 30 in Gipf-Oberfrick irgendwann kommen wird.

Der Gipf-Oberfricker Gemeinderat dankt in seiner Stellungnahme den Befürwortern und Gegnern für ihr Engagement und für den gesamthaft gesehen fair geführten Abstimmungskampf. Das Ratsgremium akzeptiere den Entscheid und werde an einer der nächsten Sitzungen das Resultat analysieren. «Dabei soll auch die weitere Strategie bezüglich Verkehrssicherheit auf unseren Quartierstrassen diskutiert werden.» Zum Urnenentscheid von Sonntag wird noch ergänzt, dass dieser abschliessend ist, somit kein Referendum dagegen ergriffen werden kann. Möglich wäre höchstens eine Abstimmungsbeschwerde, sofern die Abstimmung oder das Resultat nicht korrekt durchgeführt beziehungsweise ermittelt worden wären.

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