Kreative Krachmacher gesucht

Di, 02. Mär. 2021
«Wer Lust hat, sich kreativ auszudrücken, ist dazu herzlich eingeladen», sagt Peter Geiselhart. Foto: Ronny Wittenwiler

Mehrere Jugendorganisationen bieten erneut eine Plattform für alles, was man kreativ zum Ausdruck bringen kann; egal in welcher Form. Federführend sind wieder Rheinfelden und Möhlin.

Ronny Wittenwiler

2019 war es, als Peter Geiselhart und Bettina Ludwig das Projekt «Hörmalrhein: Mach Dein Ding» ins Leben gerufen hatten; er vom Trägerverein Schjkk in Rheinfelden, sie von der Offenen Jugendarbeit Möhlin (JAM), zusammen waren sie quasi so etwas wie die geistigen Bühnenbauer für all die Talente, die etwas zum Ausdruck bringen wollten. Mit im Boot sassen weitere Jugendorganisationen links und rechts des Rheins, und das Projekt kenterte nicht. Unter dem Motto «Meine heile Welt» entstanden diverse künstlerische Beiträge, die noch heute auf der Projektseite im Internet eingesehen werden können. Jetzt geht es in die zweite Runde, und an der Lautstärke wird fröhlich experimentiert: «Ich mach Krach.» So das diesjährige Motto.

«Jetzt erst recht!»
Nicht, dass die regionale Jugendarbeit auf diese Pandemie gewartet hätte, im Gegenteil: «Bei vielen Projekten herrscht derzeit Planungsunsicherheit», sagt Peter Geiselhart. Gerade deswegen kommt die zweite Runde von «Hörmalrhein» zum richtigen Zeitpunkt. Wer sich künstlerisch betätigen will, kann Ort und Zeitpunkt für seinen Beitrag selbst wählen. Diese Individualität spielt den Organisatoren in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungsverboten in die Hände. Und so sollen Kinder und Jugendliche wieder zu Produzenten, zu Musikern oder grundsätzlich zu Überbringern einer Botschaft werden. «Wer Lust hat, sich kreativ auszudrücken, ist dazu herzlich eingeladen», sagt Geiselhart, und richtet diese Worte selbst an Erwachsene.

Ab Juni können alle mal rheinhören
Eine Besonderheit ist die flexible wie auch professionelle Unterstützung, etwa, wenn die Umsetzung einer guten Idee ins Stocken gerät. «Wir organisieren dann zum Beispiel aus dem zur Verfügung stehenden Budget den Tanzlehrer, der mit der Gruppe eine passende Choreografie einstudiert.» Die Beiträge müssten allerdings nicht zwingend musikalische oder tänzerische Elemente beinhalten, das betont der Jugendarbeiter explizit. «Wir hoffen, im Juni erste Ergebnisse präsentieren zu können.» Die Beiträge werden danach kontinuierlich auf die Projekt-Webseite hochgeladen. Deshalb gilt ab sofort: Ärmel hochkrempeln und Krach machen. Aber warum eigentlich?

Das Motto habe man gemeinsam mit den Jugendlichen gewählt, sagt Peter Geiselhart. «Ich kann Krach machen gegen eine Sache, die nicht gut läuft. Ich kann Krach machen für eine Sache, die gut läuft. Ich glaube, es gibt immer die Möglichkeit, sich zu positionieren.» Das Projekt soll somit allen eine Plattform sein, die etwas zu sagen haben. Ob mit oder ohne Worte. Peter Geiselhart ist überzeugt: Wer als junger Erwachsener einmal zurückblicken und feststellen werde, wie er einst Mut und Vertrauen fasste, etwas ausprobierte, «vielleicht als Zehnjähriger in einem Tonstudio stehen und seinen eigenen Song aufnehmen. Ich glaube, das prägt nachhaltig fürs Leben.» Vielleicht prägt das auch dann, wenn nicht immer alles bloss heile Welt ist.

Professionelle Workshopleiter aus der Tanz- und Musikszene begleiten und unterstützen das Projekt. Interessierte können sich bei den Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern vor Ort melden oder unter «hoermalrhein@schjkk.ch». Weitere Infos im Internet.

www.hoermalrhein.com

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