Naturförderung im Fricktal

Do, 18. Feb. 2021
Die Lienerthalde in Kaiseraugst ist der letzte Hochstamm-Obstgarten der Gemeinde. Ein ideales Gebiet für die Förderung von Steinkauz, Wiedehopf, Gartenrotschwanz und Neuntöter. Fotos: zVg

Steinkauz und Wiedehopf wieder ansiedeln

Der Planungsverband Fricktal Regio setzt sich für Natur und Landschaft ein und hat dazu eine Leistungsvereinbarung «Natur und Landschaft» mit der Abteilung Landschaft und Gewässer abgeschlossen. Am Beispiel eines Hochstammprojektes aus Kaiseraugst wird die Idee dieser Zusammenarbeit verdeutlicht.

Steinkauz und Wiedehopf sollen sich in der Nordwestschweiz wieder ansiedeln. Um diese Chance zu erhöhen und weitere seltene Vogelarten wie Gartenrotschwanz und Neuntöter zu fördern, ist der Hochstamm-Obstgarten Lienerthalde in Kaiseraugst aufgewertet worden. In Zusammenarbeit zwischen dem Natur- und Vogelschutzverein Kaiseraugst, dem Planungsverband Fricktal Regio und BirdLife Schweiz sind im Herbst 2019 und Frühling 2020 verschiedene Massnahmen umgesetzt worden.

Lienerthalde – der letzte Hochstamm-Obstgarten in Kaiseraugst
Die Lienerthalde am Nordhang südlich der Autobahn A3 in Kaiseraugst ist der letzte Hochstamm-Obstgarten in der Gemeinde. Das Grundstück, das den Kaiseraugster Ortsbürgern gehört, wurde 2002 vom Natur- und Vogelschutzverein Kaiseraugst (NVVK) gepachtet, um es vor der kompletten Vergandung zu bewahren. Heute stehen auf dem zirka 2,5 Hektar grossen Gelände über 120 Hochstamm-Obstbäume, vom frisch gepf lanzten Baum bis zum alten, absterbenden Baumriesen. Kirschen, Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Quitten, Mirabellen, Pflaumen und Walnüsse können geerntet werden. Das Gebiet wird umsäumt von Hecken und Wald. Diverse Altholzhaufen wurden an den sanft bis steil abfallenden Hängen aufgeschichtet. Im Sommer beweiden Galloway Rinder des Hofguts Farnsburg die Wiesen. Die Lienerthalde ist ein ideales Gebiet für die Förderung von Steinkauz, Wiedehopf, Gartenrotschwanz und Neuntöter.

Steinkauz und Wiedehopf sind willkommen
Steinkauz und Wiedehopf sind im nördlich des Rheins an Kaiseraugst angrenzenden Markgräflerland seit ein paar Jahren wieder heimisch. Die Lienerthalde wäre folglich der prädestinierte Ort für ihren Eintritt in die Nordwest-Schweiz. Im Frühling 2020 wurde ein Wiedehopf in Kaiseraugst beobachtet, wahrscheinlich auf seinem Durchzug Richtung Norden. Um die Gegend für ihn und den Steinkauz attraktiv zu gestalten, wurden folgende Aufwertungsmassnahmen umgesetzt:
• Erneuern der bestehenden zwei Nistkästen für Steinkäuze
• Aufstellen eines Nistkastens für den Wiedehopf
• Aufhängen weiterer Nistkästen für den Gartenrotschwanz an den Obstbäumen
• Pflanzung zweier weiterer kleiner Hecken mit Dornbüschen für den Neuntöter
• Abtragen des nährstoffreichen Oberbodens auf zirka drei Aren am sonnigen Westhang zur Bekämpfung der Brombeeren mit anschliessender Ansaat einer Magerwiese

In etwa zwei Jahren soll auf der neu angelegten Fläche eine lückige, blütenreiche Magerwiese mit einem hohen Insektenreichtum entstehen. Diese bildet für Steinkauz, Wiedehopf, Gartenrotschwanz und Neuntöter eine wichtige Nahrungsgrundlage. Beim Montieren der neuen Nistkästen und Pflanzen neuer Hecken halfen über vierzig freiwillige Helferinnen und Helfer des NVVK mit. (Artikel aus Umwelt Aargau Nr. 85)


Leistungsvereinbarungen mit Regionalplanungsverbänden für mehr Natur in der Region

Der Kanton unterstützt Regionalplanungsverbände (Replas) über Leistungsvereinbarungen bei ihren Tätigkeiten im Bereich Natur und Landschaft. Primär geht es um die Stärkung der organisatorischen Voraussetzungen, damit eigene Projekte initiiert und umgesetzt werden können. Der Kanton erhofft sich mit den so aufgebauten dezentralen Strukturen ein besseres Ausschöpfen regionaler Ideen, eine gemeindeübergreifende Abstimmung und eine höhere Akzeptanz der kantonalen Projekte und Massnahmen.

Aktuell bestehen mit den Regionalplanungsverbänden Fricktal Regio und Unteres Bünztal Leistungsvereinbarungen.


Regionale Landschaftskommission Natur und Landschaft des Planungsverbands Fricktal Regio

Der Erfolg der regionalen Landschaftskommission beruht auf einer breit abgestützten Zusammensetzung mit Vertreterinnen aus verschiedenen Berufen und mit unterschiedlichen Funktionen. Dank des sich daraus ergebenden, interdisziplinären Dialogs, können mehrheitsfähige Lösungen mit langfristigem Horizont gefunden werden.

In der regionalen Landschaftskommission engagieren sich aktuell folgende Mitglieder: Sandra Eckhardt (Geschäftsstelle Planungsverband Fricktal Regio), Kathrin Hasler (Grossrätin und Obstbäuerin, Hellikon), Martin Hohermuth (Natur- und Vogelschutzverein Möhlin), Stefan Landolt (pensionierter Förster), Raphael Leder (Kanton Aargau, Abt. Landschaft und Gewässer, Gewässerunterhalt), Ursula Philipps (Kanton Aargau, Abt. Landschaft und Gewässer, Sektion Natur und Landschaft), Thomas Rohrer (Gemeindeammann Hellikon, Mitglied des Repla-Vorstands), Anja Trachsel (Jurapark Aargau) und Roman Turtschi (Werkhof-Leiter der Gemeinde Kaiseraugst).

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