Sekundarschule Wegenstetten: Keine Verlängerung der Ausnahmebewilligung

| Fr, 13. Nov. 2020

Zur Weiterführung des Sekundarschulstandorts in Wegenstetten haben die vier Gemeinden des Wegenstettertals eine Verlängerung der laufenden Ausnahmebewilligung beantragt. Das kantonale Bildungsdepartement lehnt den Antrag ab.

Da dem Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) bis heute keine konkrete rechtskonforme Lösung vorliegt und auch die Rahmenbedingung für eine Kreisschule Thierstein nicht genügen, wird diese Ausnahmebewilligung abgelehnt, heisst es in einer Medienmitteilung. Einzig mit Absichtserklärungen aller betroffenen Gemeinden wäre eine einjährige Verlängerung möglich.
Im 2017 hat die Gemeinde Möhlin fristgerecht unter Beachtung der zweijährigen Kündigungsfrist den interkommunalen Vertrag zwischen den Einwohnergemeinden Möhlin, Wegenstetten, Hellikon, Zuzgen und Zeiningen über die gemeinsame Führung der Oberstufenabteilungen per Schuljahr 2019/20 mit der Begründung, die Oberstufe neu zu strukturieren, gekündigt. Infolgedessen kann der Standort Wegenstetten die geltenden rechtlichen Vorgaben hinsichtlich Anzahl Abteilungen nicht mehr erfüllen und somit seit dem Schuljahr 2019/20 nicht mehr rechtskonform als eigenständiger Oberstufenstandort geführt werden.
Zu einer Lösungsfindung hat das Departement BKS dem Standort Wegenstetten eine zweijährige Ausnahmebewilligung zur Weiterführung der Sekundarschule gewährt. Diese läuft Ende des Schuljahrs 2020/21 aus. Die damalige Bewilligung des BKS stützte sich auf die Vereinbarung der Gemeinderäte Möhlin, Hellikon, Wegenstet
ten, Zeiningen und Zuzgen vom Februar 2019, welche besagt, dass, wenn bis zum Schuljahr 2021/22 keine konkrete Lösung vorliegt, künftig alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in Möhlin beschult werden.
"Bis heute liegt kein Beschluss für eine rechtskonforme Lösung vor, welche die Weiterführung des Standorts Wegenstetten ermöglichen würde. Ebenso bilden die vorgelegten Rahmenbedingungen einer allfälligen Kreisschule Thierstein keine ausreichende Grundlage für eine rechtmässige Beschulung der Sekundar- und Realschülerinnen und -schüler der vier Gemeinden des Wegenstettertals am Standort Wegenstetten", heisst es aus Aarau.
Die dem BKS vorgelegten Eckwerte einer Kreisschule Thierstein reichen für die ordentliche Erfüllung des Bildungsauftrags nicht aus. Im Gegenteil: Die angedachten Vertragsbedingungen und die aufgezeigte Ressourcenplanung sind ungenügend. Der vorgesehene Aussenstandort Wegenstetten hätte aufgrund der für sich alleine zu geringen Schülerzahlen nicht die Grösse, um das vom Gesetzgeber geforderte Bildungs- und Förderangebot zuverlässig bereitzustellen und das Recht auf gleiche Bildungsmöglichkeiten zu gewährleisten. Der Bildungsauftrag gemäss Lehrplan sowie die gesetzlich verankerte Pflicht zur Förderung von begabten, lernschwachen, fremdsprachigen oder beein-trächtigten Jugendlichen könnte mit der vorgesehenen An-zahl Lektionen nicht erfüllt werden.
Um an einer Kreisschule Thierstein den verfassungsmässigen Bildungsauftrag vollumfänglich zu erfüllen, wäre eine angemessene Verteilung des gesamten Ressourcenkontin-gents beziehungsweise ein Schüleraustausch zwischen den geplanten Standorten Gipf-Oberfrick und Wegenstetten zwingend notwendig. Dem BKS liegen keinerlei Hinweise vor, welche erkennen lassen, dass eine solche Verteilung oder ein solcher Austausch von den betroffenen Gemeinden beabsichtigt wird.
Aus diesen Gründen wird die beantragte Verlängerung der Ausnahmebewilligung für die Führung einer eigenständigen Sekundarschule in Wegenstetten vom BKS abgelehnt.
Sollten jedoch bis am 15. Dezember 2020 alle involvierten Gemeinderäte dem BKS die Bereitschaft bestätigen, eine Kreisschule Thierstein anzustreben, welche mit einem Schüleraustausch und/oder einer angemessenen Verteilung der Lektionen die Erfüllung des verfassungsmässigen Bildungs-auftrags gewährleistet, und sich bereiterklären, spätestens an der Sommergemeindeversammlung 2021 über diese ab-zustimmen, würde eine Weiterführung der Sekundarschule in Wegenstetten für das Schuljahr 2021/22 gewährt.
Wenn diese Absichtserklärungen nicht vorliegen, werden ab dem Schuljahr 2021/22 neben den Schülerinnen und Schü-lern der Real- und Bezirksschule auch die Sekundarschülerinnen und -schüler aus dem Wegenstettertal die Oberstufe in Möhlin besuchen. Somit erhalten insbesondere die Lehr-personen und die Schülerinnen und Schüler der Sekundar-schule Wegenstetten noch vor Ende Jahr Planungssicherheit.

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