Möhlins Bauern machen Abstimmungskampf

Do, 29. Okt. 2020
Mit Plakaten in den Abstimmungskampf. Am 29. November entscheidet die Gemeinde Möhlin über den Kredit für eine Testplanung beim Areal nördlich des Bahnhofs. Foto: Ronny Wittenwiler

Das Komitee «Pro Kulturland» lehnt die Testplanung nördlich des Bahnhofs Möhlins ab. Die Mittelschule solle zudem in Frick oder Stein gebaut werden und nicht am Standort Möhlin/ Rheinfelden.

Ronny Wittenwiler

Am 29. November wird sich zeigen, wieviel die Unterschriften Wert sind. 969 sind es am Ende geworden; Unterschriften, mit denen das mehrheitlich bürgerliche Komitee unter dem Namen «IG pro Mittelschule» die Referendumsabstimmung erwirkt (die NFZ berichtete). Geht es nach dieser Interessengruppe, soll der Kredit für eine Testplanung auf dem Gebiet nördlich des Bahnhofs Möhlin angenommen werden.

Schon länger als die «IG pro Mittelschule» existiert das Komitee «Pro Kulturland» und seit dieser Woche tritt die Organisation wieder stark in Erscheinung. Davon zeugen die grossen Tafeln, wie sie nun an Dorfeingängen und neuralgischen Punkten mitten in Möhlin ins Auge stechen. «Nein zum Testplanungskredit» lässt das Komitee auf diesen Tafeln verlauten. Eigenen Angaben zufolge gehören dem Komitee «interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger an, denen Kulturland und eine nachhaltige Entwicklung von Möhlin am Herzen liegen.» Vornehmlich eine grosse Anzahl hiesiger Landwirte dürfte der Interessengruppe angehören; als Sprecher treten die beiden Landwirte Hans Metzger und Hans Delz in Erscheinung.

«Testplanung bewirkt Sachzwang»
Mit dem Einstieg der Bauern in den Abstimmungskampf prallen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Hier «Pro Kulturland», da die «IG pro Mittelschule», deren Mitglied Martin Frana (Präsident FDP Möhlin) im Hinblick auf die Referendumsabstimmung zur NFZ sagte: «Wir müssen noch einmal klar darauf hinweisen, dass diese Testplanung nicht ein erster Schritt ist hin zu einer Überbauung. Diese Testplanung ist vielmehr die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung dieses Gebiets.» Metzger und Delz dagegen argumentieren für «Pro Kulturland», dass die Testplanung «einen Sachzwang zur späteren Umzonung der vorgesehenen Kulturlandflächen bewirkt und anschliessend unweigerlich eine entsprechende Einzonung in Bauland nach sich zieht.»

Keine Mittelschule in Möhlin/ Rheinfelden
«Pro Kulturland» trat in jüngerer Vergangenheit immer wieder in Erscheinung als Gegenbewegung zu einem potenziellen Bevölkerungswachstum. Mit dem aktuellen Aufbegehren tritt die Organisation als bisher einzige Körperschaft in Erscheinung, die den Kredit zur Testplanung versenkt sehen möchte. Obschon die Testplanung an der Gemeindeversammlung vom 3. September mit vierzehn Stimmen Unterschied abgelehnt worden war, sprach sich damals keine Organisation offen dagegen aus. Mit dem Eingreifen von «Pro Kulturland» bekommt die Opposition, die fraglos existiert, ein Gesicht. «Bildung ist wichtig», hält «Pro Kulturland» zudem im Hinblick auf eine Mittelschule im Fricktal fest. Allerdings sei man der Auffassung, dass die beiden Gemeinden Stein und Frick die Anforderungen besser erfüllen würden als der Standort Rheinfelden/Möhlin – aufgrund der Verfügbarkeit von eingezontem Bauland.

Wer die Plakate an den Dorfeingängen und vor diversen Bauernhäusern sieht, dem wird klar: Die Landwirte sind nun offiziell in den Abstimmungskampf gestiegen.

Weitere Infos und Argumente finden man auf den Webseiten der Gegner (Pro Kulturland) und der Befürworter (Pro Mittelschule) zur Testplanung.

www.Prokulturland.ch www.pro-mittelschule-moehlin.ch

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