Kampf um Schulkooperation

Do, 15. Okt. 2020
Im September wurde das Wegenstettertaler Gesuch von der Gemeinde Gipf-Oberfrick abgewiesen. Foto: NFZ Archiv

Im September hat die Gemeinde Gipf-Oberfrick der Kreisschule Wegenstetten-Hellikon mitgeteilt, dass sie den Oberstufenstandort in Wegenstetten nicht als Aussenstandort übernehmen kann. Seither werden von verschiedenen Seiten her Anstrengungen unternommen, um den Standort Wegenstetten doch noch zu erhalten.

Susanne Hörth

Der Gipf-Oberfricker Absage an die Schulverantwortlichen aus dem Wegenstettertal ging eine Prüfung durch eine Arbeitsgruppe voraus. In Gipf-Oberfrick werden die Sek- und Realschüler der eigenen Gemeinde sowie aus Wölf linswil, Oberhof und Wittnau unterrichtet. Letztere Gemeinde hat sich gegen die Zusammenarbeit mit der Oberstufe Wegenstettertal ausgesprochen und damit die mögliche Zusammenarbeit bachab geschickt. Zwischenzeitlich wurden von verschiedenen Seiten her Anstrengungen unternommen, um den Oberstufenstandort in Wegenstetten – hier werden Oberstufenschüler aus Wegenstetten, Zeiningen, Zuzgen und Hellikon unterrichtet – doch noch zu sichern. Unter anderem hat der Zeininger Herbert Lützelschwab eine Petition lanciert (die NFZ berichtete). An der Gemeindeversammlung in Gipf-Oberfrick vor zwei Wochen wurde ein Überweisungsantrag der IG Pro Oberstufe Gipf-Oberfrick mit 61 gegen 53 Stimmen abgelehnt. In Wittnau hat eine laufende Unterschriftensammlung zum Ziel, die Gemeindeversammlung über das Vorhaben entscheiden zu lassen.

Meinungen und Sichtweisen
«Wir haben mit weiteren Reaktionen gerechnet. Wir haben intensiv und genau gearbeitet und dabei auch immer die verschiedenen Emotionen gespürt. Kritisiert fühlen wir uns nicht, es gibt wie in allen Geschäften verschiedene Meinungen und Sichtweisen», erklärt Vreni Buol, Schulgemeinderätin in Gipf-Oberfrick. Sie weist auf die sehr komplexe Aufgabe einer Schulzusammenführung hin. «Der Souverän hat dabei nur wenig Einblick in die fachlichen Details.» Sie hält weiter fest: «Das BKS hat die angestrebte Zusammenarbeit sehr kritisch hinterfragt und im Grundsatz nicht unterstützt. Rechtlich wäre die Umsetzung machbar. Diese Aussagen liegen allen involvierten Gemeinden schriftlich vor. Neben Wittnau gibt es auch Gemeinderäte anderer Gemeinden, die sich gegenüber einer solchen Zusammenarbeit zurückhaltend geäussert haben.»

Sollte das Schulgeschäft in Wittnau an die Gemeindeversammlung kommen, müssten dann auch die anderen Vertragsgemeinden an ihren Versammlungen darüber abstimmen? «Es bräuchte für alle Gemeinden einen neuen Vertrag», antwortet Vreni Buol. Dieser Vertrag würde allen involvierten Gemeinden zur Abstimmung vorgelegt. «Zuerst müssten aber wieder alle Gemeinderäte darüber entscheiden, ob sie den Vertrag immer noch dem Souverän unterbreiten wollen.» Die Frage, ob eine erneute Prüfung Chancen für das Wegenstettertal bringen würde, verneint sie: «Für Gipf-Oberfrick hat sich in der Sachlage nichts geändert, eine erneute Überprüfung bringt keine neuen Fakten.» Die Schulgemeinderätin weist zudem auf die Tatsache hin, dass mit der Abschaffung der Schulpflegen die Geschäfte der Schule näher an die operativen Arbeiten der Gemeinde geknüpft werden. «Eine Schule zu führen, über die regionalen Grenzen, bezirksübergreifend, mit parallel verlaufenden anderen Verbandsstrukturen würde eine solche Arbeit sicher erschweren.»

Immer wieder zu hören ist auch, dass Gipf-Oberfrick selbst vor gar nicht allzu langer Zeit selbst intensiv auf der Suche nach mehr Schülern war, um den Oberstufenstandort zu sichern. Die Frage, ob man nicht gerade deshalb solidarisch gegenüber einer aufgrund der Schülerzahlen gefährdeten Schule sein sollte, beantwortet Vreni Buol mit «Der Schüleraustausch spielt die zentrale Rolle. Da er von vorneweg nicht zur Diskussion stand, fällt und fiel auch bei den Überlegungen diese Option weg.»

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