Chorherren-Garten soll erblühen

Do, 23. Jul. 2020
Chris Leemann freut sich über den Preis: «Das ist eine Ermunterung.» Fotos: Valentin Zumsteg

Der historische Pfarrgarten der christkatholischen Kirchgemeinde Rheinfelden wird aufgewertet. Das Projekt ist von Birdlife Aargau ausgezeichnet worden.

Valentin Zumsteg

Umgeben von dicken Mauern bildet der ehemalige Pfarrgarten der christkatholischen Kirchgemeinde eine grüne Oase in der dichtbebauten Rheinfelder Altstadt. Der untere Teil ist dem Pfarrer und seiner Familie vermietet und dient als Freizeitrefugium, der obere Bereich mit seinem Rasen fristete in den vergangenen Jahren aus Natursicht eher ein Schattendasein. Das ändert sich nun, denn der Chorherren-Garten, wie er neuerdings genannt wird, soll eine Aufwertung erfahren. «Vor Jahren ist die Aussenmauer saniert worden. In diesem Zusammenhang ist die Idee entstanden, einen Naturgarten zu gestalten», erklärt Chris Leemann, Vizepräsident der christkatholischen Kirchenpflege und treibende Kraft dieses Projektes.

«Ökologisch bisher ärmlich»
Es gibt einiges zu tun: «Ökologisch gesehen ist der Garten bisher ärmlich angelegt, umfasst viel Rasenfläche, wenig standortgerechte Büsche, blütenartige Bepf lanzungen oder Bäume. Zudem weist der Garten keine Zu- und Ausgänge für Kleintiere auf und bleibt somit vielen Tieren verschlossen.» All dies wird jetzt schrittweise geändert. Bereits sind Neophyten und ein standortfremder Baum entfernt worden. Aus dem Rasen wird eine Bienenwiese mit Blumen. «Es sind schon viele verschiedene Gräser gewachsen», erzählt Leemann. In mehreren Hochbeeten wachsen Kräuter. Ein grosser Steinhaufen, der ebenfalls bereits angelegt ist, kann den Eidechsen eine Heimat bieten. Entlang der Mauern werden Reben und Wildrosen gepflanzt, auch ein einheimischer Birnbaum ist geplant. Eine feuchte Stelle mit Sand und Lehm soll Vögeln und anderen Tieren dienen. Im Winter wird ein Schwalbenhotel montiert. Ziel ist es, dass möglichst viele verschiedene Tiere im Garten ein Zuhause finden.

«Mit gezielten Massnahmen für die Aufwertung des bestehenden Gartens ergreifen wir die Chance, die Natur im Siedlungsraum zu fördern», schildert Leemann. Das Ziel sei ein innerstädtischer Naturraum, der einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leiste. Chris Leemann geht davon aus, dass die Umsetzung rund drei Jahre dauern wird. Er rechnet mit Kosten von insgesamt 20000 Franken.

«Eine schöne Ermunterung»
Diese Idee findet über Rheinfelden hinaus Beachtung. Beim kantonalen Wettbewerb «Natur im Siedlungsraum» von BirdLife holte das Projekt die Bronzemedaille und wird mit 500 Franken unterstützt. «Dieser Preis ist eine schöne Ermunterung. Er zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», freut sich Leemann.

In früheren Zeiten gehörte der ummauerte Garten zum Rheinfelder Stift. In diesem Zusammenhang zeigt Leemann beim Besuch der NFZ ein altes Buch aus der Chorherren-Bibliothek, die rund 1000 Bände umfasst. «Versuch der Universalvermehrung aller Bäume, Stauden und Blumen», heisst das Werk aus dem Jahre 1716. «Schon die Chorherren haben sich mit Botanik befasst und sich einen Garten geleistet. Wir wollen nun die Natur im Siedlungsraum weiter fördern», schlägt Leemann den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

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