Die Zahl der Stellensuchenden steigt im Fricktal markant

Di, 19. Mai. 2020
«Es gibt immer wieder saisonale Schwankungen, doch ein solch markanter Anstieg ist atypisch», erklärt Nikolaus Güntert. Foto: Archiv NFZ

RAV Rheinfelden verzeichnet deutlich mehr Anmeldungen

Die Corona-Krise hinterlässt ihre Spuren im Arbeitsmarkt. Im März und April ist die Zahl der Neuanmeldungen beim Fricktaler RAV um rund 50 Prozent gestiegen.

Valentin Zumsteg

Einen solchen Anstieg hat Nikolaus Güntert noch nie erlebt. Der 50-jährige Ueker leitet das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) in Rheinfelden, das für die meisten Fricktaler Gemeinden zuständig ist. «Im März und April ist die Zahl der Neuanmeldungen von Stellensuchenden im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen.» Im März 2020 haben sich 320 Personen neu beim RAV gemeldet, im April waren es 310 Personen. In den Vorjahren lagen die Zahlen im Durchschnitt bei rund 200 Personen. «Es gibt immer wieder saisonale Schwankungen, doch ein solch markanter Anstieg ist atypisch. Das habe ich noch nie gesehen. Es hat eine massive Eruption stattgefunden», erklärt Güntert.

Es gibt noch Neuanstellungen
Hinzu kommt, dass es auch weniger Abmeldungen gibt. Das bedeutet, dass es für die Leute, die bereits als stellenlos gemeldet sind, schwieriger geworden ist, eine neue Arbeit zu finden. Das hat zur Folge, dass die Zahl der Stellensuchenden insgesamt deutlich angestiegen ist. Im April 2020 waren es total rund 2100 Personen. Vor einem Jahr lag diese Zahl noch bei zirka 1750 Personen. Das bedeutet also eine Zunahme von rund 20 Prozent. «Die Bandbreite der Stellensuchenden ist gross. Es betrifft nicht nur eine Branche», erklärt Güntert. Er betont aber, dass immer noch Leute vermittelt werden können oder dass sie selber eine Stelle finden. Es sei nicht so, dass es gar keine Neuanstellungen mehr gebe. Es werden auch noch freie Stellen gemeldet, aber weniger als üblicherweise. «Wir konnten in den Bereichen Bauhauptund Nebengewerbe, Betriebsmitarbeiter, aber auch in der Logistik Leute abmelden, die eine Stelle gefunden haben.»

Derzeit keine persönlichen Gespräche vor Ort
Mit welcher Entwicklung rechnet er in den kommenden Monaten? «Wir vermuten, dass die Zahl der Stellensuchenden nochmals steigen wird. Im Moment haben viele Firmen Kurzarbeit angemeldet. Wenn das wegfällt, kann es sein, dass es zu Entlassungen kommt. Vieles ist davon abhängig, wie sich die Pandemie entwickelt. Die Kurzarbeit ist aber ein sehr gutes Instrument, damit konnten viele Stellen gesichert werden. Sonst wäre der Ansturm deutlich grösser gewesen», so Güntert. Das RAV Rheinfelden baue in der Administration und bei den Beratern derzeit leicht aus. «Wir können nicht alles abdecken, diese Menge ist zu gross. Es braucht sicher auch Entlastungsmassnahmen.» Gewisse Massnahmen sind bereits ergriffen worden. «Wir haben vom Staatsekretariat für Wirtschaft die Möglichkeit erhalten, unsere Beratungsintervalle zu verlängern. Wir können die Leute nicht mehr – wie es vorgesehen ist – alle zwei Monate sehen. Auch das Kurswesen ist reduziert. Die Präsenzkurse sind gestrichen, es gibt digitale Standortbestimmungs-Kurse. Innerhalb von kurzer Zeit konnte ein grosses Angebot auf die Beine gestellt werden.»

Das RAV Rheinfelden ist zudem – wie alle Regionalen Arbeitsvermittlungszentren – wegen Corona derzeit für den Publikumsverkehr geschlossen. Wenn sich Stellensuchende anmelden, werden die Aufnahmegespräche telefonisch geführt. Auf der Webseite gibt es ein Kontaktformular, mit dem sich Stellensuchende anmelden können. Güntert geht davon aus, dass ab Juni wieder ein gewisser Publikumsverkehr möglich sein sollte.

Das RAV Rheinfelden ist unter folgender Telefonnummer zu erreichen 061 836 94 44.

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