Feldschlösschen spürt die Corona-Krise stark

Do, 02. Apr. 2020
Feldschlösschen verkauft deutlich weniger Getränke. Foto: zVg

Die Restaurants sind geschlossen, Veranstaltungen finden keine statt. Das schlägt sich im Absatz des Rheinfelder Getränkeunternehmens deutlich nieder.

Valentin Zumsteg

Feldschlösschen ist der grösste Getränkehändler der Schweiz. Jetzt, da wegen der Corona-Krise fast alle Gastrobetriebe geschlossen bleiben und sämtliche Veranstaltungen abgesagt werden mussten, geht der Absatz an Bier, Mineralwasser und Softdrinks deutlich zurück. «Die Gastronomie ist unser wichtigster Absatzkanal. Unsere Kunden sind sehr stark betroffen, das bedeutet auch für uns einen wesentlichen Einschnitt», schildert Gaby Gerber, Leiterin Kommunikation, bei der Feldschlösschen Getränke AG. Wie stark der Absatzeinbruch ausfällt, lasse sich derzeit noch nicht genau beziffern. «Es ist noch zu früh, um die vollen Auswirkungen auf unser Geschäft zu beurteilen», so Gerber. Klar ist aber soviel: «Wir haben für weite Teile unseres Unternehmens Kurzarbeit beantragt.» Wie sie erklärt, war das Unternehmen an zwei Standorten selber mit Corona-Fällen konfrontiert.

«Aussergewöhnliche Absatz-Ausschläge»
Die Produktion läuft derweil mit angepassten Volumen weiter. Derzeit sind alle Logistikstandorte in der ganzen Schweiz – auch im besonders stark betroffenen Tessin – weiterhin mit reduziertem Betrieb offen. «Einige Teams helfen in unserem Online-Hauslieferdienst Beer4you aus. Unseren Versorgungsauftrag für den Detailhandel, aber auch für Spitäler und Altersheime können wir weiterhin gut erfüllen. In der Administration haben wir stufenweise den Homeoffice-Anteil erhöht. Mittlerweile arbeiten fast alle Angestellten mit administrativen Aufgaben von zuhause aus», schildert Gerber.

Wenn die Restaurants geschlossen sind, wird dann zuhause mehr Bier und Mineralwasser getrunken? «Im Detailhandel hatten wir in einigen Wochen im März aussergewöhnliche Absatz-Ausschläge, die sich jetzt wieder relativieren. Teilweise wurden aber auch Promotionen abgesagt, weil die Läden den Platz für Grundnahrungsmittel brauchen.» Eine deutlich erhöhte Nachfrage stellt Feldschlösschen bei seinem Onlineshop fest. Zu Beginn des Lockdowns war dort auch die Nachfrage nach Mineralwasser sehr hoch. Jetzt flache die Absatzkurve wieder ab. «Der grösste Teil unseres Mineralwassers geht normalerweise in den Gastronomie-Kanal, dort sind wir von den Schliessungen betroffen.»

Das gleiche Bild zeigt sich bei den Veranstaltungen: «Eine der ersten Grossveranstaltungen, die in der Schweiz abgesagt wurde, war der Engadiner Skimarathon, der zu unseren Kunden gehört. Auch die nachfolgenden Einschränkungen haben sofort zu enorm vielen Absagen geführt. Wir beliefern in normalen Jahren über 7000 Festanlässe im ganzen Land», erklärt Gaby Gerber.

Alkohol für Desinfektionsmittel
Eine Änderung gab es auch bei der Produktion. «Wir haben die Verbrennung von Alkohol aus der Herstellung von alkoholfreiem Bier gestoppt», so Gerber. Dieser Alkohol wird jetzt wegen der Corona-Krise an externe Desinfektionsmittel-Hersteller übergeben.

Mit Blick in die Zukunft sagt Gerber: «Feldschlösschen ist gut positioniert. Das wird uns helfen, schnell wieder bereit zu sein.»

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