Wenn Bubenträume nicht in Erfüllung gehen…

Mo, 09. Mär. 2020
«Ich war zuerst sehr enttäuscht. Mein Traum war geplatzt», erklärt Luca Guarda. Foto: Edi Strub

Luca Guarda träumte den Traum, den so viele junge Burschen träumen: Er wollte Fussballprofi werden. Der junge Luca hatte zwar viel Talent, es reichte aber nicht für den Sprung nach ganz oben. Ausserdem fehlte ihm in entscheidenden Momenten das nötige Glück. Dennoch: Der nun 29-jährige Wallbacher machte seinen Weg.

Edi Strub

Angefangen hat alles, wie es soll: Luca Guarda hatte einen fussballbegeisterten Vater, der selber bei den «Congeli» (FC Concordia Basel) gespielt hatte, und so spielte Luca nach dem Einstieg beim FC Wallbach bald auch für Concordia. Er stieg die Leiter hoch bis zu den U-16 und erhielt als 17-Jähriger bereits einen Profivertrag in der ersten Mannschaft – damals Challenge-League. Doch dann musste Concordia wegen finanzieller Probleme in die zweite Liga absteigen. Luca Guarda wechselte kurz darauf zu den Old Boys (1. Liga), später zu Liestal und schliesslich zum FC Allschwil, wo er heute noch spielt. Luca Guarda fand den Weg nicht in die Super League. Es erging ihm wie so vielen: am Schluss war er statt Profi einfach ein begeisterter Hobby-Fussballer.

«Die Konkurrenz ist hart»
«Ich war zuerst sehr enttäuscht. Mein Traum war geplatzt. Doch: Die Konkurrenz ist hart und manchmal entscheiden Zufälle. Talent ist wichtig, auch Wille und Fleiss, aber es braucht im richtigen Moment auch etwas Glück.» Luca Guarda grämte sich nicht lange. Er setze auf seine berufliche Ausbildung an der Höheren Fachschule für Marketing und Kommunikation, spielte nebenbei als Amateur und hatte schliesslich auf eine andere Weise Glück: Sandro Penta vom Basler Sportamt holte ihn zu «BaselTalents», der Leitungssport- und Nachwuchsförderung von Basel-Stadt.

«BaselTalents» hilft talentierten jungen Sportlern, Ausbildung und Spitzensport unter einen Hut zu bringen. Wichtig sind da die Sportklassen, die auf die Bedürfnisse der Leistungssportler zugeschnitten sind, damit sie richtig viel trainieren können. Da darf man zum Beispiel wegen eines wichtigen Wettkampfs auch mal in der Schule fehlen.

Luca Guarda konnte als junger Mann selber davon profitieren. Er besuchte die Sportschule in Basel und während der RS konnte er im Nachwuchsteam U-21 des FC Aarau trainieren. So konnte er sich in Form halten und von besseren Spielern lernen. Viele junge Leute aus Basel und Umgebung sind mit Hilfe von «BaselTalents» zu Spitzen- oder gar Weltklassesportlern geworden. Zum Beispiel Nationaltorhüter Yann Sommer, die Gebrüder Granit und Taulant Xhaka sowie die Olympiasieger Simon Niepmann und Lucas Tramèr (Rudern). Gefördert wurden auch der erfolgreiche Schwimmer Yannick Käser aus Mumpf sowie eine lange Reihe von anderen erstklassigen Sportlern und Sportlerinnen.

«Helfen, Karriere zu planen»
«Wir helfen diesen Leuten, ihre Karriere zu planen, als Sportler, aber auch als Berufsleute. Wir legen mit ihnen die Ziele fest, überlegen, wo und wie sie ihre beruf liche Ausbildung trotz viel Training sinnvoll fortsetzen können. Ziel ist es, erfolgreiche Sportler heranzuziehen, aber auch dafür zu sorgen, dass sie nach Ende ihrer sportlichen Karriere nicht vor dem Nichts stehen.»

Seit einiger Zeit arbeitet Luca Guarda nun aber hauptsächlich als Marketingverantwortlicher bei einer Bank im Fricktal. Nur am Montag ist er noch immer für das Basler Sportamt tätig – als «Botschafter» für «cool&clean». Hier geht es darum, Trainer und Vereinsfunktionäre über den Umgang mit Suchtmitteln und Doping zu beraten. Man diskutiert auch Fragen wie: Darf ich als Trainer und Trainerin in die Umkleidekabine der Burschen und Mädchen gehen? Wo und wie darf ich die Kinder anfassen, wenn ich ihnen etwas zeigen oder sie korrigieren will? Und schliesslich: Was mache ich, wenn die Burschen gleich nach dem Training nur noch am Handy hängen? – Erörtert werden diese Themen in Diskussionen und manchmal auch mittels Rollenspielen.

Ambitioniert
Luca Guarda ist froh, dass ihm durch seine Tätigkeit für «cool&clean» der Kontakt zur Basler Sportförderung erhalten bleibt. Diese sei – wie auch die Förderung im Baselland – höchste Klasse, gibt er sich überzeugt. Ohne sie würde es nicht so viele erfolgreiche Sportler aus Basel und dem Fricktal geben. Er selber habe viel profitiert, aber noch wichtiger seien wohl seine Eltern gewesen. Sie hätten ihn immer unterstützt. Seine Mutter habe ihn manchmal dreimal in der Woche zum Sport nach Basel gefahren und seine Schwester habe ihn zusammen mit dem Vater auf dem Platz unterstützt. Sein Vater habe immer gesagt: «Du bist talentierter als ich es war. Du kannst es weit bringen. Aber Du musst hart trainieren.». Diese Haltung bringe dann auch Vorteile im Berufsleben. Arbeitgeber mögen erfolgreiche Sportler, sagt Luca Guarda. Denn wenn jemand jeden Morgen um sechs trainieren geht und am Abend nach der Schule ein zweites Mal, sei klar, dass man eine ambitionierte Person vor sich habe, die ihre Ziele hartnäckig verfolge.

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