Rheinfelden will keine grossflächige Grenzbereinigung

Fr, 13. Mär. 2020
Der Rheinfelder Gemeindebann führt bis ans Wohngebiet von Möhlin. Grössere Landabtretungen beim Bahnhof Möhlin sieht die Stadt aber nicht vor. Foto: zVg

Stadt äussert sich zum Vorschlag der SP

Eine grossflächige Grenzbereinigung beim Bahnhof Möhlin ist für die Stadt Rheinfelden kein Thema. Kleinere Anpassungen sollen aber geprüft werden.

Valentin Zumsteg

Der Grenzverlauf zwischen Rheinfelden und Möhlin ist einigermassen kurios. Früher lag sogar der Möhliner Bahnhof auf Rheinfelder Boden. Dies ist vor Jahrzehnten bereinigt worden. «Das Bahnhofgelände Möhlin wurde durch Abtausch vom Rheinfelder Gemeindebann in denjenigen von Möhlin überführt. Dies erfolgte vermutlich vor rund 70 Jahren im Rahmen der Güterregulierung und Neuvermessung. Dabei handelte es sich um einen flächengleichen Abtausch», erklärt der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin gegenüber der NFZ.

Ausgleich der Lasten wird geprüft
Das Thema wird nun wieder aktuell, denn die beiden Gemeinden wollen das Land beim Bahnhof Möhlin (Rheinfelden Ost/Bahnhof Möhlin Nord) gemeinsam entwickeln. Die SP der Stadt Rheinfelden unterstützt dieses Vorhaben grundsätzlich, möchte aber Anpassungen beim Grenzverlauf. «Werden auf den Rheinfelder Flächen Wohnbauten realisiert, so soll das Land an die Gemeinde Möhlin abgetreten werden. Es wird unmöglich sein, die künftig dort lebenden Menschen sozial und politisch in Rheinfelden zu integrieren, sie werden ihr Leben auf den Wohnort Möhlin ausrichten», hält die SP in einer Stellungnahme fest (die NFZ berichtete). Bei der Stadt Rheinfelden sieht man das anders: «Dass Wohngebiete unterschiedlicher politischer Gemeinden aneinanderstossen, ist keine Seltenheit. Man führe sich etwa die Situation zwischen Basel und Allschwil oder jene zwischen Baden und Wettingen vor Augen. Grossf lächige Landabtretungen sind kein Thema», erklärt Stadtschreiber Erdin.

«Kleinere Grenzbereinigungen»
Im Rahmen der weiteren Projektentwicklung werde aber der Ausgleich möglicher Lasten geprüft. «Kleinere Grenzbereinigungen und f lächengleicher Landabtausch nach neuen räumlichen Siedlungssituationen sind durchaus üblich. So fanden bereits in der Vergangenheit verschiedene f lächenneutrale Grenzbereinigungen zwischen den beiden Gemeinden statt. So etwa im Bereich der Bachtele, im Umfeld der Saline im Zusammenhang mit der Kantonsstrasse oder um den Bahnhof Möhlin», führt Erdin aus. Der Bezug zu einer politischen Gemeinde ergebe sich nicht nur durch die räumliche Nähe oder Beziehung. «Ebenso wichtig sind zum Beispiel Kultur und Freizeitverhalten.»

Ein weiteres Beispiel für den speziellen Grenzverlauf zwischen Rheinfelden und Möhlin gibt es beim Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt, das sich auf Rheinfelder Boden befindet – ebenso wie die Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe. Die Bewohner dort sind also Rheinfelder, obwohl die Gemeinde Möhlin nahe und die Stadt Rheinfelden weit entfernt ist. «Kinder aus diesen Liegenschaften besuchen die Schulen in Möhlin, wofür die Stadt Rheinfelden das Schulgeld entrichtet», so Erdin. Ähnliche Lösungen könnte es künftig auch beim Land rund um den Bahnhof Möhlin geben.

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