Besondere Zeiten – und was wir daraus lernen können

Do, 26. Mär. 2020
Ein unsichtbarer Virus bedroht die Menschheit und verändert in Kürze viele Dinge, welche noch vor kurzem unvorstellbar waren. Grenzschliessung zwischen der Schweiz und Deutschland auf der alten Rheinbrücke in Rheinfelden. Foto: Boris Burkhardt

Leitartikel von Walter Herzog

Es wird im Moment nicht wenigen Menschen so gehen, dass sie sich immer wieder selber kneifen müssen, um sicher zu sein, dass sie sich nicht in einem Traum, einem Albtraum befinden.

Wenn ein Filmtrailer vor drei Wochen damit begonnen hätte, dass wegen einem Virus quasi alle Geschäfte und Restaurants geschlossen sind, die Strassen menschenleer und die Wenigen, die unterwegs sind, enorm erpicht auf «Social Distancing», also genug Abstand halten, sind – wohl kaum einer hätte diesen Film als realistisch angesehen.

Nun, wo die meisten diesen Film nicht gesehen haben, finden wir uns urplötzlich mitten drin. Nicht im Film, sondern in der bitteren Realität der aktuellen Corona-Pandemie. Tausende Leute sterben, nicht im fernen Asien, sondern hier bei uns in Europa, und im Moment in unvorstellbarem Ausmass vor allem in Norditalien.

Wir alle mussten begreifen lernen, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Grippe handelt, sondern um ein neuartiges, der Menschheit unbekanntes Virus. Weil es sehr schnell übertragen wird und noch niemand eine Immunabwehr entwickeln konnte, können sehr viele Menschen gleichzeitig krank werden. Dennoch gibt es in der aktuellen Krise auch positive Aspekte, welche uns zuversichtlich stimmen können. Zum einen zeigen die Reaktionen der Gesellschaften weltweit, dass die Gesundheit der Menschheit viel stärker gewichtet wird, als rein materielle Interessen. Im Grunde genommen eine Selbstverständlichkeit, welche jedoch in den vergangenen Jahren teilweise vergessen ging. Zum Zweiten zeigen sich die Gesellschaft und ganz besonders die Jungen sehr solidarisch mit der älteren Generation. Obwohl ersteren wenig gesundheitliche Gefahr droht, akzeptieren sie die strengen Massnahmen und helfen der älteren Generation, über diese schwierige Zeit hinwegzukommen.

Drittens beweisen auch die von Schliessungen betroffenen Geschäftsinhaber, dass sie die wirtschaftlich harten Massnahmen zu Gunsten der Bevölkerung solidarisch auf sich nehmen. Im Wissen, dass nicht wenige von ihnen in ihrer Existenz bedroht sind.

Viertens zeigt uns diese Krise hier in der Schweiz auch, dass wir über ein hervorragendes Gesundheitssystem mit ausgezeichnetem Personal verfügen. Zudem: Die Qualität einer Regierung zeigt sich in der Krise. Und diese zeigt uns, dass wir auch über eine gute Regierung verfügen, welche unaufgeregt die richtigen Entscheide fällt.

Fünftens haben wir ein sehr starkes Wirtschaftssystem mit enormen Reserven, welches uns allen hilft, auch diese Krise bestens zu meistern.

Die aktuelle Situation zeigt uns aber auch, wie schnell sich auf unserer Welt alles verändern kann, wie dünn unsere Zivilisationsschicht ist. Ein «kleines» Virus und alles – aber auch wirklich alles – steht Kopf.

Was wir aus dieser Krise lernen können ist, dass wir gerade in solchen Situationen zusammenstehen und uns gegenseitig helfen müssen. Helfen, damit es anderen besser geht und in diesem Fall noch wichtiger, dass auch sie überleben können.

Wir alle haben nur ein Leben. Tragen wir Sorge dazu. Allein Materielles kann uns im Moment nicht vor dem Virus schützen, nur Solidarität und gelebte Menschlichkeit.

walter.herzog@nfz.ch


IN EIGENER SACHE

Corona und wir…

Die aktuelle Corona-Pandemie geht auch an unserem Unternehmen, der Neuen Fricktaler Zeitung AG, nicht spurlos vorbei. Um die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, arbeitet ein Teil zu Hause im Home-Office, die anderen im Mediencenter, natürlich mit entsprechendem Abstand zueinander und unter Einhaltung der Hygienerichtlinien. Alle Mitarbeiter setzen sich, trotz schwieriger Ausgangslage, engagiert dafür ein, dass wir gerade in dieser besonderen Situation unsere Abonnenten und Leserinnen und Leser laufend über die wichtigen Aktualitäten im Fricktal informieren können.

Gerade in diesen, für die gesamte Gesellschaft schwierigen Wochen, wollen wir für klare Informationen und Kontinuität sorgen. Auch die gedruckte Zeitung soll unbedingt weiterhin wie gewohnt jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag erscheinen – auch wenn wegen dem Verbot von Anlässen und Veranstaltungen sehr viele Werbekampagnen und Inserate abgesagt oder auf später verschoben wurden und wir grosse Umsatzeinbussen verzeichnen müssen. Es ist für uns eine Verpflichtung gegenüber Ihnen allen, verbunden mit viel Fricktaler Herzblut, dass wir Sie, auch in dieser ausserordentlichen Situation, die es so in der 160-jährigen Geschichte der Neuen Fricktaler Zeitung noch nie gegeben hat, kontinuierlich und kompetent informieren.

Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem grossen unternehmerischen Engagement, der zugesagten wirtschaftlichen Hilfe des Bundes und Ihrer wertvollen Unterstützung auch diese ausserordentliche Situation erfolgreich meistern werden.
Wir danken Ihnen. Und bleiben Sie gesund.

WALTER HERZOG

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