«Die Stadträte müssen das ertragen»

Mi, 19. Feb. 2020
Der Stoff geht ihnen nicht aus, denn sie sitzen quasi an der Quelle: Die Roothuus-Schnäpfe mit Heidi Federli (von links), Christine Schibler, Michelle Geser, Anita Burkard und Stéphanie Berthoud (es fehlt Barbara Jost). Foto: Valentin Zumsteg

Rheinfelder Schnitzelbänkler aus dem Rathaus

Sie sind witzig, musikalisch und ein bisschen frech: Die Roothuus-Schnäpfe sorgen an der Rheinfelder Fasnacht für gepfefferte Schnitzelbänke. Ihr Name kommt nicht von ungefähr: Alle sechs Mitglieder arbeiten bei der Stadt. Gibt das nie Ärger mit dem Chef?

Valentin Zumsteg

Ornithologisch betrachtet sind Schnepfenvögel eine grosse Familie aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen. In der Schweiz kennt man zum Beispiel die Waldschnepfen. In Rheinfelden am bekanntesten sind jedoch die Roothuus-Schnäpfe – die fallen allerdings nicht ins Fachgebiet der Ornithologie, da es sich dabei um menschliche Fasnachtsvögel handelt, die in der freien Wildbahn nur in der fünften Jahreszeit auftreten.

Idee entstand an einem Personalabend
Wo proben diese Rheinfelder Roothuus-Schnäpfe? Natürlich im Rathaus, genauer gesagt im Rathaus-Keller. Nach Feierabend feilen sie hier, kurz vor der Fasnacht, an ihren Schnitzelbänken und der musikalischen Begleitung. Das Besondere bei dieser Frauen-Truppe: Alle sechs «Schnäpfen» (Anita Burkard, Christine Schibler, Michelle Geser, Heidi Federli, Stéphanie Berthoud und Barbara Jost) arbeiten bei der Stadtverwaltung. An der Fasnacht treten sie als Stadthostessen und Stadtweibelin auf und bringen ihre Pointen zweistimmig – musikalisch von Gitarre, Ukulele und Flöte begleitet – unters Volk. «Die Idee zu dieser Formation ist 2015 an einem lustigen Personalabend entstanden. Seit 2016 treten wir an der Fasnacht auf», erklärt Anita Burkard, die früher mit ihrer Schwester Christine Schibler als «Schädtli-Schiggsä» für Lacher sorgte. Der Name der neuen Formation war schnell gefunden: «Wir sind ein bisschen ketzerisch und frech, wie die Schnepfen halt so sind», erzählt Heidi Federli mit einem Lachen.

«An der Quelle»
Der Stoff für ihre Verse geht ihnen nicht aus. «Wir sitzen im Rathaus quasi an der Quelle. Rheinfelden gibt viel her», sagt Christine Schibler. Vor ihren spitzen Pointen ist niemand sicher – auch der Stadtrat und somit die Chefetage nicht. «Das müssen und können sie ertragen. Die Fasnacht ist frei. Bisher gab es keine Reklamationen. Wir zielen aber nie unter die Gürtellinie», betonen die «Schnäpfen». In diesem Jahr werden unter anderem die Themen Stadthostessen, Rheinschifffahrt und Rheinfelder Gastronomie aufs Korn genommen. «Ein Seitenhieb auf Möhlin darf natürlich nicht fehlen», betont Anita Burkard. «Das ist eine Hassliebe, die wir pflegen. Im vergangenen Jahr sind wir auch in Möhlin aufgetreten und dort kam der Möhlin-Vers am besten an», erinnert sich Heidi Federli.

Am Freitag von Beiz zu Beiz unterwegs
Die Roothuus-Schnäpfe wollen mit ihren Versen das Publikum zum Lachen bringen, sich aber auch selbst amüsieren. «Die Vorbereitung macht uns immer sehr viel Spass. Und wenn dann am Schluss auch das Publikum lacht und applaudiert, ist das sehr toll», erzählen sie. Den Spass merkt man ihnen an. Dabei sind sie durchaus ambitioniert. «Wir wollen gut sein», sagt Anita Burkard.

Nun, am kommenden Freitag, 21. Februar, ziehen die «Schnäpfen» am Rheinfelder «Schnitzelbankoobe» von Beiz zu Beiz. Dort können sie von allen Vogel- und Fasnachtsfreunden in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden.

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