Grösster Feind ist der Online-Handel

Do, 10. Okt. 2019
Der kleine Laden ist leer. Bald auch das Geschäft von Schuhhaus Frank. Foto: Susanne Hörth

Ladenbetreiber müssen sich etwas einfallen lassen

An der Fricker Hauptstrasse ist vieles im Wandel. Läden wechseln den Standort, andere schliessen und wiederum andere werden zu Gastrobetrieben umgebaut.

Susanne Hörth

Ein leeres Schaufenster neben der Gelateria CheLati an der Hauptstrasse in Frick gibt den Blick in das Innere eines ebenfalls leeren Ladens frei. Das Wollgeschäft «Ain’s Yarn Design» hat das Lädeli vor kurzem verlassen und richtet sich auf der anderen Strassenseite auf einer grösseren Verkaufsfläche neu ein. Leer präsentieren sich etwas weiter Richtung Dorfmitte auch die Räumlichkeiten des lange Jahre hier beheimateten «Wohnambiente». Es ist neu an der Bahnhofstrasse in Frick zu finden. Im ehemaligen Laden an der Hauptstrasse entsteht zurzeit ein italienisches Café. Keinen Umzug, sondern eine definitive Schliessung erwartet das Team von Schuhhaus Frank in ein paar Monaten. Verändertes Kundenverhalten, insbesondere der Online-Handel, haben dem Traditionsunternehmen stark zugesetzt. Das «Online-Shoppen» und nicht die ansässigen Grossverteiler Aldi, Coop, Migros und Lidl mache den kleinen und mittelgrossen Läden zu schaffen, ist Franziska Bircher, Präsidentin vom Gewerbe Frick-Laufenburg (Geref), überzeugt. Umso mehr freut es sie, dass die Regionalität bei den Kunden wieder an Bedeutung gewinnt.

Hierzu habe auch die Klimadebatte ihren Teil beigetragen, glaubt Daniel Müller. Er leitet beim Geref den Bereich Verkauf und Dienstleistungen. «Vermehrt nutzen auch die jungen Leute die Läden im Dorf, statt mit dem Auto irgendwo hinzufahren oder online zu bestellen und dadurch lange Transporte zu verursachen.» Handeln statt resignieren gilt in Bezug auf den Online-Handel auch für das regionale Gewerbe. Müller nennt als Beispiel den offensiven Weg, den die beiden Fricker Geschäftsführer Roland Obrist von Radio TV Obrist und Mario Kalt von Expert Venhoda eingeschlagen haben. Vor über einem Jahr haben sie ihre Kräfte gebündelt und bieten seither als Multimedia Fricktal GmbH eine breitgefächerte Waren- und Dienstleistungspalette inklusive persönlicher Beratung in Frick an.

Vielfalt ist wichtig
In Frick sind entlang der Einkaufsmeile in jüngerer Zeit mehrere Cafés und Restaurants entstanden. Dazu Franziska Bircher: «Vor ein paar Jahren war die Tendenz umgekehrt. Da kämpfte man darum, dass nicht alle Restaurants verschwinden.» Wichtig sei: «Dass die Ladenflächen besetzt und belebt sind. Wünschenswert wäre natürlich ein vielfältiges, breites Angebot.» Mit Blick auf die neuen Gastrobetriebe fügt Daniel Müller an: «Es zeigt, dass Frick nicht tot ist. Die Leute kommen hierher. Auch von auswärts. Wenn sie in die Cafés gehen, entdecken sie auf dem Weg dorthin die Läden.»

Dass die Geschäfte nicht immer gleich gut erreichbar sind, veranschaulicht aktuell das Beispiel Laufenburg. Hier müssen die KMU durch die laufende Innerortssanierung der Kantonsstrasse Umsatzeinbussen hinnehmen. In gemeinsamen Gesprächen suchen deshalb Vertreter von der Stadt, dem Kanton und Mitglieder des Gewerbes nach Lösungen. Auch in Frick ist in absehbarer Zeit eine bauliche Aufwertung der Hauptstrasse auf dem Radar. Weil hier das Gewerbe ebenfalls betroffen ist, war auch der Geref mit zwei Mitgliedern im Projektteam vertreten. «Der Gemeinde und dem Kanton sind unsere Anliegen wichtig», so Bircher. Daniel Müller, der als Gewerbevertreter auch bei den Gesprächen in Laufenburg dabei war, weiss, dass der Fricker Gemeinderat Kontakt mit den Laufenburger Ratskollegen aufgenommen hat. Man möchte bei der Sanierung der Hauptstrasse von den Erfahrungen in Laufenburg profitieren.

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