Das Fricktal erhält eine Mittelschule

Do, 12. Sep. 2019

Der Grosse Rat hat grünes Licht gegeben: Das Fricktal bekommt 2028 eine eigene Mittelschule. Das Parlament genehmigte am Dienstag den Planungsbericht «Aargauer Mittelschulen: Entwicklungsstrategie 2045». Noch offen ist, wo die Mittelschule realisiert wird. Mehrere Standorte im Fricktal bewerben sich. Der Entscheid soll bis 2021 gefällt werden.


 Wegweisender Entscheid: eine Mittelschule für das Fricktal

Bericht aus dem Grossen Rat

AARAU. Als erstes wies der Grosse Rat das Begnadigungsgesuch einer vorbestraften Frau ab, welche zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt wurde, da sie aus diesen Verurteilungen offensichtlich nichts gelernt hatte. Sie argumentierte, dass sie schwer krank sei und dass sie mit dem Haftantritt ihr Leben und ihre Tiere aufgeben müsse; ausserdem könne sie bei Verlust der Arbeitsstelle ihre Schulden nicht mehr zurückbezahlen. Da die Haft immer eine Auswirkung auf das bisher geführte Leben hat, der Gesuchstellerin aufgrund ihrer Situation sogar die Halbgefangenschaft bewilligt wurde und sie so weiterhin erwerbstätig sein kann und zudem ein Gutachten bezeugte, dass die Gesuchstellerin hafterstehungsfähig ist (ihre Gesundheit dem Haftantritt nicht im Wege steht), lehnte der Grosse Rat das Gesuch ab.

Weiter beschäftigte sich der Grosse Rat an seiner Morgensitzung mit dem Thema Bildung. Hauptgeschäft war der vom Regierungsrat vorgelegte Planungsbericht «Aargauer Mittelschulen: Entwicklungsstrategie 2045». Unbestritten war, dass das Fricktal eine neue Mittelschule erhalten soll, nachdem wir noch über kein eigenes Mittelschulangebot verfügen. Bestritten war hingegen, ob auch im Mittelland (Raum Windisch, Brugg, Lenzburg) ebenfalls ein neuer Standort benötigt oder ob gegebenenfalls bestehende Standorte ausgebaut werden können.

Der Grosse Rat sprach sich für je eine neue Mittelschule im Fricktal und im Mittelland aus und beauftragte die Regierung, die möglichen Standorte zu evaluieren und die Arbeiten voranzutreiben. Die neue Mittelschule im Fricktal soll ihren Betrieb bis ins Jahr 2028 aufnehmen.

Klimadebatte
Am Nachmittag führte der Grosse Rat eine «Klimadebatte» durch, nachdem zu diesem Thema mehrere Vorstösse eingereicht wurden. Im Rahmen dieser Debatte erläuterten die Fraktionen ihre Vorstellungen des Klimaschutzes und welche Massnahmen notwendig sind oder eben nicht. Diskutiert wurde viel, aber auf einen gemeinsamen Nenner konnte man sich nicht einigen. Während die Ratsmitte und Ratslinke mehr Geld für den Klimaschutz ausgeben und weitgehende Verbote aussprechen wollten, mahnte die Ratsrechte zur Besonnenheit und hielt dagegen, dass es nicht angezeigt sei, aufgrund der bevorstehenden Wahlen in Aktionismus zu verfallen und dass Vorstösse mit nur kurzfristiger Wirkung reine Symbolpolitik seien. Notwendig seien nachhaltige Massnahmen mit Augenmass und gesundem Menschenverstand.

Nach emotionalen Diskussionen überwies der Grosse Rat insgesamt drei Vorstösse. Einerseits beschloss der Grosse Rat, dass Klimapolitik als erstrangige Staatsaufgabe gelten soll. Andererseits verpflichtete er die Regierung, Klimaschutzprojekte auszuarbeiten, welche zur CO2-Reduktion beitragen sowie einen Massnahmenplan für einen wirksamen Klimaschutz auszuarbeiten. Damit ist die Diskussion aber noch nicht zu Ende, kommende Woche berät der Grosse Rat das Energiegesetz.


KOMMENTAR

Bildung als wichtigste Ressource

Mit dem heutigen Entscheid hat sich der Grosse Rat nicht nur zur Bildung, sondern auch klar zum Bildungsstandort Fricktal bekannt. Vielleicht war es der Entscheid des Kantons Basel-Landschaft, seine Schulstandorte zu konzentrieren und die Fricktaler Schüler vielleicht nicht mehr aufzunehmen; vielleicht war einfach die Zeit reif, dass der Kanton Aargau die aus dem Jahre 1965 datierende Mittelschulstrategie an die heutigen Gegebenheiten anpasst: Denn die Wirtschaft im Fricktal wächst nach wie vor stark, was auch zur stetigen Bevölkerungszunahme führt. Dies sowie die ohnehin steigende Maturitätsquote verlangen nach praktikablen Lösungen im Sinne unserer Schülerinnen und Schüler, weshalb ein eigener Mittelschulstandort im Fricktal nur eine logische Konsequenz ist. Auch wenn der Standort Fricktal unbestritten war, scheint mir nun wichtig, dass zu Gunsten unserer Schülerinnen und Schüler der geeignetste Standort gefunden und von allen Fricktaler Vertreterinnen und Vertretern mitgetragen wird.

DÉSIRÉE STUTZ, MÖHLIN

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