In Kaiseraugst ist ein Waschbär unterwegs

Fr, 17. Mai. 2019

Seit einiger Zeit treibt sich in Kaiseraugst ein Waschbär herum. Das Tier konnte im Kraftwerksschopf gefilmt werden. Die Jagdgesellschaft hat Fallen aufgestellt.

Valentin Zumsteg

Es sind putzige Tierchen, die Waschbären. Auf einem Film, den ein Mitglied der Jagdgesellschaft Kaiseraugst vor rund einem Monat mit einer Infrarot-Kamera im Kraftwerksschopf aufgenommen hat, sieht man ein Exemplar, das Futter sucht und das Gefundene genüsslich verspeist. «Ja, wir haben Waschbären in Kaiseraugst. Im vergangenen Sommer wurden vier in der Nähe des Friedhofs mit einer Videofalle gefilmt. Diese sind aber wahrscheinlich weitergezogen. Wir konnten sie nicht fangen», erklärt Jagdaufseher Amadé Franzen gegenüber der NFZ.

Danach sei es längere Zeit ruhig gewesen. In diesem Frühjahr ist nun aber wieder ein Exemplar aufgetaucht. Die Jäger haben deswegen eine Kamera mit Bewegungsmelder aufgestellt. Tatsächlich konnte ein Tier gefilmt werden. «Wir haben auch Fallen aufgestellt, um es lebend zu fangen. Doch das ist bislang nicht gelungen. Die Waschbären sind nachtaktiv und sehr misstrauisch. Einmal hat er die Falle ausgelöst, doch er konnte entkommen», schildert Franzen. Er geht davon aus, dass es sich um ein Einzeltier handelt.

«Waschbären sind Allesfresser»
Falls der Waschbär in die Falle geht, ist sein Schicksal besiegelt. «Dann schiessen wir ihn. Das müssen wir», erklärt Franzen. Denn Waschbären gehören in der Schweiz zu den Neozoen, den gebietsfremden Arten. Sie dürfen das ganze Jahr über geschossen werden. «Waschbären sind Allesfresser und Räuber. Sie gehen an Vogelnester und fressen die Eier. Wir müssen auch dafür sorgen, dass sie nicht in die Häuser gelangen und sich dort einnisten. Man bringt sie fast nicht mehr los. Das ist in Deutschland ein Problem», erklärt Franzen. Im Osten Deutschlands und in Hessen haben sich die Tiere zur Plage entwickelt.

«Noch nicht stark verbreitet»
Gemäss Erwin Osterwalder, Fachspezialist Jagd und Fischerei beim Kanton, gibt es im Aargau jedes Jahr ein paar wenige Sichtungen von Waschbären. «Er ist hier, aber noch nicht stark verbreitet.» Es habe im Aargau auch schon Abschüsse gegeben. «Der Waschbär ist ein starker Konkurrent für die einheimische Fauna, deshalb ist er auch gemäss eidgenössischer Jagdgesetzgebung bei uns unerwünscht. Es ist eine nordamerikanische Art, die über Deutschland in die Schweiz gelangt.»

In Kaiseraugst ist es bislang zu keinem Abschuss gekommen. Hingegen wurden schon Nutrias, auch bekannt als Biberratten, getötet. Diese gehören ebenfalls zu den Neozoen und stehen auf der Abschussliste.


Kleinbär mit ausgeprägtem Tastsinn

Der Waschbär gehört zur amerikanischen Raubtierfamilie der Kleinbären. Er verfügt über einen ausgeprägten Tastsinn und befühlt seine Nahrung ausgiebig mit den Vorderpfoten. Dies hat zu seiner Namensgebung geführt. Der Waschbär ist ein guter Schwimmer und Kletterer. In Europa wurde er seines Pelzes wegen gezüchtet. «Einzeltiere entkamen oder wurden vorsätzlich ausgesetzt, vor allem in Deutschland oder Nordfrankreich konnten sich so lokale freie Populationen entwickeln», hält die Meldestelle Kora fest. Bereits Mitte der 1970er Jahre wurden erste Waschbären in der Schweiz gesichtet. (nfz/mgt)

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